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Vöhringen Ideenmangel ist kein Argument mehr

Von

Von Bodo Schnekenburger

Vöhringen. Vorschläge gibt es viele, der Ideenpool, den sich die Gemeinde Vöhringen von dem Auftrag städtebaulicher Vorstudien für die Lösung der Hallenproblematik erhofft hat, ist prall gefüllt. Leider aber auch, so musste der Gemeinderat feststellen, das Kostenbuch.

Am Montagabend gab es Information pur. Gut vier Stunden lang erfuhr die Gemeinde zunächst, wie es um die alte Turn- und Festhalle bestellt ist, dann wie eine neue Konzeption aussehen könnte. Und was sich bereits bei Vorstellung der Entwürfe des ersten beauftragten Büros, Zoll aus Stuttgart, abgezeichnet hatte, stand, nachdem SpOrtconcept aus Reutlingen und das Rottweiler Büro ktl ihre Ideen präsentiert hatten, unumstößlich fest: Mit den geplanten Mitteln wird sich das vorgesehene Anforderungsprofil nicht realisieren lassen. Die günstigste Lösung könnte alles in allem rund 6,5 Millionen Euro kosten – zwei Millionen Euro mehr als die Vöhringer in die Hand nehmen wollten.

Der erste Teil des Abends gehörte dem Tragwerksplaner Markus Faltlhauser. Er hat sich die alte Halle angeschaut. Was er am Montag berichtete, illustriert sein schriftliches Gutachten, das der Gemeinderat Mitte September zur Kenntnis genommen hatte. Wesentliche neue Erkenntnisse gab es nicht. Denn dafür müsste man ins Gebäude eingreifen.

Die Nachrichten, die er hatte, sind nicht gut, ganz schlecht allerdings auch nicht. Drei Schwachstellen des Baus sind ausgemacht: Die Pfetten, der ansonsten "sehr schönen" und auch noch erstaunlich intakten Dachkonstruktion sind an der Kapazitätsgrenze. Bei einer Auflastung, um heutige Vorschriften erfüllen zu können, müssten sie verstärkt werden.

Die Deckenbalken des Untergeschosses sind rechnerisch überfordert, über ihren Zustand kann man erst etwas sagen, wenn man sie freigelegt hat. Und dann leidet das Ganze noch unter einem schlechten Baugrund und sparsamer Fundamentierung. Deren Zustand zu ergründen erfordert freilich einen höheren Kosteneinsatz. Gar nicht berücksichtigt wurde in den 1930er-Jahren die Belastbarkeit des Baus bezüglich horizontaler Einwirkung, also etwa durch Wind oder Erdbeben. Während Wind zu vernachlässigen sei, könnte Erdbeben eine Herausforderung werden.

Darauf hatte Wolfgang Teuchert von ktl bei seiner Ideenpräsentation bereits eine Antwort. Alle Büros sind sich einig, dass alte Halle und Baugrund – "der ist überall gleich schlecht" – die größten Risiken des Projekts bergen. Allerdings ist ein Umbau mit Erweiterung zu einer reinen Veranstaltungshalle nicht vollkommen abwegig. Der notwendige Neubau der Nebenräume – "die können wir nicht halten", so Teuchert – und des Bühnenhauses könnte die gegen Erdbebeneinwirkung notwendige Aussteifung des Baus leisten.

Außerdem bietet das Untergeschoss eine Menge Platz, beispielsweise für Umkleidekabinen, Technikräume und anderes mehr. Das müsste man nicht mehr bauen. Würde man der Idee folgen, aus der alten eine Veranstaltungshalle zu machen und ihr eine neue reine zweiteilbare Sporthalle zur Seite zu stellen, bedeutete dies ein gewisses Einsparpotenzial. Folgerichtig ist diese Variante bei allen drei Büros im mittleren Preisbereich. Ein kompletter Neubau zweier Hallen kommt am teuersten, der Neubau einer Mehrzweckhalle ist die günstigste Lösung. Peter Zoll stellte noch eine weitere Variante vor, ein Bau, der zwei Hallen unter einem Dach vereint. Reine Baukosten: etwa 6,2 Millionen Euro. SpOrtconcept hatte Standorte auch in der Talaue bis auf Höhe der Mühlbachschule untersucht. Mal abgesehen vom Baugrund: je weiter weg desto teurer die Erschließung. In jeder Variante plädierte Zoll für einen separaten Gymnastikraum, bei SpOrtconcept und ktl ist er als Mitnutzung des Bühnenraums oder der ganzen Veranstaltungshalle vorgesehen.

Eine Variante knackt die zweistellige Millionenmarke: Der Neubau einer Veranstaltungs- und einer dreiteilbaren Sporthalle schießt die Kosten endgültig in Richtung unerfüllbarer Traum.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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