Die Gestalter der Gedenkveranstaltung (v.l.): Tobias Benz, Melanie Penninggers und Ueli Mäder. Eva und Christian Hartwig umrahmten das Gedenken mit festlicher Musik. Foto: Rolf Reißmann

Am Volkstrauertag versammelten sich rund 60 Teilnehmer im katholischen Gemeindehaus.

Trauern - gedenken – hoffen – gestalten: Das waren die Absichten der gut 60 Teilnehmer der diesjährigen Erinnerungsveranstaltung zum Volkstrauertag im katholischen Gemeindehaus.

 

Bürgermeister Tobias Benz erinnerte daran, dass viele der Lebenszeugen und Betroffenen der großen Gräuel in Mitteleuropa bis auf wenige Personen nicht mehr am Leben seien. Deshalb gelte es, neue Erinnerungsformen zu finden, um die Grausamkeiten nicht zu vergessen. Die Stolperstein-Initiative hob er als eine gelungene und in der Breite sehr wirksame Form hervor. Der wieder verstärkt auftretende Antisemitismus erfülle heute viele Menschen mit großer Sorge. Leider sei das kein Randphänomen mehr. Alle Formen und alle Verursacher seien gleichermaßen gefährlich und zu bekämpfen.

Benz rief dazu auf, überall dort, wo verfassungsfeindliche und antidemokratische Tendenzen auftreten, klar zu widersprechen. Eben weil Demokratie so verletzlich ist, verdiene sie besonderen Schutz.

Benz betont Rolle der Bundeswehr

Ausgehend vom 70-jährigen Bestehen der Bundeswehr hob der Bürgermeister deren besonderen Status gegenüber früheren deutschen Armeen hervor. ine der Demokratie verpflichtete Armee, deren Handeln dem Parlament untersteht, die in ihrem grundsätzlichen Handeln dem Parlament untersteht, sei eben der beste Garant für den Schutz von Frieden, Menschenrechten und Souveränität.

Wie bedeutsam friedliche, freie Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist, sei in der Gemeinde durch ihre Lage im Dreiländereck besonders zu spüren. Dieser Tag der Trauer über die Opfer von Kriegen und Gewalt gebe aber auch Anlass zur Hoffnung. Bürger mit Engagement und Bereitschaft zur Verantwortung seien die besten Unterstützer von Freiheit, Frieden und Demokratie.

Opfer sollen Anlass für Versöhnung sein

Melanie Penninggers, Leiterin der Volkshochschule, gedachte in ihrem Totengedenken gefallener Soldaten, getöteter Gefangener, der Vertriebenen und Verfolgten in allen Ländern. Opfer sollten heute Anlass für Versöhnung sein.

Als Gastredner sprach diesmal Professor Ueli Mäder von der Universität Basel über die Vielfalt der Verachtung von Volksgruppen und Minderheiten. Nicht nur Antisemitismus sei es, der seit mehreren Jahrhunderten Hass und Gegnerschaft förderte und gewaltsam ausbrechen ließ.Den Völkermord an Armeniern im Osmanischen Reich nannte er als Beispiel, ebenso wie die bei der Shoah oft zu wenig beachteten Sinti und Roma und weitere Minderheiten.