Kleine Forscher des evangelischen Kindergartens Vöhringen erkunden den Mühlbach. Mit dabei beim Projekt der Umweltakademie Baden-Württemberg sind auch der erste Landesbeamte des Landkreises, Hermann Kopp (Bildmitte), Bürgermeister Stefan Hammer (rechts) und Pfarrer Gottfried Kircher (links) sowie die Erzieherinnen. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder-Bote

Umweltakademie bietet "Mit Kindern Bach und Fluss erleben" an / Vöhringer Jungen und Mädchen am Mühlbach

Von Marcella Danner

Vöhringen. Im heimischen Gewässern kreucht und fleucht so allerhand. Die Umweltakademie Baden-Württemberg bietet für die Landkreise das Projekt "Mit Kindern Bach und Fluss erleben" an. Gestern sah sich der Vöhringer Kindergarten am Mühlbach um.

Mit kleine Fangnetzen und Lupengläsern waren die Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens ausgerüstet, um die Tierwelt im Bach zu erkunden. Ihnen zur Seite stand die Biologin Hildtrud Wilhelmi von der Umweltakademie.

"Erst jetzt bei den Überschwemmungen im Land kommt den Menschen das Wasser wieder ins Bewusstsein", sagte Fritz-Gerhard Link, Referent der Landesakademie. Ansonsten fließe es oft einfach nur so an ihnen vorbei. Viele wüssten nicht einmal die Namen der heimischen Gewässer. Dem will die Umweltakademie mit ihrem Projekt, das übrigens aus den Erlösen der "Glücksspirale" finanziert wird, entgegenwirken.

Das Interesse der Kindergärten an der Aktion, die es bereits seit 2004 gibt, sei sehr groß. Im Landkreis Rottweil werden derzeit 15 Einrichtungen besucht, allesamt standen sie vom Vorjahr noch auf der Warteliste. In Vöhringen gab es gestern den offiziellen Pressetermin zum Bachtag. Da stand auch der erste Landesbeamte, Hermann Kopp, mit Gummistiefeln knietief im Mühlbach und freute sich mit den Kindern über die Artenvielfalt im Gewässer.

Vom Strudelwurm bis zur Flussschnecke wurde so manches Getier inspiziert und hernach natürlich wieder in seinen natürlichen Lebensraum zurück entlassen. Pfarrer Gottfried Kircher warf derweil einen interessierten Blick in die Unterlagen, die dem kirchlichen Kindergarten überlassen wurden. Denn ein Bachtag alleine schafft noch kein neues Bewusstsein, das weiß Referent Link.

Mit den Arbeitsmaterialien ausgestattet, können die Erzieherinnen Annika Huß und Gerlinde Bastek nun das frisch erworbene Wissen weiter spielerisch vertiefen und so eine Nachhaltigkeit erreichen.

Bürgermeister Stefan Hammer brach indes eine Lanze für seine Vöhringer. Denn ihnen sei der Mühlbach sehr wohl im Bewusstsein, betonte er. Er sei sogar identifikationsstiftend. Man denke nur an die Mühlbachschule, die Mühlbachhalle oder den Mühlbachpokal. Und für den Feuerwehrkommandanten sei er ein Löschwasserreservoir. Beim Bauhof ist der Naturschutz rund um den Mühlbach alljährlich ein Thema. Denn es wird stets nur eine Bachseite abgemäht, um die Lebensräume für die Kleinsttiere zu erhalten.

Die kleinen Bachbesucher des Kindergartens jedenfalls hatten ihren Spaß und nahmen sicherlich manch neu gewonnene Erkenntnis mit nach Hause.