An der Rückseite (Bild) des Rathauses in Kälberbronn soll ein Anbau auf Stelzen entstehen. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Erweiterung: Kälberbronn will künftig nur ein kommunales Gebäude unterhalten – und Schulhaus verkaufen

Da die Gemeinde Pfalzgrafenweiler zwei Objekte in den Teilorten nicht unterhalten kann, soll in Kälberbronn das Schulhaus verkauft und das Rathaus umgebaut werden. Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich der Ortschaftsrat bereits für diese Pläne ausgesprochen.

Da die Gemeinde Pfalzgrafenweiler zwei Objekte in den Teilorten nicht unterhalten kann, soll in Kälberbronn das Schulhaus verkauft und das Rathaus umgebaut werden. Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich der Ortschaftsrat bereits für diese Pläne ausgesprochen.

Pfalzgrafenweiler. Nachdem Bürgermeister Dieter Bischoff und Ortsvorsteher Andreas Ziefle die entsprechenden Pläne zur Sanierung und zum Umbau des Rathauses vorgestellt hatten, stimmte der Gemeinderat dem Beantragen von Mitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) und dem Bauantrag geschlossen zu.

Der Gemeinde Pfalzgrafenweiler wurden in ihrer Eigenschaft als ELR-Schwerpunktgemeinde bereits Fördergelder für die Sanierung und den Umbau des Schulhauses in Edelweiler und des Rathauses in Durrweiler bewilligt. Nun stand eine weitere Sanierung zur Diskussion: das Rathaus in Kälberbronn.

Freifläche für Feste unter dem Anbau auf Stelzen

Vorausgegangen waren umfangreiche Überlegungen zur Nutzung des Gebäudes durch die Feuerwehr und die Ortsverwaltung sowie als Schlachthaus. Eine Unterbringung dieser Einrichtungen im Schulhaus, das zudem ein Kulturdenkmal ist, wäre aufgrund der Größe kaum möglich und würde sich äußerst kostenintensiv gestalten. Der Ortschaftsrat Kälberbronn hatte sich daher darauf verständigt, das Schulhaus zu veräußern und die Nutzungen auf das Rathaus zu beschränken beziehungsweise diese dorthin zu verlagern.

Da das Rathaus räumlich sehr beengt ist und Sitzungen während der Corona-Pandemie unmöglich waren, war der Wunsch nach einem größeren Tagungsraum aufgekommen. Die Planverfasser der ARGE mit Architekt Karl-Helmut Röttgen und dem Stuttgarter Büro Bucher & Prokop konnten an der Gemeinderatssitzung nicht teilnehmen, weshalb Bürgermeister Bischoff und Ortsvorsteher Ziefle dem Gremium die Pläne vorstellten.

Im Untergeschoss des Rathauses sind der Schlachtraum und der Jugendraum untergebracht. Dieser Bereich soll nicht umgebaut und der Zugang zu diesen Räumen frei bleiben, weshalb die Architekten einen Anbau mit einem Gemeinschafts- beziehungsweise Sitzungsraum auf Stelzen planen, in dem beispielsweise auch Gymnastikstunden stattfinden können. Ein Stuhllager und eine Garderobe sind ebenfalls vorgesehen. Mit einer Raumgröße von 70 Quadratmetern orientierte man sich am Gemeinschaftshaus in Neu-Nuifra.

Im Erdgeschoss wird die Feuerwehr ihre Räume behalten. Im bisherigen Sitzungsraum werden eine Teeküche und daneben WC-Anlagen eingebaut. Das Büro des Ortsvorstehers bleibt. Unter dem mit einer Holzfassade gestalteten Anbau auf Stelzen, der Panoramafenster erhält, entsteht eine überdachte Freifläche für Feste. Rechts neben dem Rathaus wird ein barrierefreier Zugang geschaffen. Der Spielplatz hinter dem Gebäude wird nach hinten verlegt, um am jetzigen Standort die erforderlichen Stellplätze anlegen zu können.

Das Bestandsgebäude soll nur im nötigen Rahmen saniert werden. Die Kosten für die Arbeiten beziffern die Architekten nach aktuellen Schätzungen auf rund 616 000 Euro einschließlich Nebenkosten. Dafür sollen im September ELR-Mittel beantragt werden, da Pfalzgrafenweiler 2022 letztmals eine erhöhte Förderquote als Schwerpunktgemeinde erhält.

Ziefle bevorzugt Käufer aus dem Ort

Sofern das Projekt bewilligt wird, kann danach der Bauantrag eingereicht werden. Bei einer Zuschussbewilligung würde die Gemeinde 50 Prozent der Nettokosten, also 258 000 Euro, erhalten. Der verbleibende Gemeindeanteil läge bei 357 000 Euro.

Ortsvorsteher Ziefle ist es wichtig, dass das Rathaus als Mehrzweckgebäude erhalten bleibt, was im denkmalgeschützten Schulhaus aufgrund seiner Größe nicht möglich wäre. In der Gemeinderatsrunde wurden die hohen Kosten angesprochen, die auch aktuelle Baupreissteigerungen berücksichtigen. Sie beziehen sich neben dem Anbau auf Techniksanierung im Bestand, Sanierung des Ortsvorsteherbüros und eine sowieso erforderliche Heizung, statt der bisherigen Ölöfen. Die ebenfalls angesprochene Photovoltaik-Pflicht wird die Verwaltung überprüfen.

Zur Sprache kam auch der Verkauf des Schulhauses, der erst dann erfolgen soll, wenn der beantragte Zuschuss bewilligt ist. Ortsvorsteher Ziefle wünscht sich einen ortsansässigen Käufer. Der Zuschussbescheid wird im Frühjahr 2022 erwartet, die Bauarbeiten könnten dann im Folgejahr starten.

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