Schließungen, Neueröffnungen und Umbauten: Aus der Villinger Innenstadt gibt es einige Neuerungen zu berichten, die sich in den vergangenen Wochen abgespielt haben oder geplant sind. So darf sich die Färberstraße über einen Späti freuen.
Neues Jahr, neues Glück? Das gilt nicht für alle Gewerbetreibenden in der Villinger Innenstadt. Mehrere Läden haben sich in den vergangenen Wochen zurückgezogen, doch es gibt auch positive Neuigkeiten. Ein Überblick über die Veränderungen innerhalb der Stadtmauern.
Färberstraße Einen Späti in der Färberstraße? Was angesichts des Partyvolks naheliegend erscheint, wird mit Dini’s Kiosk nun Wirklichkeit. Denn in den Räumen des ehemaligen Cafés La vie (Färberstraße 41), welches bereits seit einigen Wochen geschlossen hat, eröffnet Arber Ademaj einen neuen Kiosk mit langen Öffnungszeiten am Wochenende.
Der 25-Jährige hatte sich schon lange in den Kopf gesetzt, neben seinem Job bei einem Automobilzulieferer ein zweites Standbein aufzubauen. „Eigentlich wollte ich einen Automatenkiosk eröffnen, hier in der Färberstraße war das aber nicht erlaubt“, erklärt Ademaj. Warum dann nicht ein „normaler“ Kiosk? Gesagt, getan. Seit November baut er mit der Hilfe seiner Geschwister die Räume um, entwickelt ein Konzept und ist nun bereit zu öffnen.
Freitag und Samstag bis 2 Uhr geöffnet
Internationale Produkte wie Snacks und Getränke aus China, den USA, Spanien und Frankreich, die nicht in den üblichen Supermärkten erhältlich sind, aber darüber hinaus das klassische Kiosk-Sortiment sowie Drogerie-Artikel werden hier zukünftig angeboten. Auch über ofenfrische Baguettes, Pizzaschnitten, Muffins und Donuts dürfen sich die Kunden freuen. In den kommenden Wochen soll hier zudem eine Lotto-Annahmestelle entstehen.
Ademaj zielt dabei insgesamt auch auf die Bar-Besucher in der Kneipenmeile als Kundschaft, hat deshalb Freitag und Samstag bis 2 Uhr geöffnet. An den übrigen Tagen schließt Dini’s Kiosk um 22 Uhr. Geöffnet ist von Montag bis Samstag ab 10.30 Uhr. Mit der Unterstützung einer Angestellten sowie der Geschwister soll ab kommenden Samstag die Versorgungslücke in der Färberstraße und in der Innenstadt geschlossen werden.
Rietstraße Bereits im Juli hat im ehemaligen Telekom-Laden (Rietstraße 2) mit Liberty eine Damenbekleidung eröffnet. Das Unternehmen aus Lübbecke (Westfalen) hat in Deutschland nach eigenen Angaben mehr als 100 Filialen und über 500 Mitarbeiter. Der nächste Standort befindet sich in Lahr.
Bewegung kommt zudem in die seit Ende 2020 geschlossene Rats-Apotheke. Das Haus stand längere Zeit zum Verkauf, nun kündigt das Bauunternehmen Z7 eine Komplettsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an. Entstehen sollen in der Rietstraße 17 sechs neue Eigentumswohnungen sowie ein Ladengeschäft (Kaufpreis ab 190 000 Euro).
Niedere Straße Einen größeren Wandel gibt es in der Niederen Straße zu verzeichnen. In die ehemalige Filiale des Juweliers Grießhaber (Niedere Straße 14) ist Deniz Sahin mit seinem Modeladen D’Style gezogen. Zuvor hatte er seine Boutique in der Brunnenstraße 13. Auf 80 Quadratmetern hat er nun für seine ausgefallene Herrenmode mehr Auswahl und ein größeres Sortiment, zudem eine größere Anzahl von Laufkundschaft. „Bis jetzt hat sich der Wechsel ausbezahlt“, so der 43-Jährige.
Nach dem Umzug von Deichmann von der Niederen Straße 20-22 in den Modepark Röther im vergangenen Juli, steht die Fläche bislang leer. Seit dem wird sie bei einem Immobilienbüro zur Miete angeboten. Geworben wird hier „eine großzügige Verkaufsfläche von circa 600 Quadratmetern, verteilt über drei Etagen, in bester Lage im Stadtzentrum von Villingen-Schwenningen“. Separat angeboten wird im ersten Obergeschoss eine Bürofläche von 230 Quadratmetern. Wann hier neues Leben einzieht, steht bislang aber nicht fest.
Nanu-Nana mit neuer Filiale
Während sich bereits nach kurzer Zeit Mein Style (Schmuck, Socken und Naturprodukte) aus der Niederen Straße 21 verabschiedet hat, gibt es mit Nanu-Nana (Niedere Straße 15) eine populäre Neueröffnung. Im komplett umgebauten Geschäft, in welchem früher auf zwei Stockwerken Mode angeboten wurde, gibt es nun einen Spezialisten für Deko- und Geschenkartikel. Das Unternehmen ist an über 300 Standorten in Deutschland zu finden.
Kürzlich geschlossen hat zudem der erste VS-Späti (Niedere Straße 62). Vor knapp einem Jahr hatte dort Nikolai Peter den Kiosk mit umfangreichen Öffnungszeiten und einem (fast) Dauerbetrieb während der Fasnet eröffnet, seit wenigen Tagen ist das Geschäft geschlossen. Peter erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, das er den Späti im Erdgeschoss des kürzlich von ihm übernommenen Lokals Glunkenhaus integrieren wollte. Die Stadt hätte hierfür aber keine Genehmigung erteilt, den Späti hat er daraufhin geschlossen.
Bekannt wurde darüber hinaus, dass auch Kochlöffel (Niedere Straße 60) seine Filiale nach einem Brand im Sommer 2022 nicht mehr öffnen wird. Das Unternehmen begründet dies mit lüftungstechnische Auflagen, die in dem Gebäude nicht umsetzbar seien.
Weitere Straßen In der Bickenstraße 7 (ehemals Maßschneiderei „Massnahme“) befindet sich nun eine Zweigstelle des Waldshuter Unternehmens Schlatter-Immobilien.
Im Ladengeschäft der Oberen Straße 35, welches seit dem Tod des Textilhändlers Werner Hauck im Jahr 2018 verwaist ist, wartet Eigentümer Ali Pekesen weiterhin auf Interessenten. Pekesen hatte bereits die Zusage eines Lebensmittelhändlers, der sich dort niederlassen wollte – trotz vorliegender Genehmigung der Stadt zerschlugen sich die Pläne aber aus finanziellen Gründen des Betreibers. Seit dem ruhen die Arbeiten im dem Lokal. Auf aktuelle Nachfrage unserer Redaktion erklärt er, dass sich am Sachstand bislang nichts geändert hat. Der Leerstand bleibt also vorerst bestehen.