Wer darf pilgern? Und warum? Unsere Redakteurin Cornelia Spitz zieht ein Resümee aus ihrer Erfahrung mit der Fußwallfahrt von Villingen auf den Dreifaltigkeitsberg.
Ist es Heuchelei? Oder darf man pilgern gehen, ohne der Super-Christ und absolut bibelfest zu sein? Zugegeben: Die Frage stellt sich. Auch mir. Trotz aller Abenteuerlust. Und bei allen Zweifeln, vor allem zur Kirche, die sich stellen.
Impulse, die hängen bleiben
Was ist Glaube? Diakon Rupert Kubon hat sich dem Thema währenddessen von vielen Seiten genähert – mir persönlich zu nahe an Bibeltexten. Aber das blieb hängen: Glaube darf auch als Zuversicht verstanden werden. Und obgleich ich religiös unbelastet ans Pilgern herangegangen bin, blieb es nicht aus, Kilometer für Kilometer nachzudenken. Reinzuspüren. Jetzt kenne ich meine Antwort: Ja, man darf auch pilgern, wenn einem Bibeltexte zu fremd und altbacken, die Kirche zu starr, realitätsfern und festgefahren ist. Man darf loslaufen, nachdenken und einfach mal dankbar sein und sein ganz eigenes Thema mit hoch auf den Berg nehmen – so wie die vielen Pilgerer, deren Bekanntschaft ich machen durfte. Es war mir eine Freude!