Vor der Arresttür im Rathaus: Frank Kapahnke und Felix Schäfer (von links) blicken zuversichtlich in das kommende Forstwirtschaftsjahr. Foto: Schmidt

Die Waldwirtschaft in Villingendorf ist besser als erwartet. Der Holzmarkt belebte die Bilanz. Die schwarze Null rückt in Sichtweite.

Trotz schwieriger klimatischer Bedingungen zeigt sich die Waldwirtschaft in Villingendorf in diesem Jahr deutlich stabiler als erwartet. Forstamtsleiter Frank Kapahnke berichtete im Gemeinderat von einen guten Holzmarkt und gestiegenen Preisen, wodurch das ursprünglich erwartete Defizit gesenkt werden konnte.

 

Der entscheidende Faktor innerhalb der Waldwirtschaft bleibe aber das Wetter, sagte Kapahnke. Die langjährigen Wetterdaten zeichnen weiter ein beunruhigendes Bild: zu wenig Regen und steigende Temperaturen. Eine Entwicklung, die sich im laufenden Jahr fortgesetzt habe.

Minus verringert sich

„Die Temperaturen lagen insgesamt höher als im langjährigen Mittelwert. Gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Borkenkäfer.“ Wobei die Sommermonate eine Ausnahme darstellten: „Der Sommer war ordentlich verregnet.“

Daneben gestalteten sich die Preise auf dem Holzmarkt erfreulich. Die Preise für Nadel- und Stammholz lagen zwischen 110 und 120 Euro pro Festmeter und zeigen weiterhin eine steigende Tendenz. Auch Palettenholz erzielte, wie Industrie- und Brennholz, gute Preise. „Es gibt keine Anzeichen, dass sich der Holzmarkt derzeit verschlechtert.“

Besseres Betriebsergebnis dank Mehreinschlag

In Villingendorf sei der geplante Holzeinschlag pro Jahr daher auf 11 000 Festmeter erhöht worden. Die zufällige Nutzung hielt sich bei elf Prozent in Grenzen. Mithin führte der Mehreinschlag zu einem besseren Betriebsergebnis.

Wurde vormals mit einem Minus von 73 000 Euro gerechnet, habe sich dieses Minus nun auf 23 500 Euro verringert. Etwa 70 Prozent wurde aus Stammholz, zehn Prozent Brennholz und der Rest Palettenholz bezogen, informierte Kapahnke auf Nachfrage aus dem Gremium.

Für das kommende Jahr rechnet Revierleiter Felix Schäfer mit einer Aufforstung von 1500 Eichen und 500 Douglasien. Die Kultursicherung umfasse 15 Hektar. Maßnahmen für Wege und Unterhaltung wären mit 17 000 Euro einkalkuliert. Dazu geselle sich Jungbestandspflege und Borkenkäferbekämpfung.

Neckartal und Hüllberg

Insgesamt bleibe ein negatives Ergebnis von knapp 76 000 Euro. Dennoch zeigte sich im Rat Hoffnung: „Wir rücken der schwarzen Null näher.“

Die Jungbestandspflege im Neckartal und die Maßnahmen für die Kultursicherung im Hüllberg sei in den nächsten zwei Jahren zu schaffen, stimmte Schäfer zu. „Vielleicht schaffen wir dann sogar ein Plus.“