Weiterbildung: VHS-Leiterin Claudia Schmid berichtet im Ausschuss / Eigene Räume wichtig

Schramberg. Von einem Jahr mit "planen, umplanen und absagen" hat Claudia Schmid in ihrem Jahresbericht 2020 der Schramberger Volkshochschule im Verwaltungsausschuss gesprochen.

Gerade einmal die Hälfte der Unterrichtseinheiten bei zwei Dritteln der Kurse hätten corona-bedingt angeboten werden können. Während das "normale" Jahr 2019 252 Kurse mit 7952 Unterrichtseinheiten aufgewiesen habe, seien es 2020 181 Kurse mit 4066 Unterrichtseinheiten gewesen. Dabei habe sich die Ausfallquote der Kurse von zehn auf 23 Prozent erhöht.

Von den Themen her habe der Schwerpunkt auf den Bereichen Gesundheit und Sprachen gelegen, so Schmid. Dort sei auch der Wechsel auf Online-Angebote seitens aller Beteiligten am häufigsten gewünscht worden.

Integrationskurse gefragt

Auch für die Integrationskurse sei die Nachfrage nach wie vor hoch. Allerdings habe auch dort der Unterricht im ersten und zweiten Lockdown unterbrochen werden müssen. Online-Tutorien seien im Bereich des Lernens schwierig gewesen, weil der Aufwand, die Lernenden an ein digitales Lernportal heranzuführen, sehr hoch gewesen sei und viele überfordert habe –­ auch weil die technische Ausstattung gefehlt habe. Für diese Situation gebe es allerdings ein Landesförderprogramm. Damit könnten Laptops als Leihgeräte für den digitalen Unterricht angeschafft werden.

Auch wenn nicht alle Dozenten der Volkshochschule die Umstellung auf digitales Lehren begrüßten, erklärte Schmid, gebe es Einzelne, die diese auch über das Ende des Lockdowns hinaus weiter nutzten.

In der Pandemie habe sich noch einmal deutlich gezeigt, so die VHS-Leiterin weiter, wie wichtig es sei, mit dem Schlössle eigene Räume zu haben. Alle Angebot in Schulen, kirchlichen und angemieteten Räumen hätten nämlich nicht stattfinden können.

Diesen Bericht nahmen die Mitglieder des Rats, zuerst Thomas Brantner (CDU), nicht nur zur Kenntnis, sondern bedankten sich auch bei Claudia Schmid und ihrem Team – sie selbst hatte sich zuvor schon bei ihren Kolleginnen Anne Nannen und Michaela Wedel bedankt.

Tanja Witkowski (SPD/Buntspecht) hoffte, dass "das kommende Jahr wieder normaler" werde. Sie fragte nach, ob es Auswirkungen bei den Integrationskursen gegeben habe. Durch den Lockdown, so Schmid, seien den Teilnehmern keine Stunden verfallen. Zudem hätten diejenigen, die kurz vor der Prüfung gestanden seien, diese absolvieren können. Schwieriger hingegen sei es für die gewesen, die "mittendrin" gestanden seien – diese hätten "viel vergessen". Die Ergebnisse der Prüfungen seien indes "nicht merklich schlechter" gewesen.

Coronahilfe für Dozenten?

Ralf Rückert (Freie Liste) regte an, ob nicht überlegt werden könne, auch den freien Dozenten einen Teil ihres Ausfalls als Coronahilfe zu vergüten. Er kenne dies von verschiedenen Sportvereinen, die ihre Übungsleiter so unterstützt hätten.

"Klasse" fand es Thomas Koch (ÖDP), wie die Volkshochschule die Herausforderungen in der Corona-Krise angenommen und die Digitalisierung mit vorangetrieben habe.

Und auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr freute sich darüber, dass "auch lange Kurse" hätten zum Abschluss gebracht werden können, wie jüngst die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter (wir berichteten).