Robert Reuter verkauft neben seinen Bergschaffellen auch jede Menge andere Produkte. Foto: Leroy Behrens

Auch in diesem Jahr lockt der Villinger Herbstmarkt wieder Besucher aus der ganzen Region in die Innenstadt. Erneut ist Händler Robert Reuter vertreten. An seinem Stand verkauft er im heimischen Großostheim eigens gefertigte Kürschnerartikel.

Es ist noch ruhig am Vormittag des ersten Tages des Villinger Herbstmarkts. So sieht das auch Händler Robert Reuter: „Der erste Tag läuft immer etwas schleppend an. Zum Wochenende hin wird es dann besser.“ Der Rentner weiß, wovon er spricht. Schließlich kommt er mit seinem Stand schon seit 39 Jahren auf die Villinger Herbstmesse. Reuter verkauft Hausschuhe, Felle, Alpaka-Socken und vieles mehr aus eigener Herstellung. Das Fell der Tiere kommt ebenfalls vom eigenen Hof. Denn zuhause, im vier Stunden entfernten Großostheim, hat er jede Menge Schafe und Alpakas. Warum gerade diese Mischung an Tieren?

 

„Die verstehen sich sehr gut und können einwandfrei gemeinsam unter einer Decke leben“, erzählt Reuter lachend. An seinem Stand vertreibt er alles, was das Kürschner-Handwerk begehrt. „Da wir leider ein aussterbendes Handwerk sind, bin ich froh, die Fahne für alle Kürschner hochhalten zu können,“ sagt er.

Über 60 Märkte fährt Reuter im Jahr an

Machen müsse er das als Rentner eigentlich nicht mehr, so Reuter. „Ich mach das nur, weil es mir immer noch Spaß macht“. Und das nicht nur zweimal im Jahr in Villingen, wie er zu verstehen gibt. Über 60 Märkte fährt der Händler aus Großostheim im Jahr an. Einen Laden besitzt er deshalb nicht: „Wir sind zu 300 Prozent Markt, wenn die Leute etwas brauchen, dann kommen sie auf die Märkte“.

Gerade Stammkunden würden sowieso immer kommen, deshalb sei er auch gut ausgelastet, wie er erzählt. „Es kommen auch viele andere Kunden, klar. Aber da hängt es immer vom Wetter ab“. Solche Veranstaltungen würden mit dem Wetter stehen und fallen. Er hoffe deshalb, dass es die Tage einigermaßen trocken bleibt.

Schweizer kaufen anders als die Deutschen

Gespannt ist er schon, welche Produkte in diesem Jahr besonders gefragt sein könnten. „Im Frühjahr sind es meist Felle“. Jetzt vermute er, dass die Leute eher Hausschuhe kaufen werden. „Man wird sehen“, grinst er. Was ihm aber auch schon aufgefallen sei, ist das Kaufverhalten der verschiedenen Nationen. „In Villingen sind auch viele Schweizer unterwegs. Die kaufen häufig relativ bunt ein“. Die Deutschen seien hingegen eher klassisch unterwegs. Das wird er auch im nächsten Jahr wieder beobachten. Denn ans Aufhören denkt er noch lange nicht: „Solange es mir Spaß macht, komme ich wieder. Da ist noch kein Ende in Sicht.“

Auch sonst bietet die Herbstmesse wieder einiges. So gibt es in diesem Jahr erstmals einen „Fish & Chips“-Stand, der das kulinarische Angebot erweitert. Auch etwas Neues für die Kinder ist geboten. In der Oberen Straße gibt es erstmals ein großes Trampolin für die kleinen Marktbesucher.