Die Gedenkfeier am Volkstrauertag beim Kriegerdenkmal auf dem Altensteiger Waldfriedhof wurde von der Stadtkapelle umrahmt. Foto: Uwe Priestersbach

Der Volkstrauertag stand auch in Altensteig ganz im Zeichen der Gedenkfeiern für die Verstorbenen und Kriegstoten.

Auf den Friedhöfen der Kernstadt und den Stadtteilen fanden anlässlich dieses Feiertags Feiern und Kranzniederlegungen statt. Wie der Altensteiger Bürgermeister Oliver Valha bei der Gedenkfeier in der Aussegnungshalle des Altensteiger Waldfriedhofs in seiner Rede erläuterte, zeichne die selbstkritische Erinnerung unsere Gesellschaft aus – und ermögliche so erst einen Heilungsprozess. Denn die Folgen des Zweiten Weltkrieges würden noch über Generationen hinweg nachwirken, verdeutlichte der Bürgermeister in seiner Rede weiter.

 
Erstmals legte Bürgermeister Oliver Valha den Kranz zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege nieder. Foto: Uwe Priestersbach

Für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen rief Pastor Klaus-Peter Foßhag vom Jugendmissionswerk Altensteig zum Gedenken auf: an die Kriegszeiten mit ihren Opfern und dem Leiden, das mit dem Krieg einherging. Doch neben der Erinnerung an Not und Leiden konnte er auch hoffnungsvolle Worte finden. Positiv wertete er, dass es nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945 Versöhnung und Gemeinschaft gegeben habe. In einem Gebet bat er Gott um Frieden auf der Welt.

Opfer von Krieg und Gewalt

An der anschließenden Kranzniederlegung beim Kriegerdenkmal auf dem Waldfriedhof wirkten die Vertreter der Ortsgruppe Altensteig des Verbands der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands, kurz VdK, und des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes mit. Bürgermeister Valha und seine Stellvertreter Michael Löb und Tobias Schmid gedachten dabei 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges den vielen Opfer von Krieg und Gewalt. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde auf dem Waldfriedhof von der Altensteiger Stadtkapelle.

Weitere Gedenkfeiern fanden am Volkstrauertag auf den Friedhöfen aller Altensteiger Stadtteile statt: in Altensteigdorf, Garrweiler, Spielberg, Überberg, Walddorf sowie in Wart.

Der Volkstrauertag wurde bereits 1919 ins Leben gerufen, um der Toten des ersten Weltkriegs zu gedenken. Erstmals begangen wurde er 1922. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der Feiertag ab 1934 zum „Heldengedenktag“ im März umgedeutet, der nicht mehr dem Trauern gewidmet war, sondern der Verklärung des Krieges. Nach dem Krieg wurde der Volkstrauertag in der Bundesrepublik wieder ab 1950 begangen.

Heute ist der Volkstrauertag ein stiller Feiertag, an dem mahnend auf die Auswirkungen von Krieg hingewiesen und der Opfer gedacht wird. Er wird immer am vorletzten Sonntag vor dem ersten Advent gefeiert. Dieser fällt in diesem Jahr auf den 30. November.