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Vöhringen Landwirte suchen den Dialog

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Mit einem Mahnfeuer wollen die heimischen Landwirte auf ihre Probleme aufmerksam machen. Foto: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Weithin sichtbar loderte am Samstagabend ein Mahnfeuer –­ initiiert von den umliegenden Landwirten und der Initiative "Land schafft Verbindung" auf der Anhöhe beim Mühlbachhof in Wittershausen.

Vöhringen-Wittershausen. Zu der Initiative kamen mehr als 50 Menschen bei nasskaltem Wetter auf den Mühlbachhof der Familie Haberer. Das Mahnfeuer richtete sich vor allem an die Verbraucher, um diese zu informieren, wofür die Landwirte aktuell eigentlich zu Tausenden auf die Straße gehen.

Die Feuer sind nicht nur als Symbol gedacht, sondern sollen interessierte Menschen zum Dialog einladen. Im Gespräch wollen die Vertreter der Landwirtschaft sich mit den Besuchern über ihre eigene Situation und die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit austauschen.

Ohne Volksbegehren Lösungen finden

Mit der dafür geschaffenen Plattform "Redet mit uns, nicht über uns" sind sich die heimischen Landwirte sicher, dass man gemeinsam auch ohne Volksbegehren und Agrarpolitik, Lösungen finden werde. Die Aktion richtete sich aber auch gegen die Bundespolitik, vor allem aber gegen Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und gegen ein Volksbegehren. Dabei sollen unter anderem von 2023 an das Düngemittel Glyphosat verboten und Bauern sogenannte Rückzugsflächen für Insekten vorgeschrieben werden.

Das Volksbegehren "Artenschutz – Rettet die Bienen" fordert 50 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2035 und eine Halbierung des mit Pestiziden belasteten Flächenanteils bis 2025. Würden das Agrarpaket und das Volksbegehren pro Biene umgesetzt, wäre aus Sicht des Kreisbauernverbands die Landwirtschaft bedroht. Das neue Agrar-Umweltpaket stelle gerade für kleine, familiengeführte Betriebe ein Problem dar. Diese sind meist nicht in der Lage, die mit hohen zusätzlichen finanziellen Belastungen verbundenen Auflagen, zu erfüllen.

Dabei seien die Landwirte durchaus bereit, sich auf neue Regelungen einzulassen und mehr für den Umweltschutz zu tun. "Uns liegt der Insekten- und Umweltschutz sehr am Herzen, vielleicht mehr als allen anderen. Denn wir sind die Ersten, die Veränderungen mitbekommen", sagte Hofbesitzer Andreas Haberer. Der Pflanzenschutzmitteleinsatz müsse heute schon von den Landwirten genau dokumentiert werden und werde durch das Landwirtschaftsamt streng kontrolliert.

Die Landwirtschaft verwendete die modernste Technik und entwickelt trockenheitsresistente Sorten, wodurch fünf bis zehn Prozent der Aufwandsmenge eingespart würden.

Die moderne Landwirtschaft setze jetzt schon auf einen richtungsweisenden Natur- und Artenschutz und sei gerne bereit, umsetzbare und faire Lösungen diesbezüglich durchzusetzen. "Auf unserem Betrieb säen wir jetzt schon seit Jahren Blühstreifen, bauen durchwachsene Silphie ohne Mineraldünger und Pflanzenschutz an", erklärte Haberer. Für ihn sind strikte Vorgaben in ganz Deutschland nicht der richtige Weg, da die Voraussetzungen, nach Art des Bodens und der Meereshöhe, in Deutschland verschieden seien.

Auflagen erschweren die Produktion

Die Produktion von Nahrungsmitteln in Deutschland werde immer mehr erschwert und mit Produktions- und bürokratischen Auflagen belastet. Gleichzeitig würde dem Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay) die Grenzen geöffnet. "Dort brennt die grüne Lunge unserer Erde, und das Abkommen fungiert als Brandbeschleuniger", ergänzte ein junger Landwirt aus den Reihen.

Das Volksbegehren Artenschutz "Rettet die Bienen" nehme heute schon einen großen Platz bei der täglichen Arbeit der Landwirte ein. Die Landwirtschaft wäre durchaus bereit, bis zum Jahr 2035 50 Prozent der Fläche ökologisch zu bewirtschaften. Für die so produzierten Lebensmittel gebe es aber zumindest momentan keinen Markt, und eine Vielzahl der Betriebe werde in den Ruin treiben, ist die Meinung der Landwirte.

Andreas Haberer ist aber nach dem "großartigen Abend mit guten Gesprächen" auf seinem Hof, dennoch ein wenig enttäuscht. "Leider gab es nur ein Mahnfeuer im ganzen Kreis Rottweil." Erfreulich sei der Besuch aus der Bevölkerung und das Interesse der Kommunalpolitik mit Bürgermeister Stefan Hammer und den Gemeinderätinnen Kornelia Ullmann und Andrea Kopp.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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