Das diesjährige nasskalte Wetter hat für einen Teil der jungen Störche in Bad Dürrheim und den Ortsteilen tragische Folgen.
In Bad Dürrheim und den Ortsteilen zeigt sich die Situation ganz unterschiedlich, einige Weißküken sind in ihren Nestern erfroren.
Die Storcheneltern haben sie aus diesem Grund aus dem Nest geworfen, um das Überleben der Gesunden zu sichern, wissen die Fachleute. Schon das Brutjahr 2016 gehörte zu einem der schlechtesten.
Ein Jahr zuvor war es ebenfalls schwer, den Nachwuchs durchzubringen, weil die Störche mit der Trockenheit zu kämpfen hatten und weniger Futter für ihren Nachwuchs fanden.
Bad Dürrheim „Die zwei kleinen Störche haben den Regen gut überstanden“, freut sich die Bad Dürrheimerin Ruth Rebholz über die kleinen Storchenküken auf dem Dach der Zehntscheuer in Bad Dürrheim. Dieses Nest mit einem Unterbau aus verzinktem Stahlrohr hatte die Familie Rebholz vor sieben Jahren ganz nach dem Wunsch des verstorbenen Familienvaters Guido Rebholz auf dem Dach platziert.
Sunthausen In Sunthausen führt eine Anwohnerin über das Storchenleben im gegenüberliegenden Nest schon seit vielen Jahren Tagebuch. Um den 10. Mai waren die Nachttemperaturen so niedrig. Dabei ist ihr aufgefallen, dass am 11. Mai beide Altstörche das Nest verlassen haben. „Und das ist immer ein schlechtes Zeichen.“ Am darauffolgenden Wochenende hielten die Storcheneltern Abstand vom Nest. Nachdem sie ein totes Küken gesehen hatte, machte sie am 12. Mai ein Kreuz in ihren Kalender, erzählt sie traurig.
Zu kalt und zu nass
Zu dem Zeitpunkt war es die Kälte, mit Nachttemperaturen wenige Grad über Null. Die Frau ist aber auch überzeugt, dass es in der dritten Maiwoche auf Grund des Dauerregens kein Überleben gegeben hätte. Die Störche hätten sich dann immer mal wieder gepaart, und saßen auf dem Nest.
Nichts trocknet mehr
Sie betrauert auch den zweiten jungen Storch, der in Nähe der Kötach lag. Die Altvögel schützen ihre Brut im verdichteten nassen Nest. Bei den extremen Regenfällen trocknet nichts mehr und so sind ihren Beobachtungen nach die weißen Federn jetzt dunkelbraun, als wären die Tiere im Morast gewesen. Ihr wäre es deshalb lieb, wenn Naturschützer das verdichtete Material aus dem Nest entfernen und trockenes Material einbringen.
Unterbaldingen In Unterbaldingens Storchennest hoch über der Föhrenstraße auf einem Strommasten beobachten die Anwohner seit elf Jahren jedes Frühjahr mit Freude das Aufwachsen der Jungen. In diesem Jahr sind es drei. Sie sind quicklebendig, schauen übers Nest und üben mit dem Schlagen der Flügel schon ihre ersten Flugversuche. 40 Jahre hatte es bis 2013 kein Nest gegeben. Die Renaturierung der Kötach vor einigen Jahren hatte somit gefruchtet, zeigt man sich überzeugt.
Biesingen Aus dem Biesinger Nest hat der Storchenbeauftragte Manfred Bartler am letzten Samstag ein totes Küken geholt. Zwei haben dort unter dem Schutz ihrer Eltern in der Nähe der Mühlenstraße bisher das diesjährige Wetter überlebt.
Sonstige „In Öfingen gibt es kein Storchennest“, berichtet die Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser auf Anfrage. Wenn die Felder abgemäht sind, seien aber bis zu 20 Störche zu sehen.
Mitte August wird dann in der Region wieder zu beobachten sein, wie sich die Weißstörche auf den abgeernteten Feldern mit Mäusen, Käfern und Würmern die Stärkung für den langen Flug in den Süden zum Überwintern holen.