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Vöhrenbach Bauern wie du und ich

Von
Traditionen und modernes Leben nehmen die zwei "Bure zum Alange" Wolfgang Winterhalter und Nikolaus König (rechts) bei ihrem Gastspiel in Vöhrenbach aufs Korn. Links Oliver Albrecht, der für die musikalische Begleitung sorgt. Fotos: Hajek Foto: Schwarzwälder Bote

Vöhrenbach (cha) Vergnüglich und hintersinnig präsentierten die zwei "Bure zum Alange" (Nikolaus König und Wolfgang Winterhalder) allerlei rund um die Landwirtschaft, alte Traditionen und modernes Leben.

Die Vöhrenbacher Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, die zahlreichen Besucher aus nah und fern wurden nicht enttäuscht. Es gab viel zu lachen an diesem Abend, die zwei Landwirte aus dem Schwarzwald beleuchteten das Leben aus ihrer Sicht und teilten dabei manchen Seitenhieb auf Politik und Gesellschaft aus. Die beiden wurden musikalisch begleitet von Oliver Albrecht, dem langjährigen Dirigenten der Wälderbuebe in Linach.

Der Abend war von der Vöhrenbacher Heimatgilde organisiert, und Vorsitzender Stefan Winker hieß die Besucher herzlich willkommen. Vor dem Auftritt der Bure zum Alange und später in der Pause hatte man Gelegenheit, über den kleinen, aber sehr feinen Weihnachtsmarkt zu schlendern, einzukaufen oder schon mal "vorzuglühen", wie die Stars des Abends sich ausdrückten.

Moderne Ernährung diskutierten die zwei Schwarzwälder Bauern: Vegetarier, gar Veganer – wer soll das ganze Gras fressen? Gras rauchen, wurde erwogen, "dann rentiert sich der Naturschutz auch für mich". Die zwei verwandelten sich vorübergehend in zwei Kühe und diskutierten ihre Situation zwischen Hochleistungs- und Biorindvieh.

Wolfgang Winterhalter verwandelte sich in einen Kurgast, die Dialoge zwischen Landwirt und Gast brachten unterschiedliche Denkweise in Stadt und Land zum Ausdruck und waren von umwerfender Komik.

Kartoffelernte oder Almabtrieb wurden da thematisiert, teils auch besungen, aber dass die Bauern durchaus auf der Höhe der Zeit sind, bewiesen sie mit Seitenhieben auf die amerikanischen Präsidenten.

Melancholisch-nachdenklich war das Lied über den Ackerboden, der für Möbelhäuser und Fabriken unter Beton verschwindet. "Der Boden ist noch da, aber vor dem Bauern geschützt".

Die Begegnung mit einem Paketfahrer war herrlich komisch, mit ernsten Hintergrund freilich. Und der Paketfahrer erwies sich als Auslaufmodell, denn "im nächsten Jahr bringt eine Drohne die bestellten Dinge".

Überhaupt, moderne Zeiten: die Digitalisierung geht am Land nicht vorbei. Besungen wurde "Alexa": "Ich hab’ dir alles anvertraut, meine Daten wurden jetzt geklaut", sangen die zwei. Ein Tablet machten sie als "Speckbrettle mit Blendung" aus.

Nachdenklich besangen Vater und Sohn die Zukunft, mahnten, sich nicht blenden zu lassen, und zogen schließlich das Fazit "S´Lebe is schee". Ein rundum gelungener Abend, amüsant, unterhaltsam und nachdenklich war dieses Gastspiel der "Bure zum Alange" in der Vöhrenbacher Festhalle.

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