Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kern (rechts) und sein Vorstandskollege Jörg Gompper präsentierten im Rahmen des Bilanzpressegesprächs die Neugestaltung der Kundenhalle und die Übergangslösung während der Umbauarbeiten im Service-Container mit den neuen Ein- und Auszahlungsautomaten. Foto: Ingrid Kohler

Stefan Kern und Vorstandskollege Jörg Gompper blicken bei der Volksbank Trossingen auf ein wirtschaftlich herausforderndes Jahr 2025 zurück. Es steht ein großer Umbau an.

Den aktuellen Veränderungsprozess wolle man mit diesem Satz unterschreiben: „Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert“, betonen der Vorstandsvorsitzende Stefan Kern und sein Vorstandskollege Jörg Gompper.

 

Es gehe bei allen Veränderungen nicht darum, Kosten zu sparen, sondern „uns für die Zukunft fit zu machen und die nächsten 15 Jahre attraktiv zu bleiben und relevant zu sein für die Region vom Schülerkonto bis zum großen Firmenkonto“, betont Vorstandsvorsitzender Stefan Kern.

Die Umbaumaßnahmen konzentrieren sich auf die Kundenhalle im Erdgeschoss des Gebäudes mit einem Invest von rund 1,7 Millionen Euro, in dem die Kosten von rund 80 000 Euro für Miete und Einrichtung als Zwischenlösung in einem rund 100 Quadratmeter großen Container enthalten sind. Zusätzliche Kosten von rund 100 000 Euro entfallen auf die Ertüchtigungen im Obergeschoss für Brandschutz, Elektrotechnik, sanitäre Anlagen und weitere Büros in der ehemaligen Vorstandswohnung.

Die Vorarbeiten für einen neuen barrierefreien Haupteingang an der Seite des Rudolf-Maschke-Platzes haben bereits begonnen. „Unsere Sichtbarkeit wird somit deutlich erhöht und der Rudolf-Maschke-Platz erfährt zugleich eine Belebung“, ist sich Jörg Gompper sicher.

Entstehen wird ein völlig neues Dialog- und Service-Center (DSC), das persönliche Nähe und moderne Wege zusammenbringt. Hier haben die Kunden einen persönlichen Ansprechpartner. Allgemeine Bankgeschäfte rund ums Konto, Geldanlagen, Kartengeschäfte und mehr können direkt in der „Service-Welt“ getätigt werden. Diese schließt sich der SB-Welt mit Geldautomaten für Ein- und Auszahlungen rund um die Uhr direkt im neuen Haupteingangsbereich an.

Umfassender eigener Service

Fragen zu Mobile- und Online-Banking werden in der „Service-Welt“ sofort beantwortet und ein Termin mit einem Spezialisten vor Ort vereinbart. „Egal, welche Generation ich anspreche, bei allen ist der persönliche Kontakt entscheidend“, weiß Stefan Kern. „Der persönliche Kontakt bleibt unsere DNA, aber in der neuen Omnikanal Kommunikation – persönlicher Kontakt auf allen Kanälen.“

„ Persönlicher Kontakt werde unterschiedlich verstanden“, weiß auch Jörg Gompper. Die Mitarbeiter werden für die Kunden keine Überweisungsformulare ausfüllen und diese stempeln. Es wird neben den neuen Ein- und Auszahlautomaten weiterhin eine Kasse geben.

Das bisherige Team, das noch mit ein bis zwei Mitarbeitern erweitert wird, wird auch in Zukunft für die Kunden als Ansprechpartner da sein – persönlich, digital oder per Telefon. „Wir haben kein klassisches Callcenter – wir stemmen alles mit eigenen Mitarbeitern.“

Damit die Kunden während der Umbauphase alle ihre Bankgeschäfte erledigen können, wird aktuell ein Servicecontainer aufgebaut. Der Umzug findet am Freitag, 24. April statt. An diesem Tag bleibt die Hauptstelle geschlossen. Die Filialen am Theresienplatz und in Schura haben aber geöffnet.

Service-Container geht am 27. April in Betrieb

Der Betrieb im Service-Container am Rudolf-Maschke-Platz beginnt am Montag, 27. April. Rund sechs Service- und Anlageberater werden für die Kunden da sein. Die Bargeldkasse befindet sich bis Ende des Jahres am Theresienplatz. Im Servicecontainer wurden zwei Ein- und Auszahlungsautomaten installiert. Zum Jahreswechsel 2026/27 sollen die Arbeiten an der neuen Kundenhalle abgeschlossen sein. Eine offizielle Einweihung mit Kunstausstellung ist für das Frühjahr 2027 geplant.

„Wir nehmen Geld in die Hand, um uns zukunftsfähig zu machen, aber wir können es uns auch leisten“, betont Stefan Kern und Jörg Gompper ergänzt hierzu: „Wir können aus dem Ergebnis 2025 etwas auf die Seite legen und der Ausblick auf 2026 schaut sehr gut aus.“

Neben den eigentlichen Aufgaben eines Geldinstituts widmet sich die Volksbank Trossingen auch wichtigen gesellschaftlichen Bereichen. So wurden im Geschäftsjahr 2025 27 800 Euro Spenden und Sponsoring an Institutionen und Vereine in der Region weitergegeben.

Sehr gut besucht seien seit Jahren die Vis-à-Vis-Veranstaltungen im Würfelsaal in Kooperation mit der Hochschule, die auch vier Mal im Jahr 2026 weitergeführt werden. Ebenso der Malwettbewerb „Jugend Creativ“ mit den Grundschulen, und der Fotowettbewerb mit der Hochschule für Musik, das traditionelle Schülerfußballturnier in Zusammenarbeit mit der Spielvereinigung Trossingen sowie die Ausbildungsmesse Metro mit dem Gewerbeverein. Neu in 2026 waren bereits Mutmacher-Seminare am Gymnasium und an der Löhrschule.

Veranstaltungen 2026

Es folgen am 7. Mai die Würfelperspektiven „Vermögen über Generationen hinweg regeln“, und am 17. Juni eine Lesung mit Isabella Barthoff. Am 25. Juni übergibt die Volksbank das VR-Mobil an die Diakonie Trossingen und übernimmt für drei Jahre die Kosten für das Pflegemobil. Generalversammlung Am Mittwoch, 24. Juni, findet die Generalversammlung im Konzerthaus statt. Als Gastreferent konnte Pater Anselm Grün gewonnen werden. Er referiert zum Thema „Für was brennst du?“ Neu in diesem Jahr – die Veranstaltung findet für alle Interessierten statt, nicht nur wie bisher für die Mitglieder der Volksbank Trossingen.

Volksbank in Zahlen

Wachstum
„Wir sind eine kleine Genossenschaftsbank, vom Wachstum her aber überdurchschnittlich“, sagt Stefan Kern. So konnte die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2025 um 3,7 Prozent auf 337,558 Millionen Euro gesteigert werden. Das Kundenkreditgeschäft sei mit einem Plus von 6,6 Prozent sehr gut gewachsen, die Kundeneinlagen liegen mit einem Plus von 6,8 Prozent deutlich über dem anderer bundesweiter Genobanken (3,7 Prozent).

Depotbestand
Bei den Kunden-Depotbeständen sei eine positive Tendenz mit einem Plus von 5,2 Prozent zu verzeichnen. „Auch in schwierigen Rahmenbedingungen bleiben die Kunden bei uns und schätzen unsere Dienstleistungen.“

Zinsüberschuss
Sehr zufrieden zeigen sich die Vorstände mit dem Zinsüberschuss, der 33 Prozent über dem Vorjahr liegt. Kern: „Das ist der beste Überschuss der letzten 15 Jahre.“

Betriebsergebnis
Eine Steigerung von 88 Prozent gegenüber 2024 zeige das Betriebsergebnis vor Bewertung. Allerdings zeigt das Bewertungsergebnis ein Minus von 267,6 Prozent. Dies liege daran, dass die Volksbank Trossingen aus taktischen Gründen Wertpapiere verkauft habe, um die Eigenmittelquote zu entlasten. „Es steckt also kein kriselnder Kunde dahinter, sondern eine bilanzpolitische Entscheidung.“

Ausschüttung
Für die Mitglieder werden Vorstand und Aufsichtsrat in der Generalversammlung am 24. Juni wie in den vergangenen Jahren eine Ausschüttung in Höhe von drei Prozent, rund 650 000 Euro, vorschlagen, der Rest werde dem Eigenkapital zugeführt.