Für die Nahwärmeversorgung in Wittershausen soll eine Genossenschaft gegründet werden
Von Jens Sikeler
Vöhringen-Wittershausen. Wird Wittershausen zum Bioenergiedorf? Momentan sieht es gut aus. Über 100 Einwohner bekundeten in einer Umfrage Interesse an der Nahwärmeversorgung.
Zum Informationsnachmittag auf der Biogasanlage von Andreas Haberer kamen rund 50 potenzielle Genossenschaftler. Eine Genossenschaft soll nämlich gegründet werden, um Haberer die Wärme abzukaufen, die bei der Stromproduktion entsteht und dann über ein Nahwärmenetz zu den Häusern gebracht wird. Die Planungen dazu werden immer konkreter.
Ursprünglich war vorgesehen, die Abwärme der zwei Motoren, die die Generatoren antreiben, über eine Leitung nach Wittershausen zu transportieren. Davon sind die Initiatoren, neben Haberer sind das vor allem Ortsvorsteher Ernst Breil und Jochen Schäfenacker von der Energieagentur Balingen, aber wieder abgerückt. Haberer plant, einen Motor in seinem elterlichen Betrieb in der Nähe der Kirche aufzustellen. Ob das einer der beiden Motoren von der Biogasanlage sein wird, oder ob er die Anlage um einen weiteren Motor erweitert, steht noch nicht fest. Dazu müsste er eine Gasleitung von der Anlage nach Wittershausen legen lassen.
Das Label Bioenergiedorf klingt zwar gut und die potenzielle Einsparung von 300 000 Litern Heizöl ist enorm. Doch den meisten Interessenten geht es vor allem auch darum, durch das Nahwärmenetz Geld zu sparen. "Weniger Energiekosten" erhofft sich Stephan Schwarz, und Ralf Schon will seine "laufenden Kosten senken".
Viele der Fragen zielten deshalb auch auf die Kosten eines Anschlusses ab. Rund 3000 Euro koste die Übergabestation, erläuterte Ulfried Sturm von der gleichnamigen Sanitär- und Heizungstechnik Firma. Diese besteht im Wesentlich aus einem Wärmetauscher, der Regelung und Pumpen. Außerdem brauche jeder Haushalt einen Brauchwasserspeicher. Wie hoch die Energiekosten sein werden, das vermag Jochen Schäfenacker noch nicht zu sagen. Das hängt auch davon ab, wie teuer die Genossenschaftsanteile werden. Je teurer, desto günstiger werden die Energie und auch die Anschlusskosten. "Wir wollen aber auf jeden Fall unter den neun Cent bleiben, die die Kilowattstunde Heizöl kostet", betonte Schäfenacker.
Was passiert, wenn die Motoren ausfallen, wollten die Interessenten ebenfalls wissen. Da konnte sie Schäfenacker beruhigen. Die Genossenschaft würde wahrscheinlich eine Hackschnitzelanlage anschaffen, um Ausfälle kompensieren zu können.