40 Projekte haben die Vinzentinischen Ersthelfer in 14 Jahren umgesetzt. Das jüngste hat mit dem Jubiläum „50 Jahre Albstadt“ zu tun, und doch reichen seine Wurzeln weit zurück.
Es war 1982. Michael Weimer war noch ein Teenager und besuchte seine Oma am Krankenbett. „Dort durfte ich ein Straminbild machen, ein Landschaftsbild“, erinnert sich der Gründer der Vinzentinischen Ersthelfer Albstadt, der damals Spaß daran fand, auf dem Gewebe zu knüpfen – und das immer mal wieder machen wollte.
Weil fast alles, was der katholische Diakon heute anpackt, Teamarbeit ist, suchte er zusammen mit Angelika Friedel, die vor drei Jahren die Vinz-Bastelwerkstatt eröffnet hatte, Knüpfpatinnen – und auch ein paar -paten –, und sie alle machten sich daran, Bilder zu knüpfen, die nun zu einem großen Wandbehang zusammengefügt worden sind. In den Räumen des Wäscheherstellers Mey durfte Frida Conzelmann, mit sechs Jahren die jüngste Knüpfpatin, das Kunstwerk zum Jubiläumsjahr „50 Jahre Albstadt“ enthüllen – unter dem Applaus aller Beteiligten (siehe Info).
Die Knüpfbilder zeigen die Teddybären, die künftigen Maskottchen der Vinzentinischen Ersthelfer, die Häschen, die symbolisch für die Vinz-Pflegewerkstatt-Oase und ihren Streichelzoo stehen, sowie Sonnenblumen als Sinnbild für die Saat, die in der Arbeit der sozialen und engagierten Gruppe aufgeht, wenn sie für Senioren, Pflegende, Trauernde und Menschen in jeder Art seelischer, körperlicher und materieller Not da sind.
Sie zeigen aber auch die Wappen der neun Albstädter Stadtteile und das Stadtwappen selbst. Für Oberbürgermeister Roland Tralmer zeigt das „die Einheit in der Vielfalt und die Einheit durch Vielfalt“, wie sie für die Stadt Albstadt charakteristisch sei, wie das Jubiläumsjahr bewiesen habe, an dem sich Vereine, Kirchen und Organisationen aus allen Stadtteilen beteiligt hätten. „Die Gesamtstadt lebt von der Einzigartigkeit jedes Stadtteils – und das Stadtfest war ein Miteinander des Ehrenamts in dieser Stadt.“
Derzeit brächen sich Zukunftsängste Bahn, sagte Tralmer und ging auf die meckernden Kommentare zu einem Weihnachtsbaum in Tailfingen ein, den eine Firma zur Freude der Senioren in der Augustenhilfe gespendet habe, weil die Stadt aus Kostengründen nur einen Baum pro Stadtteil aufstelle: Krumm sei er, und nicht schön. Und überhaupt sei es ungerecht, dass Tailfingen mehr Bäume bekomme als andere Stadtteile. „Die Stimmen derer, die sich wohl fühlen in Albstadt und zufrieden sind, die finden Sie in den so genannten Sozialen Medien nicht“, sagte Tralmer. „Aber wenn wir alle anpacken – sei es künstlerisch oder durch eine gute Tat: Was gibt es dann eigentlich zu bekritteln?“
„Liebe sei Tat“ ist auch das Motto des Heiligen Vinzenz von Paul, dessen gelebte Nächstenliebe Fundament der Vinzentinischen Ersthelfer ist. „Wenn wir gemeinsam anpacken nach dem Motto ‚Liebe sei Tat‘, haben wir alle etwas davon!“ Tralmer versprach, auch im Rathaus ein würdiges Plätzchen für den Knüpfbehang zu finden, für den Markus Roth einen Ständer gebaut hat, damit der Wandbehang schön zur Geltung kommt.
Den beteiligten Seniorenheimen schenkte Michael Weimer die geknüpften Kissen mit Sonnenblumen- und Teddy-Motiven, die ebenfalls die Knüpfpatinnen angefertigt hatten, ehe Isabell Haasis von der Firma Mey, die charmant durch die Veranstaltung führte, alle ins Restaurant „s’Albrecht“ zum Essen einlud – und allen fröhliche Weihnachten wünschte.
Die Vinz-Knüpfpatinnen
Mitgeknüpft
am Wandbehang „50 Jahre Albstadt“ oder sich auf eine andere Weise beteiligt haben Ulrike Akermann, Diana Alber-Losekam vom Seniorenheim Senova in Truchtelfingen, Sigrun Axmann, Susanne Bach vom Seniorenheim Senova, Andrea Bodmer, Birgit Breitkopf vom Seniorenheim Schillerresidenz, Frida Conzelmann, Gerlinde Fechner, Angelika Friedel, Helene Keinath, Monika Maier, Monika Markanicz, Dieter Ostheimer, Waltraud Ostheimer, Martina Ott, Anke Otterbach, Andrea Roth, Markus Roth, Ilona Schaale, Gisela Schobel, Doris Schreyeck, Rosemarie Spiller, Brigitte Stehle, Heike Weimer und Michael Weimer.