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Villingendorf Familiendrama: Belohnung für Hinweise

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Zeichen der Trauer am Tatort. Foto: SDMG

Villingendorf - Der Täter bleibt verschwunden, die Gerüchte schießen ins Kraut, und die Polizei hält sich bedeckt – so lässt sich der Stand der Dinge nach dem Dreifach-Mord in Villingendorf zusammenfassen.

Auch am Montag waren rund 80 Polizeibeamte in einem Waldstück bei Villingendorf im Einsatz. Sie durchkämmen das Unterholz, um die Tatwaffe, Spuren oder Beweismittel zu finden – oder vielleicht sogar den 40-jährigen Drazen D. Besser gesagt, dessen Leiche. Man gehe nicht mehr davon aus, den Mann lebend in dem Waldgebiet zu finden, so die Polizei.

Rund 100 Beamte durchkämmen am Dienstag das letzte Stück des Waldes bei Villingendorf nach Spuren und Beweismitteln. Die Staatswaltschaft hat eine Belohnung von bis zu 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme des Täters führen. Dies gelte ausschließlich für Privatpersonen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

D. steht unter dringendem Tatverdacht, am Donnerstag seinen Sohn und zwei weitere Personen erschossen zu haben. Auch von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur. Der kroatische Tatverdächtige soll bisherigen Erkenntnissen zufolge mit einer sogenannten Langwaffe geschossen haben, "einer kriegswaffenähnlichen Waffe, wie sie während des Bosnienkrieges verwendet worden sein könnte", sagte ein Sprecher der Polizei. Mehrere Patronen im Kaliber 8 mal 57 Millimeter wurden sichergestellt, konnten aber noch nicht definitiv einem Waffentyp zugeordnet werden.

Gerüchte schießen ins Kraut

Bislang sei eine dreistellige Zahl von Hinweisen zum mutmaßlichen Täter und der Tat eingegangen, sagte der Polizeisprecher. Derweil werden kritische Stimmen bezüglich der Polizeiarbeit lauter. Diese habe offenbar seit Wochen gewusst, dass D. seine Ex-Partnerin und deren neuen Freund bedrohte.

Die Mutter überlebte den Anschlag, bei dem ihr sechsjähriger Sohn, ihr neuer Freund und dessen Cousine ums Leben gekommen sind. Sie befindet sich unter Polizeischutz und in fachärztlicher Betreuung. "Sie ist sicher untergebracht", sagte Dieter Popp, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums zuständig ist.

Eine Angehörige der 31-Jährigen sammelt im Internet unterdessen Spenden für die Beerdigung des Sechsjährigen. Wann die Trauerfeier stattfindet, ist laut Polizeiauskunft noch nicht bekannt.

In Villingendorf schießen die Gerüchte ins Kraut. Der Täter soll am Wochenende in einer Garage in Herrenzimmern campiert haben, andere wollen ihn beim Einkaufen in Oberndorf gesehen haben, hieß es.

Polizei: keine Gefahr

Polizei zeigt Präsenz und bleibt bei ihrer Aussage, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe. Ein Streifenwagen mit zwei Polizeibeamten war am Montag auch auf dem Schulgelände platziert. Dort war der sechsjährige Junge am Donnerstag vergangener Woche eingeschult worden. An der Grundschule herrschte auch am Montag große Betroffenheit und betrübte Stimmung, wie Schulleiter Rainer Kropp-Kurta sagt. Zeitnah solle eine Schülervollversammlung einberufen werden, um mit einer Schweigeminute des toten Kindes zu gedenken.

Trauermesse erwogen

Eine kirchliche Trauermesse sei gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer erwogen, aber noch nicht konkret geplant. Es müsse abgewartet werden, bis der Täter gefasst sei und auch ob eine Beteiligung der Schule seitens der Hinterbliebenen gewünscht sei.

Neben der Durchsuchung der Wälder rund um Villingendorf setzt die Polizei auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung sowie auf Fahndungsaufrufe vor allem im benachbarten Bundesland Bayern sowie in Österreich und den anderen Schengenstaaten. Auch die kroatischen Behörden sind laut Polizei eingebunden.

Hinweise zum Verbleib des gesuchten Drazen D. nehmen die Soko "Hochwald" unter dem bei der Kriminalpolizeidirektion Rottweil eingerichteten Hinweistelefon mit der Rufnummer 0741/477-107 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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