Hella Jongerius in ihrem Atelier: Eine Ausstellung bei Vitra beschäftigt sich mit ihr. Foto: Roel van Tour

Auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein werden im Jahr 2026 drei neue Ausstellungen eröffnet. Bereits im Januar stehen zahlreiche Führungen an sowie ein Vortrag.

Die Ausstellung „Hella Jongerius: Whispering Things“ wird vom 14. März bis zum 6. September im Vitra Design Museum in Weil am Rhein zu sehen sein. Seit mehr als 30 Jahren ist Jongerius eine der prägenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Designs, heißt es in der Ankündigung. Ihre Arbeiten reichen von Textilien und Keramik über Möbel und Lampen bis hin zu skulpturalen Werken. Die Ausstellung ist die erste Retrospektive über das Gesamtwerk der niederländischen Designerin, die unter anderem mit Maharam, KLM, Camper und Vitra zusammenarbeitete.

 

Das Archiv ihres Designstudios JongeriusLab ist seit 2024 im Vitra Design Museum beheimatet. Die darin enthaltenen Objekte und Dokumente geben Einblicke in Jongerius‘ Arbeitsweise, in ihr Denken, ihre Leidenschaft für handwerkliche Prozesse und ihre intensive Auseinandersetzung mit Materialität und der Symbolik der Dinge, heißt es. Dabei geht Interesse an Handwerk und Farbe stets mit einem sehr kritischen Blick auf die eigene Praxis und die heutige Rolle von Design in der Gesellschaft einher. Der Katalog zur Ausstellung umfasst auch eine Dokumentation des Jongerius-Archivs am Vitra Design Museum.

Architektur für die Sinne

Vom 26. September bis zum 28. Februar 2027 folgt im Vitra Design Museum die Ausstellung „Geoffrey Bawa. Architektur für die Sinne“. Bawa (1910 bis 2003) zählt laut Ankündigung zu den einflussreichsten Architekten Asiens im 20. Jahrhundert. Mit mehr als 200 Projekten prägte er die Architektur des postkolonialen Sri Lanka und schuf ein vielseitiges Werk, das Hotels, Wohnhäuser, Schulen, Universitäten, Fabriken, Bürogebäude und das Nationalparlament umfasst.

Bawa arbeitete eng mit lokalen Handwerkern zusammen und gilt als Vater einer Architektur der tropischen Moderne, die sich sensibel an Klima, Landschaft und soziale Gegebenheiten anpasst, heißt es. Viele seiner Bauten inspirieren bis heute Generationen von Architekten bei der Verbindung von traditionellen Bauformen mit moderner Architektur.

Erste große Retrospektive

Das Vitra Design Museum und das Hongkonger Museum M+ präsentieren 2026 die erste große Retrospektive zu Bawas Werk. Eine bislang nie gezeigte Fülle von Zeichnungen, Modellen, Möbeln, Fotografien und Filmen erweckt die faszinierend sinnliche Architektur Bawas zum Leben, heißt es – von den frühen Bauten im Stil der Moderne bis zu experimentellen und teilweise noch unbekannten Projekten des Spätwerks.

Form, Farbe, Raum

Im Vitra Schaudepot wird vom 23. Mai bis zum 9. Mai 2027 die Ausstellung „Verner Panton. Form, Farbe, Raum“ gezeigt. Er ließ Stühle von der Decke schweben und schuf organische Wohnlandschaften, die bis heute faszinieren: Der dänische Architekt und Designer Verner Panton (1926 bis 1998) prägte das Design der Nachkriegszeit wie kaum ein anderer, heißt es.

Geburtstag jährt sich

Sein Geburtstag jährt sich 2026 zum 100. Mal. Aus diesem Anlass widmet das Vitra Design Museum ihm eine große Ausstellung im Schaudepot, die Pantons Schaffen in seiner ganzen Vielfalt zeigt – von ikonischen Entwürfen wie dem „Panton Chair“ über Leuchten und Textildesigns bis hin zu seiner wenig bekannten Architektur. Eine begehbare Eins-zu-eins-Rekonstruktion der legendären „Fantasy Landscape“ (1970) macht Pantons revolutionäres Raumverständnis und den Aufbruchsgeist jener Zeit unmittelbar erfahrbar. Die Ausstellungsgestaltung verwandelt seine skulpturalen, farbstarken Welten in ein immersives Erlebnis.

Designer neu entdecken

Grundlage der Schau bildet das umfangreiche Verner-Panton-Archiv des Vitra Design Museums, das eine Fülle von Zeichnungen und anderen Dokumenten umfasst. Die Ausstellung lädt dazu ein, einen großen Designer neu zu entdecken, heißt es – zwischen Pop, Utopie und organischen Farbwelten.

Basler Museumsnacht

Vor der Tür steht sozusagen die Basler Museumsnacht, diese findet am Freitag, 23. Januar, statt. Auch in der 3-Länder-Stadt gibt es auf dem Vitra Campus von 18 bis 2 Uhr ein Programm. „Erlebe die Geschichte der Modenschau, lass dir deine Zukunft vorhersagen und werde Teil eines Soft Raves und einer Lichtinstallation“, heißt es in der Ankündigung. Darüber hinaus werden diverse Führungen angeboten.

Foto: Nic Gysin

Der Vitra Campus ist während der Museumsnacht von Basel aus mit den Shuttle-Linien in lila und hellgrün erreichbar. Das Depot Deli und das VitraHaus-Café bieten warme Mahlzeiten, Glühwein und Kinderpunsch an.

Die Museumsnacht ist eine Veranstaltung der Museen Basel und der Abteilung Kultur Basel-Stadt. Tickets sind ab dem 23. Januar ab 18 Uhr im Vitra Design Museum erhältlich. Infos zur Vorverkaufskarte gibt es online unter www.museumsnacht.ch/tickets.

Englischer Vortrag

Unter dem Titel „From Salon to Runway: A History of Fashion Shows“ hält Caroline Evans am Donnerstag, 29. Januar, einen Vortrag in englischer Sprache im Vitra Schaudepot. Beginn ist um 18.30 Uhr. Anlässlich der Ausstellung „Catwalk: The Art of the Fashion Show“ spricht die Modehistorikerin Evans über die Entwicklung der Modenschau von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

Expertinnen für Modegeschichte

Caroline Evans ist emeritierte Professorin der Central Saint Martins University of the Arts London und eine der führenden Expertinnen für Modegeschichte. Sie hat international an Designschulen und Universitäten gelehrt und Museen wie das Victoria and Albert Museum in London, das Museum of London, das MoMu Fashion Museum in Antwerpen und das Palais Galliera in Paris bei Modeausstellungen beraten, heißt es in der Ankündigung der Veranstalter.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind per E-Mail an events@design-museum.de möglich.

Führungen

Jeden ersten Sonntag im Monat und an Feiertagen werden geführte Rundgänge angeboten, bei denen die Besucher mehr mehr über das Doshi Retreat und seine architektonischen Details erfahren. Los geht es um 16 Uhr beim Vitra Design Museum.

Doshi Retreat

Mit dem Doshi Retreat erhielt der Vitra Campus 2025 eine architektonische Erweiterung: einen Ort der Kontemplation. Der Rückzugsort wurde von Balkrishna Doshi in enger Zusammenarbeit mit seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und Sönke Hoof entworfen. Das Doshi Retreat ist das erste realisierte Projekt von Doshi außerhalb Indiens und zugleich das letzte, an dem er vor seinem Tod im Jahr 2023 arbeitete.

Catwalk

Jeden Sonntag und an Feiertagen finden ab 15 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Catwalk: The Art of the Fashion Show“ im Vitra Design Museum statt. Die Ausstellung wirft einen Blick hinter die Kulissen und zeichnet die Entwicklung der Modenschau nach: von den diskreten Anfängen in den Salons der Couturiers um 1900 bis hin zu den spektakulären Präsentationen des 21. Jahrhunderts, heißt es.

Welt der Modenschauen

Mit Film- und Fotoaufnahmen, originalen Kollektionsteilen, Einladungen und Bühnenrequisiten lässt die Ausstellung Modenschauen wiederaufleben – von Alexander McQueen, Balenciaga, Chanel, Comme des Garçons, Dior, Gucci, Helmut Lang, Hussein Chalayan, Maison Martin Margiela, Prada, Yves Saint Laurent und vielen anderen.

Jeden zweiten Sonntag und an Feiertagen werden ab 14 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Science Fiction Design – Vom Space Age zum Metaverse“ im Schaudepot angeboten.

Utopien im Alltag

Das Jahresthema der Sammlungspräsentation im Vitra Schaudepot widmet sich der Vision einer neuen Welt und schlägt eine Brücke von der Ausstattung früher Science-Fiction-Filme bis zur Gestaltung des virtuellen Raums. Die dialogische Führung befasst sich mit Entwürfen aus der Sammlung des Vitra Design Museums und zeigt, wie technische Innovationen und gestalterische Utopien in den Alltag Einzug gehalten haben und die Lebenswelt heute unmittelbar prägen, heißt es.

Laufende Ausstellungen

Noch bis zum 15. Februar ist im Vitra Design Museum die Ausstellung „Catwalk: The Art of the Fashion Show“ zu sehen. Mit dieser beleuchtet das Museum die Geschichte und kulturelle Bedeutung der Modenschau von ihren frühen Formen um 1900 bis heute.

Exponate aus Film und Literatur

Im Vitra Schaudepot wird noch bis zum 10. Mai die Ausstellung „Science Fiction Design. Vom Space Age zum Metaverse“ gezeigt. Die futuristische Inszenierung des argentinischen Künstlers und Designers Andrés Reisinger versammelt mehr als 100 Sammlungsobjekte sowie ausgewählte Exponate aus Film und Literatur.

Die Teilnahme an den genannten Führungen kostet zehn Euro pro Person (ermäßigt acht Euro), Buchungen sind online unter unter design-museum.reservix.de möglich.