Die Grundschülerin Samara Aguilar ist fit für den Zirkus. Foto: Maria Liebelt

Das blau-rot der Zirkuskuppel auf dem Festplatz am Friedengrund passt zur fröhlichen Stimmung im Zelt. Die Grundschüler der Südstadtschule studieren eine Woche lang eine Aufführung mit dem Zirkus Baldini ein.

„Guten Morgen, Zirkus Baldini“ rufen die 120 Kinder der Südstadtschule im Chor, so laut, dass dem Clown beinahe das Gehör platzt.

 

Das Klassenzimmer weicht in dieser Woche dem Zirkuszelt. Schüler der Stufen eins bis vier sind eingeteilt in jeweils drei Gruppen a 120 Schülern, um binnen einer Woche zusammen mit dem Zirkus Baldini eine waschechte Zirkusshow auf die Beine zu stellen.

Vor der Generalprobe

Bei der Durchlaufprobe am Donnerstag morgen, vor der Generalprobe, reicht die Stimmung von konzentriert und aufmerksam bis ausgelassen. Die Kinder auf den Zuschauerbänken feuern die anderen johlend und kreischend an.

Jedes Kind taucht zweimal in der Aufführung auf. Zu Beginn der Woche wurden alle Disziplinen vorgestellt und die Kinder durften zwischen Jonglieren, Seiltanz, Trampolin, Trapez, Hula-Hoop, Tuchtanz, Akrobatik und der Kunst des Clownens wählen, was sie erlernen möchten. „Je nach Begabung“, meint Tino, „wenn das Trapez nicht gut geklappt hat, dann halt Hula-Hoop oder Tuchtanz.“

Noah Meyenburg springt so hoch er kann. /Maria Liebelt

Zirkus Baldini hat erstmals 2006 damit begonnen, mit Schulklassen eine Zirkusshow einzuüben. Mittlerweile fokussiert sich der traditionsreiche Zirkus ausschließlich auf die sogenannte Zirkuspädagogik. Der Zirkus ist immer ausgebucht und auch Schulleiter Elmar Dressel hat bereits für die nächste Aktion in vier Jahren reserviert.

Clown eröffnet die Show

Tino, der Clown von Zirkus Baldini, eröffnet die Show. Mit eindrucksvoller Lichtershow und abgestimmter Musik kommt die Choreo besonders gut zur Geltung. Bei der Aufführung sind dann alle Kinder in Schwarz gekleidet und durch das Schwarzlicht, leuchten die bunten Tücher und Requisiten und sorgen für echte Zirkusstimmung.

Alle vier Jahre

Jeden Tag wird an die zwei Stunden geprobt, ansonsten findet regulärer Schulbetrieb statt. Dressel freut sich die Zirkusaktion alle vier Jahre anbieten zu können. „Die Idee ist, dass jedes Kind einmal mitmachen kann und diese Bühnenerfahrung und den Applaus zu erleben. Die Kinder sollen sich ausprobieren und so eine Aktion fördert die Persönlichkeitsentwicklung – in einem Zirkus mitzumachen ist für die meisten Kinder ein einmaliges Erlebnis.“ Doch natürlich ist so ein Angebot ziemlich teuer, doch die Stadt erlässt die Pacht für den Zeltplatz und sonst werde das Projekt durch Spenden finanziert.

Donnerstag und Freitag strömten dann die Zuschauer in die Manege zur finalen Vorführung. Das Publikum toste.