Nach nicht einmal drei Monaten waren die Ermittlungen nach dem Tod eines Villingers in Berlin beendet, schon kommende Woche steht der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter an. Nun kommen auch neue Details zur brutalen Tat ans Licht.
Seine neue Liebe soll einem 34-Jährigen in Berlin zum Verhängnis geworden sein – davon gehen Ermittler nach dem tödlichen Messerangriff auf den begnadeten Breakdancer aus Villingen aus. Der Mann kam im vergangenen August nach der Attacke auf offener Straße ums Leben.
Sein gewaltsamer Tod löste in seiner Heimat Entsetzen aus. Der 34-Jährige hatte sich in VS insbesondere aufgrund seiner Leidenschaft für Breakdance einen Namen gemacht. Er war Teil der Breakdance-Gruppe „Tru Cru“ mit Mitgliedern aus ganz Süddeutschland und pflegte einen großen Freundeskreis.
Im Treppenhaus trifft er auf den Täter
Mittlerweile konnte die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts die Tat nach den schnellen Ermittlungen genau rekonstruieren. Demnach soll es an jenem Freitagabend zu einer verhängnisvollen Begegnung des Villingers mit dem späteren Täter gekommen sein – denn im Treppenhaus seiner neuen Freundin sei er beim Verlassen ihrer Wohnung auf ihren Ex-Freund getroffen. Dabei handelt es sich um einen 39-Jährigen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sorgte die Begegnung für einen weitreichenden Konflikt. „Der Angeschuldigte soll den 34-jährigen dann bedrängt haben und ihm auf den Gehweg gefolgt sein“, heißt es in einer Pressemitteilung zu den Ermittlungen. Das spätere Opfer habe den 39-Jährigen anschließend aufgefordert, ihn nicht weiter zu verfolgen. Dann sei die Situation eskaliert.
Mit Cuttermesser in den Hals gestochen
Denn auf dem Gehweg in der Zwiestädter Straße in Berlin-Neukölln kam es den Ermittlungen zufolge kurz darauf zu einer Auseinandersetzung, „der später Verstorbene soll den Angeschuldigten dabei weggeschubst haben“, heißt es. Was folgte, war ein tödlicher Angriff. Mit einem Cuttermesser habe Angreifer den Villinger „mit einer schwungvollen Bewegung“ in den Hals gestochen. Er flüchtete daraufhin.
Ausgerechnet die Freundin des 34-Jährigen sah ihren Freund beim Blick aus ihrem Fenster blutüberströmt auf dem Gehweg. Sie soll ihm laut Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einer Passantin zur Hilfe geeilt sein. „Die beiden versuchten dann vergeblich, die Blutung mit Handtüchern zu stoppen“, heißt es in der Mitteilung.
Der Täter will sich nur verteidigt haben
Der Rettungsdienst brachte das Opfer ins Klinikum. Die Verletzungen waren jedoch zu gravierend. Zwei Tage nach dem Angriff starb der junge Mann. Und der Täter? Dieser stellte sich noch am Tatabend der Polizei. In den Vernehmungen gab er laut der Ermittler an, sich lediglich verteidigt zu haben. Der 39-Jährige sitzt seit dem 9. August in Untersuchungshaft.
Ende Oktober hatte die Staatsanwaltschaft aufgrund ihrer Ermittlungen gegen den Angeschuldigten Anklage wegen Totschlags zum Landgericht Berlin I erhoben. Die Anklage ist dort bereits zugelassen und die Hauptverhandlung terminiert worden. Wie eine Sprecherin des Landgerichts auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, soll die Tat bereits am kommenden Montag, 9. Dezember, vor Gericht verhandelt werden. Ob noch am gleichen Tag ein Urteil gesprochen wird, ist noch unklar.
Für Totschlag sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vor, in besonders schweren Fällen ist auch eine lebenslange Haft möglich.