Klein und nicht sehr auffällig, aber ein stimmgewaltiger Sänger ist die Nachtigall. Foto: Artur Segadlo

Einen seltenen Ohrenschmaus kann man derzeit erleben, wenn man sich nachts ab etwa 23 Uhr beim Sportplatz in Stetten hinsetzt und in Ruhe wartet.

So ungefähr um diese Uhrzeit beginnt eine Nachtigall mit ihrem Gesang, der von laut schmetternden Tönen über sanft melodische Flötentöne bis hin zu schmachtendem Schluchzen eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Motive umfasst.

 

Die Playlist hat eine beachtliche Länge

Wissenschaftler haben ermittelt, dass die fleißigen Sänger bis zu 260 verschiedene Motive in ihrem Repertoire haben können. Und wenn man genügend Zeit mitbringt, kann man das Spektakel die ganze Nacht über genießen. Erst in den frühen Morgenstunden packt der ausdauernde Sänger sein Instrument wieder zusammen.

Das Männchen will eine Weibchen anlocken

Herbert Fuchs vom NABUHaigerloch/Rangendingen berichtet dazu: „Man kann davon ausgehen, dass es sich um ein unverpaartes Männchen handelt, das darauf hofft, dass ein Weibchen auf dem Rückflug aus dem Winterquartier den Gesang angenehm empfindet und dann hier hängen bleibt. Sobald das geschehen ist und die Dame das Angebot annimmt, verstummt der nächtliche Gesang.“

Nachtigall ein seltener Brutvogel

Erst ab Mitte Mai könne es dann sein, dass neue Gesänge wieder aus dem Gebüsch zu vernehmen seien – dann aber eher am frühen Morgen und in den Nachmittags- und Abendstunden.

Ob es aber überhaupt zur Brut kommt, ist laut Herbert Fuchs noch völlig offen, denn im Raum Haigerloch und Rangendingen ist seinem Wissensstand zufolge die Nachtigall nicht als regelmäßiger Brutvogel bekannt.