Bei der Mitgliederveranstaltung (von links): die Vorstände Jürgen Frey, Tobias Burkhardt und Stefan Waidelich sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Eberhard Müll. Foto: Monika Braun

Die erste Mitgliederversammlung der Volksbank eG im Kreis Freudenstadt nach der Corona-Pause und der Verschmelzung der Banken stieß auf großes Interesse. Dafür gab es zwei Termine: einen in Baiersbronn, am Tag darauf einen in Horb.

Rund 650 Gäste waren in die Schwarzwaldhalle nach Baiersbronn gekommen, um die aktuellen Zahlen und Fakten rund um die Genossenschaftsbank zu erfahren. Diesmal in einer neuen Form, gab es zunächst die Vorträge, bevor im Foyer der Schwarzwaldhalle bei Getränken und Fingerfood der Abschluss stattfand.

 

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Diplom-Meteorologe Karsten Schwanke, der die Hintergründe der Klimakrise beleuchtete. Zunächst begrüßte Vorstand Stefan Waidelich die Gäste und freute sich über den guten Besuch.

Bürgermeister Michael Ruf ging auf die Herausforderungen der heutigen Zeit ein und sprach in Bezug auf die Fusion der beiden Banken, der Volksbanken Horb/Freudenstadt sowie Baiersbronn Murgtal, von einem starken Partner. „In diesen turbulenten Zeiten brauchen wir starke Partner, ein regionales Kreditinstitut hat viele Vorteile“, so Ruf.

Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro

Aufsichtsratsvorsitzender Eberhard Müll informierte über die Beschlüsse der Vertreterversammlung vom Juli dieses Jahres und ging auf die Zahlen ein. Für 2022 konnte ein Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet werden, davon wurden 800 000 Euro über die Einstellung in Ergebnisrücklagen dem Eigenkapital zugeführt. „Vom Bilanzgewinn in Höhe von 1,683 Millionen Euro wurde knapp ein Viertel in Höhe von einer 2,5-prozentigen Dividende, insgesamt 382 179 Euro, an die Mitglieder ausgeschüttet“, so Müll. Der weitere Gewinn in Höhe von 1,3 Millionen Euro sei für die Stärkung des Eigenkapitals verwendet worden. „Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Bank 2022 eine solide Ergebnissituation aufweist und über eine stabile Eigenkapitalausstattung verfügt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

In den Berichten der drei Vorstände ging zunächst Tobias Burkhardt auf die Zahlen ein. Die Volksbank im Kreis Freudenstadt habe aktuell rund 21 800 Mitglieder. Trotz etwa 400 neuer Mitglieder im laufenden Jahr sei die Mitgliederzahl insgesamt leicht gesunken. Kredite in Höhe von 800 Millionen Euro konnten an die Kunden vergeben werden, allerdings rechne man für das kommende Jahr mit einem geringeren Wachstum des Kreditvolumens.

Ein Anstieg bei den Kundeneinlagen auf rund 1,1 Milliarden Euro sei aus seiner Sicht ein durchaus stolzer Betrag. Burkhardt stellte in Aussicht, die Dividende für das laufende Jahr anzuheben, Ziel sei eine drei vor dem Komma.

Sicherungsmaßnahmen nach Sprengung verstärkt

Jürgen Frey beleuchtete die bankeigenen Bauvorhaben und erklärte die technischen Neuerungen. „Die neue Banking-App ist mittlerweile am Markt etabliert und eine bequeme Möglichkeit für unsere Kunden, die Bankdienstleistungen zu nutzen“, so Frey. Aufgrund der Sprengung des Geldautomaten in Empfingen seien die Sicherungsmaßnahmen in allen Filialen weiter verstärkt worden.

Stefan Waidelich ging auf die Mitgliedschaft bei den Genossenschaftsbanken ein und warb für die Vorteile unter anderem durch Partnerunternehmen. „Als Genossenschaftsbank sind wir mit der Region verwurzelt“, so Waidelich. „Insgesamt flossen 145 200 Euro an Spenden in die Region“, so der Vorstand. Auch in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels sei die Bank ein attraktiver Arbeitgeber.

Klimawandel als großes Thema

Mit Blick auf den Gastredner betonte Waidelich, dass auch der Bank daran gelegen sei, ihre Kunden bei dem Thema energetische Sanierung zu unterstützen. „Der Klimawandel wird unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen“, so Waidelich, der Karsten Schwanke, einen renommierten Experten auf diesem Gebiet, auf der Bühne begrüßte.

Zum zweiten Abend in Horb in der Hohenberghalle waren rund 700 Gäste gekommen.