Auf der Flucht aus der Mall in Doha sieht die Reisegruppe um den Villinger Jürgen Vogler: Der Raketeneinschlag in fand in unmittelbarer Nähe statt. Foto: Jürgen Vogler

Die Lage bei den festsitzende Villingern in Doha spitzt sich erstmals nach dem Beginn des Krieges zu. Die Stadt ist angegriffen worden – zu der Zeit, als die Reisegruppe unterwegs war.

Die im Kriegsgebiet festsitzende Reisegruppe aus Villingen und Donaueschingen sollte am Donnerstag eigentlich planmäßig die Rückreise antreten – stattdessen erlebt sie nun den bisher heftigsten Angriff auf Doha seit Ausbruch des Krieges am Samstag.

 

Der Villinger Jürgen Vogler hatte gemeinsam mit seiner Frau, seiner Tochter, ihrem Mann sowie einem weiteren befreundeten Ehepaar eine Kreuzfahrt auf „Mein Schiff“ 5 angetreten. In Doha musste die Reise aufgrund des begonnenen Krieges unterbrochen werden.

Mehrere Tage durften die rund 2500 Passagiere das Schiff nur innerhalb eines abgesperrten Bereichs am Hafen verlassen. Seit Mittwoch war es laut Vogler möglich, das Schiff auf eigene Gefahr zu verlassen. Die Reisegruppe hatte es deshalb am Donnerstag gewagt, die City von Doha zu besuchen. Sie ahnten dabei nicht, dass nur wenig später iranische Raketen die katarische Hauptstadt treffen würden.

Denn über die Mittagszeit ist Doha angegriffen worden – etwa eine Stunde, nachdem die Reisegruppe die Stadt erreicht hatte und gerade die prächtige Villaggio Mall besuchte. „Eine Vielzahl von Detonationen hat die Stadt erschüttert“, so der ehemalige Hauptkommissar.

Flucht in die Metro und dann auf’s Schiff

Die erste heftige Detonation sei auch in dem Einkaufszentrum zu hören und zu spüren gewesen, in dem sich die Villinger befanden. Die Evakuierung sei unverzüglich eingeleitet worden. Im Freien habe die Reisegruppe dann gesehen: Nur wenige Meter von der Mall stieg Rauch von einem Einschlag auf.

Sowohl das Personal als auch der Villinger und seine Begleiter flüchteten daraufhin in die Metro. „Wir fuhren mit der Metro weitestgehend weg vom Geschehen und legten die restlichen rund fünf Kilometer mit einem Taxi zurück zum Schiff.“

Deutliche Restriktionen auf dem Schiff

Auch auf dem Schiff habe sich die Lage – nachdem der Kapitän am Vormittag noch frohen Mutes gewesen war – als deutlich angespannt dargestellt. Die Verantwortlichen hätten alle Außendecks sowie die Balkone gesperrt. „Die Lage ist zwischenzeitlich wieder sehr dynamisch“, schildert Vogler gegenüber unserer Redaktion.

Alle Hoffnungen liegen nun auf der kommenden Woche. So sind zunächst Bordkarten bis zum 12. März ausgestellt worden – ob dann eine Möglichkeit zur Flucht besteht, ist allerdings noch unklar. Für Jürgen Vogler und einen weiteren aus der Reisegruppe wäre das ein besonderes Geschenk, denn sie feiern an diesem Tag ihren Geburtstag.