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Vöhringen Die alte Dame Turnhalle feiert Geburtstag

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Die ehemalige Halle Foto: Sulzer Chronik Foto: Schwarzwälder Bote

Die Turn- und Festhalle wurde dieser Tage 80 Jahre alt. In der Sonderbeilage der Sulzer Chronik vom 5. August 1939 findet sich das Vorwort von Bürgermeister Kopp zur Einladung für die Einweihungsfeierlichkeiten.

Vöhringen. "Die sportbegeisterte Jugend und die Schule empfanden es schon lange als schmerzlichen Mangel, dass hier keine überdachte Sportstätte zur Verfügung stand. Auch für Gemeinschaftsfeiern fehlte ein genügend großer und würdiger Raum. Ein schöner Zweckbau ist nun am Hasenwäldle in sportlich idealer Lage entstanden", heißt es in der Einladung von 1939.

Im Herbst 1937 wurde die Verwirklichung des Projekts unter der Bauleitung von Architekt Rudolf Spellenberg aus Sulz angegangen. Am 30. November 1937 war Richtfest.

Handwerker aus der Region bringen sich ein

Fast ausnahmslos waren am Bau nur Vöhringer Handwerker und Firmen beteiligt. Die Zimmererarbeiten führten Paul Binder, Gottlob Dieterle, Jakob Geiser, Albert Geiser, Ernst Höhn, Paul Schäuble, Karl Steidinger und Georg Zeller aus. Das Bauholz lieferte die Johannes Beilharz KG, Abteilung Sägewerk. Die Ziegel stammten vom Ziegelwerk der Gebrüder Kipp. Beton-, Maurer- und Dachdeckerarbeiten führten Jakob Dieterle, Matthias Hezel, Hermann Lehmann, Martin Schmid, Karl Stoll, Ludwig Strobel und Johannes Zeller aus.

Für die Elektro-Installation war Fritz Beilharz von den Gebrüdern Beilharz zuständig. Otto Dieterle, Paul Schmid, Johannes Rauch und Johannes Rohrer führten die Gipserarbeiten aus, Otto Schmid und Jakob Gfrör die Malerarbeiten. Die Bodenbeläge lieferte Johannes Harre, und Ernst Schmid richtete die sanitären Anlagen ein. Weitere beteiligte Firmen waren Karl Gerst, Johannes Stotz und Martin Schäfer mit der Möbel- und Bauschreinerei, Glaserei und Wohnungseinrichtungen.

Die feierliche Einweihung fand am Sonntag, 8. August 1939, statt – unter großer Beteiligung der Einwohner aus Vöhringen und Umgebung.

Eingeläutet wurde dieses Ereignis bereits am Samstagnachmittag mit einem Kinderfest. Um halb zwei setzte sich der interessanteste Festzug, den Vöhringen je erlebt hat, in Bewegung –­ mit der Ju 52, dem Panzerschiff Deutschland, mit Tank- und Sanitätswagen und einem Langrohrgeschütz, berichtete die Chronik. Die ganze Jugend habe im Hasenwäldle einen Reigen aufgeführt, der allseitige Bewunderung fand.

Starkregen ließ alle in die Halle strömen, welche die vielen Besucher nicht aufnehmen konnte. Um halb sechs bewegte sich der Zug wieder zurück zum Rathaus, wo nach dem gemeinsam gesungenen "Im schönsten Wiesengrunde" das Fest ausklang.

Ein Festzug am Sonntag führte zunächst wieder auf den Sportplatz zur Flaggenhissung. Die Besucher sahen viele Sportarten, "damit auch die Außenstehenden für die Leibesübungen begeistert werden". Musikkapelle und Gesangverein umrahmten die anschließende Weihefeier.

Im Krieg wurde das Gebäude zur Fabrikhalle

Bürgermeister Kopp führte aus, dass "der Gedanke zur Erbauung einer geeigneten Räumlichkeit unserer Jugend schon 1933 auflebte, aber infolge des Mangels von Mitteln nicht verfolgt werden konnte". Er ermahnte die Jugend, "ihren Körper im edlen Sport zu kräftigen und zu stählen". Das Lied "Nun lasst die Fahnen fliegen" leitete über zu den Vorführungen des Turnvereins und rhythmischen Übungen der Mädchen.

Nach dem Gelöbnis von Dietwart Heckele müsse Vöhringen ein Dorf der Leibesübungen werden. Gezeigt wurden Reigen, Keulenschwingen, Pferd- und Barrenturnen, Freiübungen, Bockspringen und Dreieckturnen. Der Vertreter des Landrats überbrachte dessen Grüße und Glückwünsche zum Neubau, der eine Stätte der Erziehung werden solle, wo wahre Dorfgemeinschaft gepflegt werde. In seinen Ausführungen hatte er schon das Olympiajahr mit Helsinki und Garmisch-Partenkirchen im Blick. Die Gruppe "Volkstum/ Brauchtum" erfreute die Besucher mit zwei Volkstänzen.

Die Halle, die während des Krieges als Fabrikhalle für die ausgelagerte Mauserproduktion diente und bereits mehrfach renoviert wurde, wird in absehbarer Zeit einem Neubau weichen.

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