Vöhrenbach/St. Georgen (ket). Um das Glöckchen von St. Wendel rankt sich eine Sage, die im Buch des St. Georgener Heimatforschers Erich Stockburger zu finden ist. In der St. Wendelskapelle zu Oberkirnach, so lautet die Sage, hing eine schöne Glocke, welche den Namen Susanne trug. Man beabsichtigte, sie nach St. Georgen zu verbringen und lud sie auf einen mit einem Stier bespannten Wagen. Schon war man auf dem Spittelberg angelangt, als der Wagen mit der Glocke wieder den Berg hinunterrumpelte. Hart am Weiher blieb er stehen. Erzürnt führte der Fuhrmann wieder den Berg hinab und spannte den Stier nochmals an. Während bei uns nach einer alten Sitte ein rechtschaffender Fuhrmann noch heute sein Gespann mit den Worten antreibt "Hü in Gottes Namen", rief jener dagegen "Hinauf muss die Glocke, es sei Gott lieb oder leid, hü". Sie kamen auch den Berg hinauf. Aber kaum waren sie oben angelangt, so rollte der Wagen wie von unsichtbarer Hand getrieben wieder zurück. Mit Poltern und Krachen ging es den Berg hinab, in den Weiher hinein, der über Fuhrmann, Wagen und Tier seine Wasser wieder schloss. Seitdem hat man nichts mehr von ihm gesehen. Aber alle Jahre in der Fastenzeit hört man nächtlicherweile den Stier aus dem See brummen. Der alte Magister (Pfarrer) Breuninger, der uns diese Sage erzählt hat, fügte mit Entrüstung hinzu: "Und es sollen vor alten Zeiten in diesen Tagen sich Leute bei unserem Weiher eingefunden haben und auf das Hagenbrummeln Achtung gegeben haben."