König Charles III. hat nach dem Konzert sehr interessiert mit Simon Zhu gesprochen Foto: Giusi Lorelli

Vor keinem Geringeren als König Charles III. von Großbritannien hat Simon Zhu, der in Burladingen aufgewachsen ist, kürzlich spielen dürfen – und zwar mit einer der wertvollsten Geigen der Welt: Sie gehörte dem „Teufelsgeiger“ Niccolo Paganini selbst.

Als Renate Musat vor zwei Jahren gefrag wurde, ob ihr einstiger Violin-Schüler Simon Zhu „zur Spitze“ gehöre, habe sie noch mit ihrer Antwort gezögert, sagt die Albstädterin, Mitgründerin des Vereins „Spitzenklänge – Begabten Musikförderung Zollernalb“ und langjährige Geigenlehrerin an der Musik- und Kunstschule Albstadt. „Obwohl ich wusste, dass er da hingehört und das schon oft bewiesen hat, war die offizielle Anerkennung nicht so fassbar.“

 

„Il Cannone“ ist besonders laut – aber eben auch besonders klangvoll

Doch längst hat der inzwischen 23-Jährige, der in Burladingen aufgewachsen ist, in der Musikwelt international von sich reden gemacht. Vor einem Jahr holte er den ersten Preis beim internationalen Violinwettbewerb „Premio Paganini“ in Genua und den Sonderpreis für das beste Paganini-Konzert. Eine besondere Auszeichnung: Simon Zhu durfte auf Paganinis eigener Violine von Giuseppe Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1743 spielen.

Ist das noch zu toppen? Ja, denn unter den vielen internationale Engagements, die der Stipendiat der Deutschen Musikstiftung inzwischen hat, war ein wahrhaft königliches: Simon Zhu war Stargast beim 120-Jahr-Jubiläum des London Symphony Orchestra unter seinem Chefdirigenten Sir Antonio Pappano und spielte dort Paganinis 1. Violinkonzert auf dessen Violine, die laut Renate Musat wegen ihres außergewöhnlichen lauten, aber besonders schönen Klangs „Il Cannone“ – zu deutsch: die Kanone – heißt.

Prominentester Zuhörer war kein Geringerer als König Charles III. höchstpersönlich – er ist Schirmherr des Orchesters. „Die Violine wurde am Tag zuvor eingeflogen, um genau 44. Jahre, nachdem seine Mutter Königin Elizabeth II. in Genua die berühmte Geige gehört hatte, erneut für einen britischen Monarchen zu erklingen“, berichtet Renate Musat, die selbst nicht dabei sein konnte.

Angesichts des so wertvollen Instruments und der illustren Zuhörer war das Benefizkonzert nicht öffentlich, nur für geladene Gäste – darunter Simon Zhus Mutter Shan -, und es fand unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, wie Renate Musat berichtet.

„Eine surreale Erfahrung – und immer noch ein wenig unglaublich“

Wie hat Simon Zhu es selbst erlebt? „Es war eine surreale Erfahrung für mich“, berichtet er. „Auf einer der wertvollsten Geigen aller Zeiten mit dem London Symphony Orchestra spielen zu können, das mit Maestro Antonio Pappano und in Anwesenheit des Königs, seiner Majestät Charles III., eines der besten Orchester der Welt ist“, berichtet Simon euphorisch. Für ihn sei das „immer noch ein wenig unglaublich“, räumt er ein, obwohl er inzwischen an illustren Orten gespielt hat, etwa in der Glaspyramide des Louvre in Paris.„Ich denke, diese Erinnerung wird mich für immer begleiten.

Als ich auf die Bühne ging, sah ich König Charles direkt vor mir“, erzählt er. Während der zweiminütigen Einführung ins Konzert habe er versucht, Charles III. nicht anzustarren. „Aber als ich den König traf, war er so nett, freundlich und aufrichtig an mir interessiert, was mich so glücklich und aufgeregt machte! Ich bin so dankbar für alle, die diesen besonderen Abend möglich gemacht haben“, schließt Zhu. „Es war eine solche Ehre, in einer meiner Lieblingsstädte daran teilzunehmen!“

In seiner Heimatregion wird Simon Zhu schon bald wieder zu hören sein: Für 16. März 2025 ist ein Konzert mit dem Ebinger Kammerorchester geplant. Auf dem Programm steht dann das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven. Auf Reservix hat der Vorverkauf schon begonnen.