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Vöhringen Hammer: Anreize setzen und Investoren gewissen Freiraum lassen

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Vöhringen. Die Nutzungsmöglichkeiten des über zwei Hektar großen Hofäckerareals gehen über das Gesundheitszentrum, das inzwischen konkrete Formen annimmt, weit hinaus. Fläche und Lage der südlichen Projektentwicklungsfläche bieten aus Sicht des Gemeinderats ideale Voraussetzungen, um viele städtebauliche Ziele zu erreichen. Das Thema Einzelhandel gehört nicht dazu. Große Hoffnungen werden hingegen in die Tages- und Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen und Seniorenheime gesetzt. Die bei der Sondersitzung am Montag vorgetragenen Ergebnisse der Nutzerakquise durch die Steg Stadtentwicklung löste Diskussionen mit den Projektentwicklern aus.

Laut Projektleiter Götz Hofmann und Kollegin Leonie Becker gibt es Interessenten für ambulante Pflege und Betreutes Wohnen. Für die stationäre Pflege kristallisierte sich unter 24 Trägern ein Interessent heraus. Heimleiter Kai Lohmann vom Alten- und Pflegeheim Schillerhöhe kann sich eine Verlagerung seiner 20 Plätze vorstellen. Hofmann geht von 2700 bis 3000 Quadratmetern Grundstücksgröße für die angestrebten 55 Plätze aus. "Das macht rund ein Siebtel der gesamten Fläche aus", überschlug Norbert Burkhardt (CDU). Das Thema Tagespflege wäre bei diesem Konzept nicht abgedeckt.

Harsche Kritik kam von Andrea Kopp (CDU). Sie bezeichnete die Ergebnisse als enttäuschend. Man bezahle die Steg, um Lösungen zu bekommen. Eine Chance wie das Hofäckerareal gebe es nur alle paar Generationen. "Wir eiern seit 2017 herum. Wer hat seinen Job nicht ordentlich gemacht?", bohrte sie nach. Diesen Vorwurf ließen die Projektleiter nicht auf sich sitzen: "Die Planung muss für die Nutzer funktionieren und wirtschaftlich sein." Das Haus Pasodi sei abgesprungen. Es befürchte einen Verdrängungswettbewerb sowie hohe Kosten bei zwei Standorten, erläuterte Hofmann. Pasodi werde allenfalls am jetzigen Standort einige Tages- und Kurzzeitpflegeplätze einstreuen und Wohneinheiten für die Mitarbeiter kaufen.

Leonie Becker verdeutlichte die Personalprobleme. "Eine einzige Arbeitskraft von den Philippinen nach Deutschland zu holen, kostet 40 000 Euro. Pasodi baut noch eine Pflegeeinrichtung, dann ist Schluss." Anderswo sei die Planung schon viel weiter fortgeschritten gewesen. Beim Neubau für das Katharinenstift in Sulz war eine Nachlassverfügung ausschlaggebend für den Standort. Langfristig sehe die Branche einen rückläufigen Bedarf, beeinflusst durch Prävention, Pflegebeitragssätze und ambulante Betreuungsdienste.

Kopp ging noch weiter. "Wir verknüpfen mit einer städtebaulichen Idee nicht nur einen Hinterhof mit großen Gebäuden. Es geht um Aufenthaltsqualität und nicht nur darum, ein paar große Kisten hinzusetzen." Hofmann und Becker setzten ihr entgegen, das Thema Pflege biete nur wenig städtebauliches Potenzial. "Tolle Flächen, viele Ideen und Potenziale allein reichen nicht aus. Mögliche Betreiber haben ihre Gründe für eine Absage. Wir können aus einem Nein kein Ja machen."

Die Steg-Mitarbeiter sind an einem Punkt angekommen, an dem der Gemeinderat weitere grundlegende Entscheidungen treffen muss. Bereits das vorige Gremium habe die Weichen in Richtung temporärer und später auch stationärer Pflege gestellt. Noch einen Vorstoß machte Kornelia Ullmann (FBV). "Auf dem Areal stehen alle Möglichkeiten offen. Das Gesamtkonzept kann bedarfsgerecht geformt werden mit Wohneinheiten für Jung und Alt."

Helmut Maier (FWV) zeigte sich nach allen Seiten offen. "Sobald ein Betreiber ein Nutzungskonzept vorlegt, sollten wir uns fragen, ob es diese Planung wert ist, das Grundstück dafür zu verwenden."

Bürgermeister Stefan Hammer würdigte die Ideen der Gemeinderäte und ihr Herzblut für das Gemeinwesen. Nun sei der Quantensprung zu einem Kompromiss zu schaffen zwischen dem, was sich das Gremium auf dieser großen innerörtlichen Fläche fußläufig vorstellen könne und dem, was mit Investoren realisierbar sei. Die Gemeinde wolle Anreize setzen und den Investoren einen gewissen Freiraum lassen, ohne allem nachzugeben. Dazu seien eine behutsame Entwicklung und ein sensibles Vorgehen nötig.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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