Benita Hansmann vom Sport- und Kulturamt der Gemeinde Schonach überreicht einer Teilnehmerin die VR-Brille, damit der "Sprung" von der Schanze funktioniert. Foto: Claudius Eberl

Einmal selber von einer Skischanze springen, das wäre es doch! Aber so einfach geht das nicht, denn ohne entsprechendes Training würde das schnell zum Desaster. Die Gemeinde Schonach schafft jetzt Abhilfe.

Schonach - Zwar schaffen es auch die Schonacher nicht, dass jeder in der Realität über den Bakken gehen kann, aber zumindest virtuell geht das. Seit Donnerstag gibt es das Angebot "Virtual Skijumping" an der Langenwaldschanze.

 

Mittels VR-Brillen kann der Teilnehmer nun zwei Sprünge miterleben, und zwar von Anfang an, sprich, auch der Turm muss erstmal bezwungen werden. Der erste Sprung findet während des Alpencups der Nordischen Kombination im Januar 2022 statt, der zweite beim Schwarzwaldpokal Mitte März. "Knapp fünf Minuten dauert der Film und bietet grandiose Ansichten", verspricht die Gemeinde Schonach.

Premiere am Schanzenhaus

Am Donnerstag wurde die Veranstaltung zum ersten Mal durchgeführt. Benita Hansmann vom Sport- und Kulturamt hieß die Gäste am Schanzenhaus willkommen, gab einige Infos zur Schanze und zeigte einen Skisprung-Ski.

Nachdem alle erklärt hatten, mit der Höhe auf dem Schanzenturm klarzukommen, bat sie zur Treppe beim Sprungturm. Dort ging es dann die 210 Stufen bis zum Aufwärmraum in knapp 38 Metern Höhe hinauf. Mangels Lift natürlich zu Fuß, was den Gästen schon einmal eindrücklich vermittelte, was die Skispringer so alles auf sich nehmen.

Drehstühle samt abgesägten Skiern und Bindung

Oben auf dem Turm erklärte Hansmann den Ablauf der neuen Attraktion. Im Freien neben dem Aufwärmraum hatte man zwei Drehstühle aufgestellt, mit abgesägten Skiern samt Bindung als Richtungshilfe. "Ich setze euch die Brille auf, dann geht es auch schon los. Dreht euch ruhig auf dem Stuhl, durch den VR-Effekt bekommt ihr dann erst das richtige Feeling", riet sie.

Erste Teilnehmer sind begeistert

Luana und Jannika machten den Anfang und waren vollauf begeistert. Die beiden Mädchen wären am liebsten gleich nochmal "gesprungen". Papa Steffen fand die ganze Sache beeindruckend, Mama Sandy gab zu verstehen, dass sie das aber in echt nicht wagen würden. Die Familie aus Machern in der Nähe von Leipzig macht aktuell Urlaub in Schonach und ist aus Zufall auf das neueste Angebot der Gemeinde gestoßen. Ihnen ging es wie allen Teilnehmern: Sie waren begeistert von der neuen Attraktion.

Eigentlich sei man ja noch gar nicht richtig fertig gewesen mit den Vorbereitungen, Flyer und Banner kämen erst nächste Woche. "Aber wir mussten jetzt anfangen, es ist Urlaubszeit", erklärt Hansmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Und der Erfolg gibt den Machern recht. Denn obwohl die Attraktion aktuell nur in den Sozialen Medien beworben wird, war der erste Temin schon nach kurzer Zeit ausgebucht. "Zwölf Teilnehmer nehmen wir pro Termin, damit das Ganze auf dem Turm oben nicht zu lange dauert", erklärt Hansmann. Dort werden die VR-Brillen von der Schonacher Firma Kabatec nach jeder Nutzung professionell gereinigt.

Zwölf Teilnehmer pro Termin

Insgesamt zeigte sich Hansmann nach dem ersten Durchlauf vollauf zufrieden. "Wir haben schon Buchungen für die nächsten Wochen", freut sie sich und unterstreicht damit, dass man in Schonach nun zur lange vorgesehenen Sommernutzung der Langenwaldschanze nun einen Schritt weiter sein dürfte.

Für die Teilnehmer des ersten "Virtual Skijumping" ging es nach rund einer Stunde wieder nach unten. Nicht über den Turm, sondern außen an der Anlaufspur entlang. Das sorgte dann für den letzten Nervenkitzel.

Info: Virtual Skijumping

Das Angebot findet nun jeden Donnerstag statt. Treffpunkt: 16.30 Uhr an der Schanze. Eine Anmeldung ist erforderlich und kann unter www.schonach.de/vr, Telefon 07722/96 48 10 oder per E-Mail: vr@schonach.de vorgenommen werden. Die Anwendung inklusive Schanzenführung kostet zehn Euro für Erwachsene, Kinder zahlen acht Euro. Für Hochschwarzwald-Card-Inhaber ist "Virtual Skijumping" kostenlos.