Die historisierende Taufzeremonie der Hexenzunft Villingen vor historischer Kulisse im ehemaligen Stadtgraben (heute Ringanlagen) vor dem Romäusturm zog bei nasskaltem Graupelschauer so rund eine vierstellige Zahl schaulustiger Fasnetsgeister aus Nah und Fern an.
Im Hexenleben herrschen raue Töne, wurde den Neuen vom alles beobachtenden Hexenmeister von Anfang an klar gemacht: „Ist das euer Tempo, erbärmliche Brut“.
Die 64 Täuflinge mussten dem suggestiv fordernden Hexenmeister in einer feierlichen Zeremonie nicht nur ihre Treue schwören, sondern sich auch in einer kurzweiligen und mit pyrotechnischen Spezialeffekten angereicherten Show einer Prüfung unterziehen.
Der Hexenmeister und sein Gefolge hatten ein waches Auge darauf, dass die Neuen sich weder von widerlichem Gebräu noch von unberechenbar ausbrechenden Feuern scheuten, die Spezialbehandlungen an Zentrifuge und Platinier-Eisen durchgeführt wurden, und die Balancierstange tadellos überwunden wurden.
Vom Wagen ins Stroh
Wer aber die Gesichtskontrolle nicht gleich bestand, flog beispielsweise ohne Erbarmen vom Wagen ins Stroh und durfte sich nochmals anstellen. Da hatten die weiblichen Zöglinge dann doch einen kleinen Geschlechtsvorteil. Erst dann wurde ihnen der Hexenstempel auf die Stirn gestoßen und durften endlich die ersehnte Scheme in Empfang nehmen durften, um künftig ein vollwertiger Fasnetsgoascht sein zu dürfen.
Ein anstrengendes und erschöpfendes Prozedere, bei dem die Adrenalinproduktion auf Hochtouren lief, das sah man nicht nur den Neuen, sondern auch den zahlreichen Hexenmeisterhelfern an.
Ins Hexenstüble
Doch für das leibliche Wohl bei diesem Spektakulum war gesorgt, außerdem öffneten sich mit der Taufe auch die Pforten des Hexenstübles in der Turmgasse direkt unterhalb des Romäusturms. Und vorweg, der Hexenball findet am 2./3. Februar in der Neuen Tonhalle statt.