Sebastian Steiner (von links), Martin Heinzmann und Oliver Broghammer stellten das neue Angebot vor. Foto: Springmann

Die Volksbank Mittlerer Schwarzwald unterstützt ihre Kunden ab Oktober bei der Verwahrung und Co. von Bitcoin mit Know-how.

Kryptowährungen, digitale Wallets und Blockchains – mit diesen Themen beschäftigt sich die Volksbank Mittlerer Schwarzwald derzeit. Das Projekt haben das Vorstandsduo Martin Heinzmann und Oliver Broghammer sowie der Projektverantworliche Sebastian Steiner am Donnerstag vorgestellt.

 

Warum beschäftigt sich die Bank überhaupt mit dem Thema?

Gespräche im Bekannten- und Familienkreis hätten gezeigt, dass das Thema durchaus interessant ist, führte Vorstandsvorsitzender Martin Heinzmann ins Thema ein. Für die Volksbank Mittlerer Schwarzwald habe eine Projektarbeit von Sebastian Steiner den Ausschlag gegeben, das Thema angehen zu wollen. Ein Blick auf die Statistik zeige: Rund 40 Prozent der 18- bis 24-Jährigen traue Kryptowährungen zu, staatliche Transaktionsmittel abzulösen, ein Viertel kann sich vorstellen, zu investieren. Warum viele nicht investieren, habe vor allem mit fehlenden Vertrauen und Informationen zu tun, erklärte Steiner.

Warum kommt das Thema jetzt?

Das Thema sei natürlich kein neues, so Vorstand Oliver Broghammer. Aber eines, mit dem sich die Banken in Zukunft beschäftigen müssten. Aus der Projektarbeit von Steiner seien für das Haus Handlungsempfehlungen für das Haus abgeleitet worden, im September 2022 sei dann im Vorstand beschlossen worden, sich dem Thema anzunehmen. das Ganze habe ein Jahr intensiver Vorbereitung gebraucht – unter anderem wurden die Mitarbeiter geschult und „Sprechfähig im Thema Blockchain gemacht“, so Broghammer.

Wie funktioniert das Ganze für die Kunden?

Am Anfang steht bei der Volksbank ein digitales Informationsgespräch. Zudem haben sie die Möglichkeit, über einen Webshop Produkte wie Hardware-Wallets zu kaufen. Diese werden von der Bank direkt vom Händler bezogen und an den Kunden versandt, um etwa das Aufspielen von Schadsoftware auszuschließen, erklärt Steiner. Über eine Handelsplattform können sie dann Bitcoins kaufen und verkaufen – allerdings nur mit einem Konto bei der Bank. Die Kunden verwahren ihre Bitcoins übrigens selbst.

Gibt es dafür im Schwarzwald überhaupt einen Markt?

Klar sei das Thema nicht für jeden Kunden etwas, sind sich alle drei einig. „Aber für die, die wollen, wollen wir da sein“, so Steiner. Auch die Kunden würden das Thema immer öfter ansprechen. „Wir sind überzeugt, dass hier eine Nachfrage vorhanden ist“, so Heinzmann.

Was ist mit anderen Kryptowährungen?

Bitcoin sei die Währung, die es am längsten gebe, erklärt Steiner. Als kleine Bank im Schwarzwald müsse man irgendwo starten – und in Bitcoin bestehe das größte Vertrauen. „Bis jetzt hat uns keine andere Kryptowährung so überzeugt, dass wir sie unseren Kunden anbieten würden“, so Steiner. Was aber nicht heiße, dass das für die Zukunft ausgeschlossen ist.