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Vöhringen Vöhringer Wald wird zum Zuschussgeschäft

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Borkenkäfer sorgen auch 2019 für massive Probleme im Forst. Symbolfoto: Hiekel Foto: Schwarzwälder Bote

Vöhringen. Erstmals stellte nicht mehr der inzwischen pensionierte Norbert Utzler, sondern Frauke Kleemann den Forstbetriebsplan für das nächste Jahr im Gemeinderat vor. Sie ist am Forstamt im Landkreis Rottweil zuständig für die Gebietsleitung Schwarzwald-Neckar. Gemeinsam mit dem Vöhringer Forstrevierleiter Philipp Hirschenauer erläuterte sie das Zahlenwerk und die aktuelle Lage.

Der hohe Anteil an zufälliger Nutzung, der Preisverfall durch Käferholz und die steigenden Verwaltungs- und Personalkosten infolge der Forstreform werden trotz der fast gleich bleibenden Einschlagsmenge von 7245 Festmetern laut Plan im nächsten Jahr zu einem Minus von 17 200 Euro führen. Die Aufwendungen steigen auf 474 400 Euro, während die Erträge auf 457 000 Euro sinken.

"Die Witterung treibt uns um", erklärte Kleemann. Die Käferkalamität übersteige alles bisher Dagewesene. "Der Markt im In- und Ausland wird durch Schadholz geflutet, wodurch der Preis einen wahren Absturz erlitten hat", erläuterte sie. Die Sägewerke hätten angefangen, Prämien für Frischholz von gesunden Bäumen zu zahlen. Bei einem nasskalten Frühjahr könnte die Schadholzmenge zwar abnehmen, bei zusätzlichem Sturmholz würden die Preise aber niedrig bleiben.

Laut Hirschenauer wurden 2019 in Vöhringen bislang 5700 der geplanten 7200 Festmeter eingeschlagen, wovon über 80 Prozent aus zufälliger Nutzung durch Borkenkäfer und Trockenheit stammen. Bis Jahresende könnten es bis zu 6200 Festmeter werden. Man sei dabei, Trockenschäden im Buchenbestand aufzuarbeiten. Insgesamt seien 30 Prozent der Aufarbeitung durch die Waldarbeiter erledigt worden, 70 Prozent durch externe Unternehmer. Nachholbedarf bestehe bei der Instandsetzung der Waldwege. In die intensive Bestandspflege fallen auch Nachpflanzungen in den Käferlöchern.

Neuer Revierleiter

Auf personeller Seite wurden Änderungen angekündigt. Philipp Hirschenauer, der erst im April die Leitung des Forstreviers Vöhringen übernommen hat, wechselt zum Jahresbeginn 2020 zur Holzverkaufsstelle des Landkreises. Als neuer Revierleiter für das vergrößerte Forstrevier Vöhringen/Bergfelden stellte sich Johannes Moch aus Altoberndorf vor, der jahrelange Erfahrung als Leiter des Forstreviers Oberndorf-Ost mitbringt. Am Landratsamt wird es künftig nur noch zwei statt drei Gebietsleitungen geben.

Der Anstieg der Verwaltungskosten durch die Forstreform um 47 Prozent auf 85 750 Euro stieß manchen Gemeinderäten sauer auf. Norbert Burkhardt fragte nach Einsparmöglichkeiten. Helmut Maier stellte bezüglich der Reduzierung auf 17 Reviere im Landkreis fest: "Weniger Leute und größere Reviere bedeuten aber nicht die bessere Betreuung, die die Landesregierung versprochen hat. Gibt es einen Fördertopf oder bleiben die Kosten an der Basis hängen?" Kleemann zufolge fließen die Landesmittel hauptsächlich in Förderprogramme und die Schaffung übergeordneter Stellen.

Laut Moch soll mehr Geld in die Forschung und Entwicklung von klimaresistenteren Baumarten wie Libanon- und Atlaszeder oder türkischen Hasel fließen. Hammer warb um Verständnis für die Auswirkungen der Reform. Er sehe den Landkreis als Solidargemeinschaft zur Durchsetzung von gemeinsamen Interessen und sei froh, dass sich die Bürgermeister für eine einheitliche Vorgehensweise entschieden hätten.

Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung (Axel Plocher) den überarbeiteten Verträgen mit dem Forstamt Rottweil zum forstlichen Revierdienst, zur Wirtschaftsführung und zur Übernahme des Holzverkaufs zu. Die Mindestlaufzeit beträgt fünf Jahre ab Januar 2020.

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