Der Kornbühl bei Salmendingen ist ein Hotsport für viele Vogelarten. Foto: Bosch

Alljährlich ziehen tausende von Vögeln am Kornbühl vorbei über das Heufeld nach Süden in ihre Winterquartiere. Hierbei ist die Erhebung des markanten Kornbühl ein hervorragender Punkt um diesen Vogelzug zu beobachten. Seit Jahrzehnten ist es für Roland Bosch von der IGNUK ein Muss mindestens einmal jährlich, meist aber öfter und vor allem im Herbst dieses Vogelzuggeschehen zu beobachten.

Burladingen-Salmendingen - Eine regelmäßige Zugvogel Planbeobachtung, wie sie zum Beispiel am Randecker Maar durchgeführt wird, findet hier jedoch nicht statt, heißt es in einer Pressemitteilung der IGNUK (Interessengemeinschaft für Naturkunde und Umweltschutz Killertal e.V.) Jeden Herbst, wenn die Zugvögel nach Süden ziehen, treffen sie auf die mehrere hundert Meter über das Albvorland hochragende Nordwand der Schwäbischen Alb. Hierbei hat der Taltrichter zwischen Filsenberg und Farrenberg bei Mössingen eine Leitfunktion und führt die Vogelschwärme über Talheim zur Albhochfläche beim Kornbühl.

Wundervolles und spannendes Naturschauspiel

Ein Beobachtungspunkt an der Südseite des Kornbühl, bietet dem Vogelbeobachter ein wundervolles und spannendes Naturschauspiel. Sehr schön ist dann der bodennahe Vogelzug von verschiedenen Vogelarten zu beobachten. Manche Arten wie die verschiedenen Meisen- und Finkenarten ziehen dann von Baum- und Strauchgruppen zur nächsten um wieder Nahrung aufzunehmen bevor sie weiterziehen. Hausrotschwänze, Drosseln und Goldammern halten sich auch manchmal länger hier auf.

Andere Arten wie Lerchen, Pieper, Bluthänflinge oder auch Stare ziehen am Kornbühl vorbei und rasten dann auf den großflächigen Ackerfeldern um hier nach Nahrung zu suchen, auch Rauch- und Mehlschwalben sind in großer Zahl hier unterwegs. Steinschmätzer sind auf den Blühäckern zu beobachten und der Raubwürger ist oft bis zum Wintereinbruch anwesend. Das Artenspektrum der Klein-und Singvögel ist natürlich noch viel größer.

Ein Magnet auch für Greifvögel

Ein Magnet ist der Kornbühl auch für die Greifvögel welche hier regelmäßig durchziehen und auch längere Zeit hier auf der Nahrungssuche zu beobachten sind. Rotmilane sind das ganze Jahr über auf dem Heufeld zu beobachten, im Herbst finden sich manchmal Dutzende am Schlafplatz bei den Bühlbergen zusammen. Ab Oktober gesellen sich dann auch Rohrweihen und die seltenen Kornweihen zu den zahlreich eingetroffenen Mäusebussarden und Turmfalken dazu. Neben der Vielzahl an Singvögel und Greifvögeln sind auch Limikolen, also Feuchtgebietsbewohner, auf ihrem Zug in den Süden hier zu beobachten.

Neben Kiebitz, Tüpfelsumpfhuhn oder Grünschenkel wurde auch schon, der in Deutschland ausgestorbene Mornellregenpfeifer, beobachtet. Neben diesen genannten besonderen Beobachtungen, ist es ein ganz beglückendes Erlebnis, wenn man die herrlichen, großen Kraniche vorbei ziehen sieht. Meist wird man sie zuerst hören bevor sie gesichtet werden, denn sie fliegen oft in sehr großer Höhe, aber ihr trompetenartiger Ruf kündigt sie schon von weitem an. Trupps von bis zu 150 Exemplare wurden schon beobachtet, ihre Zugrichtung ist dann eher von Nordost nach Westen gerichtet.

Im Oktober eine fachkundige Exkursion

Dabei sind die genannten Vogelarten und Vogelgruppen nicht vollständig, sie sollen nur in etwa die Bedeutung des Heufeldes um den Kornbühl für den Vogelzug darstellen. Um dieses Zuggeschehen auf dem Heufeld rund um den Kornbühl allen Naturfreunden näher zu bringen, wird die IGNUK in diesem Jahr eine Zugvogelexkursion im Oktober anbieten, welche von einem fachkundigen Experten geleitet wird.

Neben der besonderen Bedeutung des Heufeldes zwischen Köhlberg, Dreifürstenstein und Kornbühl, für den jährlichen Herbstzug der heimischen Vögel, bietet es aber auch noch wenigen Vogelarten einen guten Ganzjahres Lebensraum. Auch hier wurde die landwirtschaftliche Nutzung in den letzten Jahrzehnten deutlich intensiviert und umgewandelt. Dadurch hat ein erheblicher Verlust an Vogelarten und Individuenzahlen stattgefunden. Das Rebhuhn und Braunkehlchen sind hier schon seit vielen Jahren verschwunden, den Ruf der Wachtel hört man nur noch an einigen wenigen Plätzen, eine einst in großer dichte vorkommende Vogelart droht auch hier zu verstummen.

Auch die Feldlerche hat deutliche Bestandseinbußen in den letzten Jahrzehnten erlitten, dennoch ist sie hier noch weit verbreitet mit einer nur noch selten zu findenden Bestandsdichte. Die Feldlerche wird in der Roten Liste Deutschland als gefährdet geführt. In Baden-Württemberg ist ihr Bestand um mehr als die Hälfte zurückgegangen. In Anbetracht dieser dramatischen negativen Entwicklung, kommt dem Heufeld eine besondere Bedeutung als Lebensraum für die Feldlerche zu. Alle Vogel- und Naturliebhaber hoffen aber, dass ihr Gesang noch lange hier zu hören sein wird.