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Villingendorf Familiendrama: Suche weiter ohne Ergebnis

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Polizisten durchsuchen den Wald nahe des Tatorts bei Villingendorf. Foto: Horst/Schwenk

Villingendorf/Bösingen - Die Suche nach dem mutmaßlichen Mörder von drei Menschen in Villingendorf geht weiter: Von dem gesuchten 40-jährigen Mann fehlt weiterhin jede Spur.

Der Dreifach-Mörder soll am Donnerstagabend in Villingendorf seinen eigenen Sohn, den Lebensgefährten seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen haben. Bereits am Wochenende hatten die Beamten vergeblich Wald und Felder nach dem Kroaten durchforstet. Mehrere Zeugen wollen den 40-Jährigen vor und nach der Tat gesehen haben. Das mutmaßliche Fluchtauto, ein grüner Seat Ibiza mit Konstanzer Kennzeichen, wurde am Freitag bei Herrenzimmern gefunden.

Rund 80 Beamte sind auch am Montag wieder im Einsatz. Sie durchqueren das letzte Stück des Waldgebiets, in dem vermutet wird, dass sich der Täter aufgehalten hat oder immer noch aufhält.

Als sich der Tross von Einsatzwagen durch Villingendorf zieht, entfährt es einem Passanten: "Wie viele Wälder wollen sie denn noch durchsuchen?" Und seine Begleitung meint: "Der ist doch schon lange über alle Berge".

Es sei ein "komisches Gefühl", zu wissen, dass er sich noch in irgendeinem Keller in der Nähe verstecken könnte, schildert eine Verkäuferin im Ort. Dies habe sie auch schon öfter von ihrer Kundschaft gehört. Und auch sonst sorgt der Fall für ordentlich Gesprächsstoff – und die Gerüchte schießen ins Kraut.

Das männliche Opfer (34) soll vom Hegneberg in Rottweil stammen und ebenso wie seine ebenfalls getötete Cousine (29) russische Wurzeln haben. Polizeisprecher wollen dies nicht bestätigen – dementieren aber auch nicht. "Momentan tragen wir erst einmal alles zusammen", so ein Sprecher der Polizei.

Von ihr kommt die Auskunft, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe. "Ich habe meine Joggingstrecke trotzdem verlegt", erzählt die Frau hinter der Theke weiter. Sie wolle nicht am Waldrand joggen, in dem vielleicht ein bewaffneter Mann sitzt. Um den Kindern ein Gefühl von Sicherheit zu geben, ist am Montag auch ein Streifenwagen mit zwei Polizeibeamten an der Grund- und Werkrealschule positioniert. Dort ist der Junge am vergangenen Donnerstag eingeschult worden.

Die Situation an der Schule sei am Montag "besonnen und ruhig" gewesen, beschreibt Rektor Rainer Kropp-Kurta. Trotzdem sei eine gewisse Bedrücktheit an der Schule zu spüren. Am Dienstag findet eine Elternvollversammlung statt. Dort wollen Rottweils Revierleiter Michael Schlüssler und Dieter Popp von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Tuttlingen über die Sicherheitslage informieren.

Im Internet indes sammelt eine Angehörige des getöteten Kindes über "Leetchi" Spenden für dessen Beerdigung. Auf dieser Plattform können Familien, Freunde oder Vereine gemeinsam Geld sammeln – beispielsweise für Geburtstagsgeschenke oder Wochenendtrips. Dort heißt es: "Leider ereignete sich das schreckliche Geschehen am Tag nach der Einschulung von D.. Die Mutter konnte fliehen und muss somit jetzt ihren geliebten Sohn beerdigen. Als wäre der emotionale Schaden nicht genug, so muss sie jetzt auch noch die Finanzen für die Beerdigung usw. aufbringen. Darum brauchen wir eure Hilfe, niemand kann E. ihren geliebten D. zurückbringen, aber wir können sie zumindest finanziell unterstützen."

Nach 40-Jährigem wird international gefahndet

Die drei Opfer in Villingendorf wurden, nach Angaben der Polizei, mit einer Langwaffe aus den Beständen des Ex-Jugoslawiens, Kaliber 8 x 57 mm, erschossen. Zu Langwaffen gehören beispielsweise jagdliche Flinten, Büchsen, Maschinenpistolen sowie -karabiner und Maschinengewehre, deren Lauf länger als 30 Zentimeter sind. Von den gefundenen Patronenhülsen könne aber noch nicht auf das Modell geschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Munition passe zu mehreren Waffensystemen.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Der Todesschütze habe kaltblütig und unvermittelt das Feuer auf seine Opfer eröffnet. Die Mutter und ihr Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der Besitzer des Hauses soll zum Tatzeitpunkt im Ausland gewesen sein.

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