„Warum gibt es immer noch Krieg auf der Welt?“ Das fragten sich Jugendliche am Volkstrauertag bei der Gedenkfeier auf dem Dornhaner Friedhof.
Der Volkstrauertag sei immer noch wichtig und bedeutsam. Er fordere dazu auf, sich mit dem durch Krieg und Gewaltherrschaften verursachten Leid auseinanderzusetzen, sagte Bürgermeister Markus Huber bei seiner Ansprache.
Man müsse sich weiterhin das Grauen und die Schrecken der Vergangenheit in Erinnerung rufen. „Erinnerung ist ein wesentlicher Beitrag dazu, dass es nie wieder so wird wie es war“, nahm er Bezug auf die beiden Weltkriege.
Eine aktuelle Dimension erhalte der Volkstrauertag mit dem Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten. Angriffe auf die Zivilbevölkerung hätten zu unsäglichem Leid, Verwundung, Tod und Flucht geführt. Man könne nicht fassen, wozu auch heute noch Menschen fähig seien.
Damoklesschwert Dritter Weltkrieg
„Das Damoklesschwert des Dritten Weltkriegs hängt über uns“, befürchtet Huber. Täglich bekomme man vor Augen geführt, dass der Frieden zerbrechlich sei. Er beklagte dabei auch den wieder auflebenden Antisemitismus und fragte sich, ob „wir tatsächlich nichts aus der Geschichte gelernt“ hätten und einfachen Parolen wieder auf den Leim gingen.
Huber: „Die vielen Hasstiraden gerade im Zusammenhang mit dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober in Israel und der darauf folgende Einmarsch von Israel in den Gazastreifen zeigen, welches Pulverfass die Welt zu sein scheint.“
Der Volkstrauertag sei neben der Erinnerung eine Mahnung, für Demokratie einzutreten. Mit Dialogbereitschaft, Toleranz und der Erinnerung an die Geschichte könne versucht werden, Frieden zu bewahren. Huber sieht es dabei als seine Aufgabe an, das Miteinander in Vielfalt und Frieden zu fördern.
Schreckensszenario Ukraine-Krieg
Dornhaner Konfirmanden führten das Schreckensszenario des Kriegs in der Ukraine vor Augen. Warum werde nicht aus Fehlern der Vergangenheit gelernt? Bei einem Krieg gebe es immer nur Verlierer. Frieden könne wachsen, wenn man die Hand ausstrecke und anderen vergebe, appellierten sie.
Bürgermeister Huber und Georg Bäuerle, Vorsitzender des Dornhaner VdK, legten am Denkmal einen Kranz zum Zeichen der Trauer und des Gedenkens aller Opfer von Krieg, Terror und Gewalt nieder.
Kathrin Pallesche sprach ein Friedensgebet. Die Feier auf dem Friedhof umrahmten der Musik- und Trachtenverein sowie der Chor der neuapostolischen Kirchengemeinde.