Die wenigsten Vereine in VS haben einen hauptamtlichen Clubmanager. Der Hockey-Club (HC) Villingen prescht vor und erklärt, warum er sich eine hauptamtliche Stelle leistet.
„Wir wachsen mit Struktur und Herz“, sagt Kathi Furtwängler über ihre neue Rolle beim HC Villingen.
Seit dem 1. Oktober 2024 ist sie hauptamtliche Clubmanagerin des Villinger Vereins – eine Premiere für den bislang ehrenamtlich geführten Verein.
„Dass ein Verein unserer Größe diesen Schritt wagt, ist alles andere als selbstverständlich“, sagt Kathi. Ihr Fazit nach einem Jahr fällt positiv aus: „Ich habe das Gefühl, dass im Hintergrund vieles klarer geworden ist – von der Kommunikation bis zu konkreten Angeboten wie dem neuen Torwarttraining.“ Für den Verein bedeutet das: professionellere Abläufe ohne den familiären Charakter zu verlieren.
Neu orientiert
Ihr Weg dahin verlief über Umwege. Als Grundschullehrerin fühlte sie sich zunehmend vom starren Bildungssystem ausgebremst und wollte sich deshalb beruflich neu orientieren. Gleichzeitig war sie seit vielen Jahren Hockeytrainerin und Jugendleitung des Hockey-Clubs, teilt der Verein mit.
Verein wächst weiter
„Wir waren an einem Punkt, an dem sich alle schon überdurchschnittlich engagiert hatten – aber der Verein wuchs weiter. Innerhalb weniger Jahre sind wir von 180 auf knapp 400 Mitglieder gewachsen. Wir wussten, dass der Bedarf nach einer hauptamtlichen Stelle da ist, aber nicht, wer sie besetzen sollte.“
Als die Belastung der Ehrenamtlichen wuchs, schlug sie sich für die neu angedachte Stelle selbst vor – wohlwissend, dass es mutig ist, in einem kleinen Verein eine bezahlte Funktion zu etablieren. Durch ihre neue Rolle gibt es jetzt eine feste Ansprechperson für alle Belange, was besonders die Ehrenamtlichen entlastet. Zudem entwickelt Kathi Strukturen, fördert interne Fortbildungen und treibt neue Konzepte zur Mitgliedergewinnung voran.
Auf drei Säulen
Die Finanzierung stützt sich nach Angaben des Vereins auf drei Säulen: Sponsoring, Mitgliedsbeiträge und Events. „Natürlich muss das tragfähig sein. Aber wenn klar ist, welchen Mehrwert die Stelle bringt, stoßen wir auf Verständnis.“
Kathi Furtwängler betont: „Ich bin kein Ersatz für Ehrenamt – ich bin hier, um es zu stärken.“ Dass der HC Villingen damit zu den Vorreitern zählt, macht sie stolz: „Wir zeigen, dass auch kleine Vereine groß denken können.“
Ein weiterer Meilenstein ist für den Verein die erstmalige Besetzung einer FSJ-Stelle. Mit Finn Neuberger, einem Eigengewächs des Vereins, gewinnt das Team frisches Know-how und spürbare Tatkraft.
Der Verein
Der Hockey-Club Villingen
hat etwa 400 Mitglieder, Vorsitzender ist Joachim Oberecker. Weitere Infos: www.hc-villingen.de, Facebook & Instagram: @hc-villingen.