Die Vogelvoliere im Schopfheimer Stadtpark Foto: Anja Bertsch

Die Schopfheimer Vogelfreunde müssen für ihren Pachtvertrag ein Betriebskonzept für die Voliere im Stadtpark vorlegen. Heinz Bernauer will das umgitterte Haus generalsanieren.

Heinz Bernauer hat sich im Bauausschuss für den Erhalt der Voliere im Stadtpark ausgesprochen. „Wir wollen sie renovieren und Leben in sie reinbringen“, sagte er im Ausschuss, der sich am Montag zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr traf. Später sprach er von einer Generalsanierung, bei der das Dach aber drauf bleibe. „Die Renovierung kostet der Stadt keinen Cent“, betonte er. Die in der Verwaltungsvorlage genannten Stromkosten von 2500 Euro hält er nicht für realistisch. Die Stromkosten seien geringer. Bernauer steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit einem Kanarienvogelexperten und dem Vogelpark Steinen, die ihn hinsichtlich der Vogelhaltung beraten. In der Voliere sollen laut ihm ausschließlich kleine Vögel wie Kanarienvögel und Wellensittiche untergebracht werden. Es solle so werden, „wie es früher war.“ Die Vogelfreunde wollen, sagte Bernauer, dass die Variante 3 zur Umsetzung kommt, mit Variante 2 könnten sie auch leben.

 

„Bereicherung für Park“

Variante 3 sieht den Erhalt der Voliere vor und eine Verpachtung an die Bürgerinitiative, die die Vogelstätte erhalten will. Thomas Kuri (CDU) plädierte ebenfalls für die Umsetzung der Variante 3 und nannte die Voliere eine „Bereicherung des Stadtparks“. Er rechnet nicht damit, dass das Vogelhaus über 8000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. „Wir werden deutlich drunter kommen.“ Thomas Gsell (SPD) berichtete davon, dass die SPD-Fraktion unterschiedlicher Meinung sei. Er findet, dass es „Charme“ habe, wenn die Voliere hergerichtet werde. Sebastian Johannsen, Raitbachs Ortsvorsteher und Tierfutterexperte, schlug vor, dass Tiere, die beim Tierschutz landen, in die Voliere aufgenommen werden sollten. Die Stadtverwaltung solle regelmäßig Berichte von den Tierärzten über den Zustand der im Käfig gehaltenen Piepmätze erhalten. Das Vogelhaus soll etwas vom Grün abrücken, damit die Tiere weniger Stress haben. Er sprach sich dafür aus, nicht über die Varianten abzustimmen. Ihm fehlen Angaben etwa zu den Voliere-Betreibern und den Fachkenntnissen zur Vogelhaltung. Auch Kai Horschig ist hin- und hergerissen. Einerseits stelle sich ihm die Frage, ob man Vögel zur Schau stellen solle, die nicht aus unseren Breiten kommen, andererseits sehe er das bürgerschaftliche Engagement.

Rollstuhlkarussell

Die Stadtverwaltung hätte es lieber gesehen, wenn die Vogelvoliere weg käme und an seiner Stelle ein Rollstuhlkarussel errichtet werde. Thomas Schmitz zweifelt an, ob es noch zeitgemäß ist, Vögel in einer Voliere im Stadtpark zu präsentieren. Gleichzeitig hieß er das bürgerschaftliche Engagement gut. Alle Gemeinderäte stimmten nach der Diskussion dafür Variante 3 weiterzuverfolgen. Zum Beschluss über den Pachtvertrag muss allerdings ein Betriebskonzept für das Vogelhaus vorgelegt werden. Für das Karussell wird ein alternativer Standort gesucht. Schmitz sagte, dass Rollstuhlkarussel, für das der Rotary Club eine Spende gemacht hat, werde die Stadt nicht im Stadtpark unterbringen. Das Spielgerät brauche einen großen Fallraum und einen Tartanbelag und „viel Platz drumherum“.