Wittershausen will Nahwärmenetz aufbauen

Vöhringen-Wittershausen (cap). Vor drei Jahren hat Andreas Haberer auf dem Mühlbachhof eine Biogasanlage installiert. Neben Strom erzeugt die Anlage auch Wärme, die bislang allerdings nicht zum Heizen verwendet wird. Würde man diese nutzen, ließen sich dadurch etwa 300 000 Liter Heizöl sparen.

 

Das könnte sich bald ändern, denn wenn es nach dem Willen des Wittershauser Ortschaftsrats geht, könnten mittels einer 800 Meter langen Leitung die Häuser im Bereich Brühlstraße, Eichenstraße, Jahnstraße und Lindenstraße die noch ungenutzte Wärme, die die Biogasanlage erzeugt, zum Heizen verwenden. Jochen Schäfenacker, der als Energieberater bei der Energieagentur in Balingen arbeitet, hat sich daher im Ort umgehört – noch allerdings mit bescheidener Resonanz: Von 56 angefragten Haushalten haben bislang nur elf geantwortet und ihr Interesse bekundet. Ob das Projekt realisiert werden kann, hängt jedoch von der Anzahl der angeschlossenen Häuser ab.

Ortsvorsteher Ernst Breil und sein Ratskollege Jochen Schäfenacker befürworten ein Nahwärmenetz im südlichen Teil Wittershausens: "Das wäre eine Riesenchance, die auch die Attraktivität unseres Orts steigern und damit die Zukunft sichern könnte", ist Schäfenacker überzeugt.

Bürgermeister Stefan Hammer steht dem Vorschlag positiv gegenüber. "Es ist eine Frage der Zeit, wann wir vom Öl wegkommen. Eine Biogasanlage, deren Wärme bisher verloren geht, schreit geradezu nach einer Nutzung per Nahwärme", meint Hammer dazu.

Eine Idee für ein Geschäftsmodell gibt es auch schon: "In anderen Orten läuft das über Genossenschaften", weiß Jochen Schäfenacker.

Um den Bürgern zu erklären, wie Nahwärme funktioniert und welche anderen erneuerbaren Energien in Wittershausen ebenfalls eingesetzt werden könnten, veranstaltet der Ortschaftsrat am 26. Mai einen Informations-Abend mit verschiedenen Experten (siehe Info). Das große Ziel der Initiative wäre es, aus Wittershausen ein Bioenergiedorf zu machen – doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.