2019 sorgte der „Gaukler“ beim bislang letzten Katharinenmarkt-Umzug für gute Laune. Foto: Zlatka Kiryakova

Der 570. Seelbacher Katharinenmarkt steht vor der Tür – erstmals seit sechs Jahren mit dem Höhepunkt am Montagmittag,dem Umzug. Los geht es am Samstag, 22. November.

„Der Katharinenmarkt liegt schon in der Luft“, sagt Bürgermeister Michael Moser. Von Samstag, 22. November, bis Montag, 24. November, wird in den Straßen Seelbachs wieder gebummelt, gefeiert und sicher viel gelacht.

 

Der Rathauschef, Marktleiterin Sandra Gräther und Hauptamtsleiterin Amelie Rosewich stellten vor, was geboten wird.

Der Auftakt

Eröffnet wird der 570. Katharinenmarkt wie gewohnt mit dem historischen Auftakt um 19 Uhr. Mehr als 100 Schüler des Geroldsecker Bildungszentrums, die Historische Tanzgruppe und das Ensemble „Minnezitt“ werden die Legende um die 17 Gefangenen im Kerker der Geroldseck beleuchten.

Im vergangenen Jahr war die Inszenierung unter Regie von Christopher Kern modifiziert worden. „Das kam sehr gut an. Das werden wir beibehalten“, so Gräther.

Die Katharina

Höhepunkt des Samstagabends wird selbstverständlich die Präsentation der neuen „Katharina“ sein, der Repräsentantin des Kätterlismarkts. Nachdem sich nach dem ersten Aufruf der Gemeinde noch niemand für das Amt beworben hatte, ging zeitnah nach dem erneuten Aufruf eine Bewerbung ein. „Wir haben wieder eine tolle ,Katharina’ gefunden“, erklärte Moser.

Gräther blickte auf die Schwierigkeiten bei der Suche zurück: „Viele haben Respekt davor, vor so vielen Menschen zu sprechen.“ Der Bürgermeister ergänzte: „Tatsächlich wollen auch viele junge Frauen Anfang 20 den Markt in vollen Zügen genießen – und keine Terminverantwortung haben.“ Für das kommende Jahr allerdings, so der Rathauschef weiter, gebe es schon „gute Signale“.

Die Stände

„Gut aufgestellt“, so die Marktleiterin, sei man auch in diesem Jahr bei den Beschickern. Rund 150 Anbieter werden Waren aller Art verkaufen. „Teilweise sind sie schon jahrzehntelang dabei“, so Gräther. Aber auch einige neue Stände, vor allem im handwerklichen Bereich, würden in diesem Jahr ihre Premiere feiern. Hinzu kommen 35 Essens- und Getränkebuden. Autoscooter, Kinderkarussell und das beliebte „Hupferl“ sorgen für Unterhaltung. Letzteres sei Pflicht, denn „als es nicht da war, haben es viele Leute vermisst“.

Auf Rückfrage bestätigte Gräther, dass es durchaus eine Herausforderung war, für genügend Beschicker zu sorgen. Es gebe inzwischen mehr Konkurrenz, da „die Weihnachtsmärkte immer früher beginnen.“ Dass man auch dieses Jahr wieder eine gute Mischung gefunden habe „spricht für das sehr gute Image und die Tradition des Katharinenmarkts.“ Die in diesem Jahr erhöhten Standgebühren für die Beschicker hätten, so der Bürgermeister, zu keinen Diskussionen geführt. Es herrsche Verständnis für die Finanzsituation der Gemeinde. „Es gab keine Absagen deswegen“, ergänzte Gräther.

Die Sicherheit

Das Sicherheitskonzept der vergangenen Jahre habe sich bewährt, erklärte die Marktleiterin. Security und Einlasskontrollen seien erneut vor den Buden und Lauben vorgesehen. DRK, Feuerwehr und Polizei sind im Einsatz, die Zusammenarbeit habe stets „gut funktioniert“, betonte Gräther. Sie wünschte sich einen reibungslosen Ablauf und gutes Wetter – vor allem für Montag.

Der Umzug

Erstmals seit sechs Jahren steht nämlich am Montag ab 14 Uhr wieder ein Umzug an, bei dem die 17 Ellen lange Katharinenwurst ins Bürgerhaus zum anschließenden Wurstessen getragen wird. Auch beim Umzug wird einiges neu sein, er werde an den modifizierten historischen Auftakt angelehnt. Gräther wollte jedoch nicht zu viel vorwegnehmen. „Lassen Sie sich überraschen.“

Er gehe davon aus, erzählte Moser, dass der Umzug am Montag wieder zu einem „Fixpunkt des Marktgeschehens“ avancieren wird. „Die Vorfreude ist schon sehr groß“, betonte er strahlend.

Die Bedeutung

Für den Bürgermeister, der seinen zweiten Kätterlismarkt im Amt erlebt, ist das Besondere am Katharinenmarkt, dass er Generationen zusammenführt. Viele Eltern der Kinder, die nun beim Umzug am Start sind, seien früher selbst mitgelaufen – und berichten nun nostalgisch davon. So sie denn noch irgendeinen Bezug zum Ort haben, so Moser weiter, kehren alle in Seelbach Aufgewachsenen zum Katharinenmarkt in ihre Heimat zurück. „Egal ob aus Hamburg oder aus dem Ausland.“

Der Rathauschef dankte ausdrücklich allen Beteiligten für den „enormen Aufwand“, den die Besucher nur selten merken würden. Und worauf freut sich Moser am meisten? „Mein kleiner Sohn kann jetzt alleine Karussell fahren. Das haben wir auf der Chrysanthema geübt. Jetzt muss ich nicht mehr selbst mit drauf springen“, erzählte er gut gelaunt.

Die Anfahrt

Auch 2025 wird es wieder Nacht- und Sonderbusse zum Katharinenmarkt geben. Auf eine Besonderheit machte Gräther beim Pressegespräch aufmerksam: Am Samstagabend wird die Linie 106 in Richtung Lahr von der Talstraße, nicht am Alten Bahnhöfle abfahren. Das soll den Ablauf vereinfachen. Sonntags gibt es wie gewohnt einen kostenlosen Shuttle vom Lahrer Schlüssel mit Halten in Kuhbach und Reichenbach nach Seelbach. Dieser fährt zwischen 11 und 18 Uhr alle 20 Minuten.