Viel Holz wurde 2022 in Vöhrenbach eingeschlagen und brachte gute Erlöse. (Symbolfoto) Foto: © HansLinde – Pixabay

Über den Forstbetriebsplan 2023 und künftige Klimaentwicklungen berichteten der Leiter des Kreisforstamts Frieder Dinkelaker und Revierförster Alfred Heinzelmann im Gemeinderat.

Vöhrenbach - Dinkelaker präsentierte ein Foto brauner Berglandschaften. Davon sei man im Schwarzwald noch etwas weg. Dennoch verringerten sich die für Fichten geeigneten Standorte. 2022 fanden zur Wiederherstellung der natürlichen Chemie in Vöhrenbach auf 500 Hektar Bodenschutzkalkungen statt. 2023 sollen weitere 356 Hektar folgen.

In Sachen Waldeinrichtung seien alle Flächen begangen. Ziel seien nicht nur finanzielle Erlöse, sondern auch mehr Klimastabilität, der Erhalt und die Verbesserung der Boden- und Wasserschutzfunktion oder auch die Steigerung der Biodiversität.

Rüdiger Hirt fragte nach weiteren, in der Statistik ausgewiesenen Ursachen für Holzeinschlag. Dabei handelt es sich laut Dinkelaker um sauren Regen, Dürre und anderes. Susanne Dorer wollte wissen, ob nach Stürmen genug Fachkräfte verfügbar seien. Es gebe bei Katastrophen eine Solidarität unter Unternehmern, so Dinkelaker. Bei solchen Ereignissen sei man sowieso auf Maschinen angewiesen. Allgemein gebe es keinen Fachkräftemangel.

Mangel, wenn es um Handarbeit geht

Durch den eigenen Vollernter sei man beim Abarbeiten recht schnell, so Heinzelmann. Er sehe den Mangel eher im händischen Bereich, vor allem auch bei Neupflanzungen oder Jungbestandspflege. Man sei völlig abhängig von rumänischen Arbeitern, von denen aber immer wieder jemand abwandere. Das werde in der Zukunft wohl schwieriger.

Sorge vor einer Eskalation

2022 wurden 14 000 Festmeter eingeschlagen. Dabei gab es mehr als 2000 Festmeter Sturmholz und mit 5000 Festmetern die bisher größte Menge an Käferholz. Wenn es mit der Trockenheit so weitergehe, habe er größte Bedenken, dass die Situation mal "richtig eskaliere", so Heinzelmann.

2022 war ein Plus von 370 000 Euro geplant, tatsächlich erzielt wurden 520 000 Euro. Grund waren die guten Holzpreise. Trotz des Konjunktureinbruchs im zweiten Halbjahr sei auch der Preis für Brennholz noch sehr hoch. Selbst für die schlechteste Qualität gab es mehr als 65 Euro je Festmeter. Buchen-Stammholz wurde für 130 bis 140 Euro verkauft.

Aufgrund der Trockenheit gab es bis zu 50 Prozent Ausfälle bei Neupflanzungen, obwohl Freiflächen zum Teil gegossen wurden.

In Zahlen

Für 2023 ist ein Einschlag von 13 000 Festmetern geplant sowie Einnahmen aus der Holzernte von 915 000 Euro. Für die Waldkalkung gibt das Land 124 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen auf 1,1 Millionen Euro. Bei den Ausgaben schlägt die Holzernte mit 610 000 Euro zu Buche, das Personal mit 159 000 Euro, die Kalkung mit 138 000 Euro und die Sachkosten mit 601 000 Euro. Abzüglich Zu- und Überschüssen gehen insgesamt 741 000 Euro ab. Daraus ergibt sich ein Gewinn von etwa 340 000 Euro.

Überwiegend Mischbaumarten

Neupflanzungen sind ähnlich wie 2022 geplant. Überwiegend würden Mischbaumarten gepflanzt. Nur auf Douglasie zu setzen, sei aber auch nichts, so Heinzelmann in Bezug auf Schäden, die 2022 durch Spätfrost entstanden. Vielleicht müsse man Fichte noch mehr nutzen, aber bei immer mehr Trockenheit bekomme man dann riesige Freiflächen. Er habe die Hoffnung, dass wieder einmal ein paar "normale Jahre" kämen.

Heinzelmann bejahte die Frage von Hirt, ob dadurch Einschläge ausgeglichen werden. Bezüglich Nachhaltigkeit gebe es gute Messverfahren, so Dinkelaker.

Zur Altersverteilung erklärte Heinzelmann, dass man bei 120-jährigen Bäumen keinen riesengroßen Überhang habe, eher bei 80- bis 100-jährigen. Hier sei in den vergangenen 20 Jahren schon viel getan worden. Auch seien im Bereich älterer Bäume Einschläge geplant.

In Sachen Waldumbau sei schon viel geschehen, so Dinkelaker und Heinzelmann auf eine Anmerkung von Martin Schneider. Der fragte auch nach Käferfallen. Die können aber laut Heinzelmann sogar einen Befall auslösen und dienten eher dem Monitoring. Der Gemeinderat beschloss den vorgelegten Forstwirtschaftsplan.