Eine brutale Messerattacke auf einen 34-Jährigen aus VS in Berlin schockierte die Menschen in seiner Heimat. Der junge Mann starb kurz darauf an seinen schweren Verletzungen. Nun gibt es Hinweise, warum es zu dem tödlichen Angriff kam.
Ein junges Leben wurde in Berlin ausgelöscht – zurück blieben auch in Villingen-Schwenningen ratlose Freunde, Bekannte und Familienangehörige. Warum musste der 34-Jährige sterben?
Der begnadete Breakdance-Tänzer wurde am 9. August Opfer einer brutalen Messerattacke in der Bundeshauptstadt. An jenem Freitagabend geriet das Mitglied der Breakdance-Gruppe „Tru Cru“ laut Polizei zunächst in einen verbalen Streit mit einem 39-Jährigen.
Auf einem Gehweg in der Zwiestädter Straße in Berlin-Neukölln nahm die Situation dramatische Züge an. Denn der mutmaßliche Täter griff zu einem Cutter-Messer, stach dem 34-Jährigen in den Hals und fügte ihm damit tödliche Verletzungen zu.
Mann stirbt zwei Tage nach der Attacke
Mit der klaffenden Wunde schleppte sich das Opfer noch einige Meter weiter, brach dann aber blutüberströmt zusammen. Er kam nach einer ersten Versorgung durch Passanten, Polizeibeamte und Rettungskräfte in ein Krankenhaus. Dort musste der 34-Jährige reanimiert werden, bevor er operiert wurde. Die Bemühungen der Ärzte blieben allerdings ohne Erfolg. Zwei Tage nach der Attacke starb der junge Mann.
Der Täter flog nach Angaben der Ermittlungsbehörden zunächst vom Tatort, stellte sich dann aber der Polizei. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes hatte nach der Tat die Ermittlungen übernommen.
Opfer und mutmaßlicher Täter kannten sich
Auf Anfrage unserer Redaktion geben die Behörden nun auch erstmals Details zu dem Tötungsdelikt preis. Den Ermittlern zufolge hat der 39-Jährige Angaben zum blutigen Angriff gemacht, „der Beschuldigte räumt die Tat grundsätzlich ein“, erklärt Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner, Pressesprecher der Strafverfolgungsbehörden Berlin. Die Ermittlungen hätten zudem ergeben, dass sich der mutmaßliche Täter und das Opfer gekannt haben.
Büchner: „Der Beschuldigte und der Geschädigte waren der Ex- beziehungsweise der neue Freund einer Frau.“ Möglich ist deshalb, dass bei der Streitigkeit die Beziehung thematisiert wurde und dies den Streit mit fatalen Folgen ausgelöst hat.
Obduktion bestätigt Tatablauf
Um Aufschluss über den Tatablauf zu gewinnen, kam die Leiche des 34-Jährigen zur weiteren Untersuchung in die Rechtsmedizin – so war eine Obduktion angeordnet worden. „Erkenntnisse für eine vom bis dahin bekannten Tatverlauf abweichende Todesursache haben sich daraus nicht ergeben“, so der Oberstaatsanwalt.
Nach der Obduktion wurde der Leichnam nach Villingen-Schwenningen überführt, wie Freunde des Verstorbenen unserer Redaktion berichteten. Auch dafür war das Geld der von Freunden initiierten Spendenaktion verwendet worden. Innerhalb weniger Tage kamen hierbei 20 000 Euro zusammen.
Am 20. August nahm man bei der Beisetzung auf dem Villinger Friedhof und einer anschließenden Trauerfeier im Jugendhaus gemeinsam Abschied vom Breakdance-Begeisterten. „Rest in Power“ (deutsch: „Ruhe in Kraft“) schreiben seine Tanzkollegen in einem Abschiedsbeitrag; „Wir werden Dich für immer lieben, Bruder – wir sehen uns wieder auf der anderen Seite“.