Ein Schwerpunkt des Volkstrauertags in Schramberg liegt auf der Erinnerung an den polnischen Zwangsarbeiter Wladyslaw Repetowski.
Angesichts der anhaltenden Kriege und Konflikte weltweit rückt die Bedeutung des Volkstrauertags stärker denn je ins Bewusstsein. Frieden und Versöhnung sind keine Selbstverständlichkeit. Der Gedenktag erinnert daran, dass Krieg und Gewalt unermessliches Leid verursachen – damals wie heute. Mit den Feiern am Sonntag, 16. November, möchte die Stadt Schramberg gemeinsam mit den Bürgern ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens setzen.
In Waldmössingen beginnt der Gottesdienst um 9 Uhr in der Kirche, anschließend folgt um 10 Uhr die Gedenkstunde auf dem Friedhof. Ortsvorsteher Reiner Ullrich legt einen Kranz nieder und spricht im Namen der Stadt. Der Musikverein Eintracht Waldmössingen und der katholische Kirchenchor gestalten die Gedenkstunde musikalisch. Die katholische Kirche beteiligt sich mit einem Beitrag, und die örtlichen Vereine nehmen mit einem Fahnengruß teil.
In Tennenbronn beginnt der ökumenische Gottesdienst um 10 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Johann Baptist. Die Gedenkfeier am Ehrenmal folgt um 11 Uhr. Ortsvorsteher Manfred Moosmann legt einen Kranz nieder und hält die Ansprache im Namen der Stadt. Grußworte sprechen Helga Müller (VdK) und Pfarrer Harald Dörflinger. Der Musikverein Frohsinn begleitet die Feier musikalisch.
Gedenken in Stadtteilen
Auf dem Friedhof Hintersulgen beginnt die Gedenkfeier um 11.30 Uhr. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr legt einen Kranz nieder und hält eine Gedenkrede, Pfarrer Markus Krimmer spricht das Fürbittengebet. Der Musikverein Sulgen sorgt für die musikalische Umrahmung. Schüler des Gymnasiums Schramberg beteiligen sich wieder mit einem Beitrag an der Gedenkstunde. Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Volkstrauertags liegt auf einer Sonderveranstaltung in Tennenbronn. Um 14.30 Uhr wird am Ort der Hinrichtung auf dem Langenberg ein Mahnmal enthüllt, das an das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Wladyslaw Repetowski (1924–1942) erinnert. Die Initiative dazu kommt von der Projektgruppe Tennenbronner Heimathaus im Museums- und Geschichtsverein Schramberg.
Wladyslaw Repetowski wurde am 5. Juni 1942 von Angehörigen der damaligen „Geheimen Staatspolizei“ wegen seiner Liebe zu einer Tennenbronnerin ermordet. Das Mahnmal soll an dieses tragische Ereignis erinnern und zugleich ein Zeichen gegen Unrecht, Hass und Vergessen setzen. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und Alfred Moosmann, Vorsitzender des Tennenbronner Heimathaus im Museums- und Geschichtsverein, enthüllen das Mahnmal.
Im Anschluss laden die Stadt und das Heimathaus um 15.30 Uhr zur Gedenkstunde im Pfarrsaal Tennenbronn ein. Dort erwartet die Gäste eine Gedenkansprache von Stadtarchivar Carsten Kohlmann, der das zugehörige Forschungsprojekt des Stadtarchivs leitet. Dieses Projekt widmet sich der Aufarbeitung der Ereignisse rund um Repetowskis Ermordung sowie den Biografien der Täter und Opfer.
Die Stadt Schramberg lädt alle Bürger herzlich zur Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen ein. Für Rückfragen steht die Stadtverwaltung Schramberg unter 07422/ 2 92 40 oder oeffentlichkeitsarbeit@schramberg.de zur Verfügung.