Sitzungsunterlagen in Papierform waren gestern. Im Villingendorfer Sitzungssaal holen sich die Gemeinderäte ihre Informationen aus Tablets. Foto: Schmidt

Mit den Zahlen des Haushaltsplanentwurfs für 2026 wurde der Gemeinderat konfrontiert. Das Defizit beläuft sich auf mehr als 300 000 Euro.

Gut eine Stunde befassten sich die Villingendorfer Gemeinderäte mit dem Entwurf des Haushaltsplans für das Jahr 2026. Trotz leicht verbesserter Einnahmeprognosen kann der Haushalt voraussichtlich nicht ausgeglichen werden.

 

Nach aktuellem Stand rechnet die Verwaltung mit Einnahmen von rund 10,66 Millionen Euro und Ausgaben von etwa 10,97 Millionen Euro. Im Ergebnis bedeutet dies ein Defizit von 311 000 Euro.

Kurz vor der Sitzung wurde der Entwurf noch einmal angepasst, berichtete Kämmerin Daniela Duttlinger. Statt der bisherigen Steuerschätzung aus dem Mai fließen nun die Daten der Oktober-Steuerschätzung in die Berechnung ein. Diese fallen etwas günstiger aus, als zunächst angenommen. Dennoch bleibe das Ergebnis negativ, so dass der Haushaltsausgleich im kommenden Jahr nicht erreicht werden könne.

Kreisumlage nach oben korrigiert

Auswirkungen zeigen sich dadurch auch im Finanzhaushalt: Durch das Minus verringert sich der Zahlungsmittelüberschuss, der üblicherweise für Investitionen zur Verfügung steht. Der Spielraum für größere Projekte werde dadurch spürbar kleiner.

Darüber hinaus verwies Duttlinger auf die Kreisumlage, die im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 31 auf 32 Prozent korrigiert werden musste. Die Ausgaben der Gemeinde würden dadurch zusätzlich erhöht.

Wo Einnahmen steigen

Derweil liege das Haushaltsjahr 2025 im Plan, so Duttlinger. Aus den bestehenden Kreditermächtigungen wurden 500 000 Euro in Anspruch genommen, während 400 000 Euro ins kommenden Jahr übertragen werden könnten.

Erfreulich entwickelte sich die Gewerbesteuer. Statt mit den im Plan angenommen 1,3 Millionen Euro wird derzeit mit einem Ist-Aufkommen von 1,5 Millionen Euro gerechnet. Die Zuweisungen des Landes und die Steuereinnahmen liegen im vorgesehenen Rahmen.

Wo Ausgaben steigen

Derweil steigen die Personalkosten von 3,55 Millionen Euro auf 3,79 Millionen Euro. Als Gründe nannte Duttlinger vorgesehene Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst um 2,8 Prozent, die Anpassung der Beamtenbesoldung sowie die Einrichtung eines neuen Amts. Geplant sei darüber hinaus eine neue Leitungsstelle für das technische Bauamt.

Ohne Papier

Neben den finanziellen Themen stand die Modernisierung der Verwaltungsarbeit auf der Agenda der Gemeinde. Mit den erst kürzlich angeschafften Tablets blätterten sich die Räte Seite um Seite durch den Haushaltsplanentwurf. Mit dem Wegfall der papierlosen Sitzungsvorlage entfalle das endlose Kopieren. Damit werden Zeit, Kosten und Ressourcen gespart, reagierte Bürgermeister Marcus Türk auf Nachfrage.

Mit dem neuen RAS-Informationssystem stehen nun Ratsunterlagen digital bereit. Über den Link https://villingendorf.ris-portal.de können Bürger im öffentlichen Bereich des Ratsinfosystems Einsicht nehmen und den Link für Sitzungen nutzen.