Andere Länder entdecken und Perspektiven wechseln – dazu möchte FSJlerin Valeria Rata mit ihrem Projekt „Unbox your mind“ an der VHS Rottweil motivieren.
Wer Valeria Rata zuhört, merkt schnell: Neugier auf andere Kulturen gehört für sie ganz selbstverständlich zum Leben. Die 19-Jährige absolviert seit August ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Volkshochschule Rottweil. Dort arbeitet sie unter der Leitung von Anja Rudolf und bringt sich mit eigenen Ideen in die Bildungsarbeit ein.
Über Valeria Rata Rata kam vor zehn Jahren aus Moldawien nach Deutschland und wuchs zunächst in Zimmern ob Rottweil auf. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Neufra. Damals kamen ihr Vater und Onkel wegen der finanziell besseren Perspektive nach Deutschland – wenig später folgte der Rest der Familie.
Ihre Begeisterung für Sprachen und internationale Begegnungen entwickelte Rata schon früh, da sie neben ihren beiden Muttersprachen Rumänisch und Russisch inzwischen auch Deutsch, Englisch und Spanisch spricht. In ihrer Freizeit besucht sie zudem den Japanisch-Kurs der VHS.
Sprachen sind eine Superkraft
Doch wäre es ihre Wunsch-Superkraft, alle Sprachen der Welt zu sprechen? Auf diese Frage muss Rata kurz überlegen. Dann lacht sie und sagt: „Ich habe das Gefühl, dass ich mich auf unterschiedlichen Sprachen mit vielen Leuten schon gut verständigen kann.“
Und tatsächlich: Mit Englisch, Spanisch und Russisch alleine kann sie sich – zumindest laut einer Auflistung von Statista – mit über 2,3 Milliarden der aktuellen knapp 8,3 Milliarden Menschen unterhalten. Wenn sie also wählen dürfte, würde sie sich lieber teleportieren können – um noch schneller neue Länder und Kulturen zu entdecken. Diese Offenheit für andere Länder und Lebensweisen möchte sie nun auch an andere weitergeben.
Das Projekt Unter dem Titel „Unbox your mind and go to Europe“ hat die motivierte FSJlerin ein Projekt entwickelt, das Menschen dazu motivieren soll, Europa zu bereisen und andere Kulturen kennenzulernen. Die Idee dahinter: Wer reist, erweitert nicht nur seinen Horizont, sondern lernt auch, wie Menschen in anderen Ländern denken und leben.
VHS-Leiterin Anja Rudolf fand dazu die passenden Worte: „Wenn man sieht, wie andere Länder funktionieren, kann man viel Positives mitnehmen.“ Unterschiedliche Perspektiven könnten helfen, den eigenen Blick auf die Welt zu verändern und voneinander zu lernen.
Erasmus+ ermöglicht das Projekt
Förderung Ermöglicht wird das Ganze übrigens durch Erasmus+, ein EU-Programm zur Förderung von Bildung, Jugend und Sport in Europa. Es unterstützt internationale Begegnungen, Austauschprojekte und Lernaufenthalte im Ausland. Ziel ist es, Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, interkulturelle Kompetenzen zu stärken und neue Erfahrungen über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu ermöglichen.
Gerade für junge Menschen bietet das Programm die Chance, andere Kulturen kennenzulernen, Sprachen zu vertiefen und wertvolle Eindrücke für die persönliche und berufliche Zukunft zu sammeln – für Menschen zwischen 18 und 29 Jahren.
Viel Organisation nötig
Reisen So war Rata in den bislang sechs Monaten ihres FSJ schon unter anderem in Eupen (Belgien), in Weißenburg (Frankreich) und in Basel (Schweiz). „Ich liebe das Reisen und neue Länder zu entdecken“, betont die 19-Jährige und freut sich schon auf die bevorstehenden Reisen, denn Ende März geht es für Rata und eine Gruppe anderer FSJler nach Amsterdam.
Entspannt wird es für Rata aber nicht, schließlich muss die FSJlerin den Ablauf des Bildungsaufenthalts selbst planen. Vor allem beim bevorstehenden Niederlande-Ausflug gab es unerwartete Herausforderungen: „Wir hatten zunächst eine Unterkunft, mussten diese aber dann wieder ändern, weil die Unterkunft vor zwei Jahren ein Stück aus Amsterdam rausgezogen ist.“ Über die Deutsche Seemannsmission ist die 19-Jährige zum Schluss dann aber doch noch fündig geworden.
Zum Abschluss geht’s nach Barcelona
So geht es weiter Im Juli geht es dann noch zu einer abschließenden Reise nach Barcelona – kurz bevor Rata das Zertifikat für ihr Projekt erhält. Ab September geht sie dann einen neuen Weg: Nach dem FSJ möchte sie die Modeschule in Mannheim besuchen.
„Ich will etwas machen, wo ich kreativ sein muss“, blickt die 19-Jährige schon jetzt voraus. Kreativität zeigt sie bereits in Rottweil – mit ihrem Projekt „Unbox your mind“, das klar auf Internationalität, Austausch und das Entdecken Europas setzt.
Neues Projekt Was dann das nächste FSJ-Projekt sein wird, steht derzeit noch in den Sternen. Aktuell läuft nämlich die Bewerbungsphase für das nächste FSJ, welches dann im September 2026 an Rottweils Volkshochschule an den Start geht.