Feuerbestattungsanlage in Wittershausen soll auf privater Basis betrieben werden / Baubeginn ist vermutlich 2013
Von Cristina Priotto Vöhringen-Wittershausen. Alles andere als ein 08/15-Bauprojekt ist in Wittershausen vorgesehen: Drei Vöhringer Investoren haben vor, im Gewerbegebiet "Wörth" ab 2013 ein Krematorium zu errichten. Namentlich in Erscheinung treten wollen sie zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht, einer der Beteiligten verriet auf Nachfrage am Donnerstag aber immerhin schon mal einige Einzelheiten.
Mit ihrem Vorschlag zum Bau einer Anlage für Feuerbestattungen in Wittershausen wurden die drei Investoren erstmals vor zirka einem Jahr im Ortschaftsrat vorstellig. Dabei schlugen sie auch einen möglichen Standort vor: Angedacht ist, das Krematorium auf einer freien Fläche hinter einem Bauplatz zwischen dem Vereinsheim der Wittershauser Kleintierzüchter und der Firma Komatsu zu errichten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind aber noch keine näheren Aussagen über die Größe des Gebäudes möglich: "Wegen des Grundstücks stehen wir schon seit einiger Zeit in Verhandlungen", teilt einer der Investoren mit. Bei einem solch außergewöhnlichen Bauprojekt müssen außerdem besonders viele Auflagen beachtet werden.
Bislang ist das Vorhaben im Wittershauser Ortschaftsrat lediglich diskutiert worden, die Verwaltungsgemeinschaft Sulz/Vöhringen hat allerdings bei ihrer Sitzung am 1. Februar die Erweiterung des Gewerbegebiets zum Bau eines Krematoriums in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Im Vöhringer Gemeinderat kam das Projekt bislang aber noch nicht öffentlich zur Sprache.
Bürgermeister Stefan Hammer begrüßt den Bau eines Krematoriums in der Gemeinde jedoch: "Das scheint eine Marktlücke zu sein, zudem nimmt die Anzahl der Feuerbestattungen auch bei uns zu", kommentierte Hammer das Projekt auf Nachfrage. Mögliche Bedenken von Anwohnern versucht der Vöhringer Bürgermeister schon im Vorfeld auszuräumen: "Solche Gebäude sind heute sehr unauffällig, der Antransport der Särge und der Abtransport der Urnen erfolgen in dezenten Fahrzeugen, und die zu erwartenden Emissionswerte sind ebenfalls gering", beruhigt Hammer. Ein Krematorium im Kreis Rottweil würde eine Versorgungslücke schließen, denn die nächsten Feuerbestattungsanlagen befinden sich in Tübingen, Albstadt und Villingen-Schwenningen. Die Vöhringer Investoren schätzen den Einzugsbereich des von ihnen geplanten Krematoriums daher auf einen Umkreis von rund 50 Kilometern. In Deutschland gibt es derzeit rund 130 Feuerbestattungsanlagen, die durch Kommunen oder private Eigentümer betrieben werden. Die geplante Anlage in Wittershausen soll privat betrieben werden.
Bis alle Verhandlungen abgeschlossen sind und das Bauvorhaben im Gemeinderat öffentlich zur Sprache kommen wird, dauert es nach Aussage eines der drei Investoren aber vermutlich noch ein gutes halbes Jahr. Wenn das Projekt Krematorium alle Hürden genommen hat, könnte der Baubeginn im Jahr 2013 sein.