Dieser Turmfalke ist bei der Vogelzählung des Nabu auf einer Baumspitze in Harthausen beobachtet worden. Foto: Gauggel

Welche Vögel leben in welcher Zahl im Zollernalbkreis? Der Naturschutzbund (Nabu) hatte unlängst zur Zählung aufgerufen.

Zollernalbkreis - Bei der großen Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" des Nabu haben sich im Zollernalbkreis auch in diesem Jahr wieder viele Vogelfreunde beteiligt und die innerhalb einer Stunde beobachteten Piepmätze an den Nabu nach Berlin gemeldet.

Die bundesweite Vogelzählung, die vom Nabu in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) bereits zum zwölften Mal durchgeführt wurde, gibt den Ornithologen wichtige Aufschlüsse über die Bestandsentwicklung und die Verbreitung der verschiedenen Vogelarten. Aus allen Teilen Deutschlands wurden von etwa 175 000 Vogelfreunden mehr als 4,2 Millionen Vögel gemeldet.

Kohl- und Blaumeise sowie Amsel und Feldsperling folgen

Die Spitzenplätze bei dieser Zählung belegten auch in diesem Jahr der Haussperling, gefolgt von Kohl- und Blaumeise sowie der Amsel und dem Feldsperling auf Platz fünf. Diese Arten standen – was die Häufigkeit der gemeldeten Beobachtungen aus dem Zollernalbkreis anbelangt – lediglich in leicht abgewandelter Reihenfolge auch hier an der Spitze der diesjährigen Zählergebnisse.

371 Menschen im Zollernalbkreis zählen an 274 Plätzen

371 Vogelfreunde aus dem Kreis haben sich aktiv an dieser großen Mitmachaktion beteligt und aus 274 Gärten, vom Balkon, der Terrasse oder aus einem Park 10 552 Vögel gemeldet. Erfreulich war die Zunahme bei den Kohl- und Blaumeisen, die gegenüber dem Vorjahr um gut ein Drittel häufiger gesichtet wurden. Auffällig ist auch das Ergebnis beim Eichelhäher auf Platz elf sowie beim Buntspecht, der im Zollernalbkreis auf den zwölften Rang gelangte. Beide Arten leben eigentlich im Wald und weniger im Siedlungsbereich.

Dass sie in diesem Jahr viel häufiger als in den vergangenen Jahren in den Gärten beobachtet wurden, könnte, so die Einschätzung des Nabu, damit zusammenhängen, dass viele Waldbäume und Sträucher im vergangenen Herbst deutlich weniger Samen, Nüsse, Eicheln oder Bucheckern ausgebildet haben und deshalb waldbewohnende Vogelarten häufiger die Futterstellen in den Gärten aufgesucht haben.

Weniger Turmfalken

Klar rückläufig dagegen ist der Bestand bei den Wacholderdrosseln im Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr, als diese eigentlich gut verbreitete Drossel noch auf dem 14. Platz stand, fiel sie bei der diesjährigen Erhebung mit nur 79 Sichtungen auf den 22. Rang zurück, was einen Rückgang um mehr als die Hälfte binnen eines Jahres bedeutet.

Auch bei den Turmfalken ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen: Wurden vor einem Jahr noch 31 dieser Falken im Zollernalblkreis beobachtet, wurden bei der jüngsten Zählung des Nabu nur noch 14 Turmfalken gemeldet.