Yara Asmar beim Weltrekordversuch, der das Abspielen eines etwa 50 Meter langen Lochbands per Spieluhr beinhaltete. Foto: Stephan Hübner

Höhepunkt des Vogelklang-Soundcamps des Kunstvereins Global Forest beim Zeltplatz Stöcklewald war der von Yara Asmar mit einer etwa 50 Meter langen Rolle aus Lochpapier mit dem libanesischen Wiegenlied „Yala Tnam“ gestartete Weltrekordversuch.

Viel Abwechslung bot das Vogelklang-Soundcamp, das der Kunstverein Global Forest beim Zeltlagerplatz Stöcklewald abhielt. Es gab zum Beispiel Workshops mit Uwe Schüler und Ralf Schreiber zum Bau von Solarvögeln oder mit Angela Hackbarth zu „Malt euren Lieblingsvogel“, dessen bester 2024 offizielle Tassen zieren wird. Dazu kamen Vorträge, unter anderem von Dan Stowell zur Tierlauterkennung per künstlicher Intelligenz mit der Erkenntnis, dass Vögel es vermeiden, sich gegenseitig ins Wort zu fallen.

Steven Urquhart sprach über sein Projekt, Gefängnisinsassen Vogellaute vorzuspielen und deren Reaktion aufzunehmen. Auch hielt er einen Workshop, bei dem Besucher aus Vogelstimmen und anderen Geräuschen Lieder komponierten. Achim Zepezauer spielte Lieder ab, in denen Tierlaute genutzt wurden.

Studenten der HFU Furtwangen und der Hochschule Trier bauten Vogelhäuser, die live Vogelgesang aus Ländern wie Japan, Finnland oder Island übertrugen und vom Design her diesen Regionen nachempfunden waren.

Wichtiger Teil des Soundcamps waren Performances von Künstlern

Neue, auch ungewöhnliche Ideen gefragt waren beim Max Planck-Institut, das nach Hilfsmitteln für die Kommunikation mit Tieren suchte. Moderne Technik zum Einsatz kam beim WaldWandelPfad von Alicia Cataldo aus Augsburg. Per Augmented Reality konnten Besucher in Bäumen der Umgegend Waldwichtel entdecken, die zum Beispiel Photosynthese oder die Kommunikation zwischen Bäumen und Pilzen erklärten.

Wichtiger Teil Performances von Künstlern

Wichtiger Teil des Soundcamps waren Performances von Künstlern. So behandelte zum Beispiel „Rectangular Ox“ die Erforschung der Kommunikation zwischen Tierarten und der Entwicklung von opernsingenden Tierrobotern. Sophie Innmann hatte sich mit dem Thema „Heimat“ beschäftigt, dazu das Pfeifen der einheimischen Bevölkerung aufgenommen. Das erklang dann aus in Bäumen aufgehängten Vogelhäusern.

Foto: Stephan Hübner

Yara Asmar aus dem Libanon zeigte nicht nur eine sich langsam zersetzende Bandschleifeninstallation von Vogelstimmen, sondern auch aus Schwarzwälder Naturmaterialien gefertigte Puppen samt deren Mythologie. Höhepunkt war ihr Weltrekordversuch, eine etwa 50 Meter lange Rolle aus Lochpapier mit dem libanesischen Wiegenlied „Yala Tnam“ auf einer Lochstreifen-Spieluhr abzuspielen. Bezeugt wurde dieser von Architektin Isa Schleicher, Matthias Kreutzer, dem Leiter des Amts für Digitalisierung am Landratsamt, Günter Reznicek, dem Auerhahnbeauftragen des ornitologischen Instituts Deutschland, Simon Rosenfelder vom Max-Planck-Institut und Wolfang Winckler vom Phonomuseum. Wird der Rekord anerkannt, könnte St. Georgen schon bald im Guinness Buch der Rekorde stehen.

Vegane und vegetarische Verpflegung kommt gut an

Gut kam laut Wolf die vegane und vegetarische Verpflegung an, von der am Samstag 120 Gerichte ausgegeben wurden. Bei der Fledermaus-Wanderung mit Künstlerin Rym Nouioua, bei der es um das Aufspüren der Tiere mittels akustischer Signale ging, waren 50 Leute dabei, beim Soundcamp insgesamt mindestens 400.