Bald entstehen in Vöhringen neue Bauplätze. Foto: © HNFOTO – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Erschließungsvariante festgelegt / Rücksicht auf ökologisch wertvolle Strukturen

Vöhringen. Zwischen zwei straßenbaulichen Erschließungsmöglichkeiten für 32 neue Bauplätze im Bebauungsplan "Scheinten III" hatte der Gemeinderat Vöhringen zu entscheiden. Einstimmig fiel die Wahl auf die zweite Variante. Diese städtebauliche Konzeption kommt im Innenbereich ohne Stichstraße aus und punktete unter anderem durch eine zweigeteilte Ringstraße mit Vorteilen für Verkehrsfluss, Wasserversorgung und Kanalisation.

Vor der Beschlussfassung erläuterten Bürgermeister Stefan Hammer und Laura Müller vom Planungsbüro Gfrörer aus Empfingen die beiden Entwurfsskizzen. Aus dem Lageplan waren der Geltungsbereich nördlich der Tonaustraße und zu beiden Seiten des Rötenmühleweges sowie die geplante Retentionsfläche ersichtlich. Die Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13 b des Baugesetzbuches war im Dezember 2019 beschlossen worden.

Müller betonte, die ökologisch wertvolle Auenlandschaft entlang des Seewiesengrabens im Nordosten müsse erhalten bleiben. Ein Gewässerrandstreifen werde den Abstand zum Wohngebiet sicherstellen. Ebenfalls bleiben werden das Grünland und die Obstgehölze südwestlich der geplanten Bebauung. Zwischen dem Nordrand und der L 409 sichern weitere Grünflächen den Abstand zwecks Lärm- und Sicherheitsschutz.

Auf Rückfrage aus dem Gremium wurde bestätigt, dass bisher ausschließlich Einfamilienhäuser vorgesehen seien, um die Zufahrt durch die vorhandenen Wohngebiete durch ein Mehrfamilienhaus nicht noch mehr zu belasten. Müller schlug vor, das Interesse an den drei Mehrfamiliengrundstücken aus der "1. Erweiterung Neue Wiesen" abzuwarten und bei weiterem Bedarf bei der Entwurfsvorstellung für Scheinten III zwei Grundstücke zusammenzulegen. Das abschüssige Gelände im hinteren Bereich würde sich aus Sicht von Andreas Scheu (CDU) durchaus für das mehrgeschossige Bauen eignen.

Die Zufahrt ins Plangebiet erfolgt aus südwestlicher Richtung über den Rötenmühleweg. Mit Variante zwei entschieden sich die Räte gleichzeitig gegen den Ausbau einer südöstlich gelegenen Stichstraße der Tonaustraße. Dort soll die Durchfahrt, wie es bei der ersten Variante der Fall gewesen wäre, nicht erlaubt sein.

Diese Entscheidung dürften auch zwei Anlieger aus der Tonaustraße mit Erleichterung aufgenommen haben, die im Publikum saßen. Sie hatten bei den Bürgerfragen ihrer Befürchtung Ausdruck verliehen, dass sie erneut mit anteiligen Erschließungsbeiträgen belastet werden könnten, obwohl sie bereits bei der Tonaustraße voll veranlagt worden seien.

Als Fußweg in Straßenbreite und Zufahrt im Notfall soll diese Verbindung jedoch erhalten bleiben, waren Planungsbüro, Verwaltung und Gemeinderat einer Meinung. Um einen Schleichweg zu verhindern, wurde ein Poller vorgeschlagen.

Damit die wertvollen Streuobstbestände sowie die Lärmschutzfläche Richtung L 409 zur Pflege mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen erreicht werden können, muss das Planungsbüro eine geeignete Lösung finden. Es erhielt den Auftrag, den Bebauungsplanentwurf auszuarbeiten. Die Gemeinde rechnet mit Planungskosten von rund 34 500 Euro.

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