Das therapeutische Reiten ist ein besonderes Angebot des Wohnverbunds Fischerhof Hammereisenbach (von links): Lukas Kaltenbacher, Trainerin Sabine Kühnle mit ihrer Tochter Emilia und Florian Vogt zeigen ihre Arbeit. Fotos: Larhzal Foto: Schwarzwälder-Bote

Zahlreiche Gäste feiern das 50-jährige Bestehen des Wohnverbunds und bestaunen vielseitige Arbeit

Von Ramona Larhzal

 

Vöhrenbach–Hammereisenbach. Zahlreiche Gäste feierten am Sonntag das 50-jährige Bestehen des Wohnverbunds Fischerhof und bestaunten die vielseitige Arbeit der Einrichtung.

Der Vorsitzende der Bruderhaus Diakonie Günter Braun begrüßte alle Gäste im voll besetzten Festzelt und eröffnete die Feier. "Diese Einrichtung ist seit 50 Jahren eine Erfolgsgeschichte", betonte er. Was unter dem Namen Fischerhof, als Heim für behinderte männliche Jugendliche begann, zeige sich heute als vielseitiges Projekt der Begegnung.

Die beiden Pfarrer Martin Schäuble und Lutz Bauer brachten im ökumenischen Gottesdienst den Segen über die Einrichtung, über alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten. In seiner Predigt griff Lutz Bauer das Motto der Einrichtung "Teil haben. Teil sein" auf. "Glücklicherweise hat heute Jeder das Recht, Teil der Gesellschaft zu sein", betonte er. Die Idee, Wohngruppen in den Ortsteilen einzurichten, sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gewesen. Es habe die Städte und das öffentliche Leben sehr belebt, so der Pfarrer.

"Das Wort Inklusion, das mittlerweile in aller Munde ist, wird an diesem Ort schon lange gelebt", erklärte Landrat Sven Hinterseh in seiner Rede und auch Bundestagsabgeordneter Thorsten Frei griff diesen Begriff noch einmal auf. "In Einrichtungen wie dieser wird schon lange praktiziert, was die Politik dann später zum Gesetz erklärt", so der Politiker. Das beste Beispiel sei das Integrationsunternehmen Intego, ein Tochterunternehmen der Bruderhaus Diakonie, das Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt ermögliche.

Aber auch das Trommelprojekt mit dem Musikverein Hammereisenbach, das von Manuela Honeck ins Leben gerufen wurde, steht beispielhaft für Inklusion. Die rund zehn Bewohner, die an diesem Projekt teilnehmen, zeigten auch sogleich ihr Können und brachten mit lautem Getrommel und Sprechgesängen eine gelungene Abwechslung zu den zahlreichen Grußworten. Der Leiter des Wohnverbunds Walter Riedel bedankte sich vor allem bei allen Bewohnern und Angehörigen, die ihm und seinem Team ihr Vertrauen schenken.

Pünktlich zum Mittagessen drangen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und die Besucher konnten auch die weitläufigen Außenflächen, die mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet waren, nutzen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die integrative Schülerband "Rolling Bowling".

Reittherapeutin Sabine Kühnle präsentierte am Nachmittag mit ihren Klienten das Angebot des therapeutischen Reitens, das die gehandicapten Reiter vielseitig fördert.

Anschließend zeigten die Reitschüler von Joachim Kurz, der seit einem Jahr die Reithalle für seine Reitschule nutzt, ihr Können in Dressur und Springen.

Im Hof des Wohnverbundes war alles für das Kinderprogramm aufgebaut und die Hüpfburg, der Barfußpfad, das Korkenarmbrustschießen sowie das Ponyreiten begeisterte die zahlreichen Mädchen und Jungen.

Im Werkstattgebäude konnten die Besucher durch den kleinen Flohmarkt, der mit Spenden der Bevölkerung zusammengestellt wurde, stöbern und die selbst gefertigten Holz-, Filz- und Tonarbeiten erwerben.

"Für die Bewohner war das Jubiläumsfest ein ganz besonderes Ereignis, woran sie sich noch lange erinnern werden", erklärte der Leiter der Einrichtung Walter Riedel. Aber auch in jedem kommenden Monat gebe es noch ein Geschenk, in Form eines besonderen Angebotes für sie. So stehen zum Beispiel noch ein Zoobesuch, eine Zugfahrt und ein Grillfest auf dem Jubiläumsprogramm.