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Vöhrenbach Windräder reichen bis in 200 Meter Höhe

Von
Gerhard Kienzler (links) erläutert die Gegebenheiten des geplanten Windparks auf dem Rappeneckhof in Langenbach. Zusammen mit Ulrich Bernauer (mit Hund) und Benjamin Kienzler (rechts daneben) steht er den Interessierten für deren Fragen zur Verfügung. Keinen glücklichen Eindruck macht dabei Ortsvorsteher Helmut Ruf (links neben Bernauer). Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Hans-Jürgen Kommert

Vöhrenbach-Langenbach. Rund 15 interessierte Bürger waren es, die am Donnerstagabend der Einladung des CDU-Stadtverbands gefolgt waren und im Rappeneck einen Blick auf einen geplanten Windkraftstandort warfen.

Doch war es nicht allein der Anblick der Höhe hinter dem Rappeneckhof allein, der sie anlockte. Vielmehr hatten sich die Haupt-Initiatoren des künftigen Windparks eingefunden, allen voran Gerhard Kienzler.

Der Schonacher hat sich schon vor vielen Jahren einen Namen als Windkraftpionier im Schwarzwald gemacht und unter seiner Regie sind schon etliche Windkraftanlagen entstanden, in den letzten Jahren vorwiegend in Frankreich, da nach seinen Aussagen die Schaffung neuer Anlagen in Deutschland, zumindest eine Zeitlang, eher schwierig war.

Da die derzeitige Landesregierung heute gerade in solchen Gebieten wie dem Schwarzwald viele Einzelanlagen eher verhindern will und auf die Schaffung größerer Verbundanlagen, so genannter Windparks, setzt, soll auch im Rappeneck möglichst ein solcher Park aus vier dieser "Spargel" entstehen, mit Nabenhöhen von rund 140 Metern. Was aber bedeutet, dass die Spitze eines Rotorblattes rund 200 Meter hinauf reichen wird. Der Windpark Rappeneck soll aber nur einer von drei geplanten Anlagen der Bürgerinitiative "Siventis" sein, bei Linach soll ein weiterer mit bis zu sechs Anlagen und am Meisterberg in Furtwangen einer mit zweien entstehen. Dies würde laut Ulrich Bremauer, dem zweiten im Bunde der Initiatoren, einer Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro entsprechen. Knapp ein Drittel dieses gewaltigen Betrags soll durch Bürgerbeteiligung zusammen kommen. Beteiligen könne man sich ab 5000 Euro, maximal 100 000 dürfe eine Einzelperson einbringen, erklärte Bremauer.

Ruf: Landschaft könnte verschandelt werden

Ortsvorsteher Helmut Ruf befürchtet, dass eine bisher weitgehend unbelastete Landschaft verschandelt würde, außerdem fehle ihm jede Information über die geregelte Abnahme des Stroms durch die Energiekonzerne. Ihm entgegnete Benjamin Kienzler seitens der Initiatoren, dass gerade in Baden-Württemberg, wo "grüne" Energie besonders gewünscht sei, gegenüber allen anderen Bundesländern sehr hinterherhinke. Und die Initiative suche deshalb auch Standorte aus, die hinsichtlich der Sichtbarkeit, des Schattenwurfs und vor allen des gefürchteten Schalldrucks absolut ungefährlich seien.

Früher habe man die ersten Anlagen bis zu 200 Meter an Wohnbebauung heran gebaut. Heute sehe der Gesetzgeber eine Mindestentfernung von 700 Metern vor. Die Initiative selbst schaut nach Standorten, die eine Entfernung von rund 1,2 Kilometer ermögliche.

Auch die Frage der Windhöffigkeit kam zur Sprache. Gewiss sei der Wind im Schwarzwald nicht so sicher wie in den Küstengebieten, wusste auch Gerhard Kienzler. Dennoch sehe er eine sehr gute Chance in der Höhe, die heute angeboten werde. "Wir haben recht genaue Kartierungen, was die Windausbeute betrifft. Wenn wir uns einen Standort ausgesucht haben und mit den Grundstückseigentümern soweit einig sind, messen wir ein Jahr lang mit dem 100 Meter hohen Windmessmasten, um belastbare Ertragsprognosen abliefern zu können", betonten die drei Fachleute. Und dann werde mittels Windanalysen der Ertrag verschiedener Anlagetypen simuliert und das Beste für den jeweiligen Standort gewählt.

Wie stark denn der Wind wehen müsse, wollten einige Besucher wissen. "Die Nennleistung wird erreicht bei zwölf Metern pro Sekunde, das sind etwa 40 Stundenkilometer. Aktiviert wird sie bei rund 3,5 Metern je Sekunde", erklärte Gerhard Kienzler.

Viele weitere Fragen plagten die Besucher, doch offensichtlich konnten die Initiatoren um Gerhard Kienzler die Zweifel zerstreuen, denn nach rund 90 Minuten Frage- und Antwortspiel konnte der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Detlef Schuler, den drei "Aufklärern" ein kleines Dankeschön überreichen. Sie alle rechnen jedoch mit Einwendungen, doch da sind alle zuversichtlich: Es dürfen nur "substanzielle Einwendungen" sein.

Ihre Redaktion vor Ort Furtwangen

Jürgen Liebau

Fax: 07723 4522

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