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Villingen-Schwenningen Zunftmeister überschüttet OB Roth mit Lob

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In Frack und Zylinder gekleidet, waschen die Narren am Aschermittwoch traditionell ihre Geldbeutel im Narrenbrunnen am Hockenplatz. Foto: Pohl

VS-Schwenningen - Große Trauer herrschte bei den Narren am Aschermittwoch, als sie, in Frack und Zylinder begleitet von den Klängen des Narrenmarschs in Moll, die Muslen hoch zum Narrenbrunnen liefen.

"O jerum, o jerum" jammerten sie und hielten ihre Geldbeutel ins Wasser des Brunnens, um diese zu waschen. Während dessen standen Jörg Schlenker und Bärbel Noel am Mikrofon und trugen so manches Vergehen der Schwenninger Narren vor.

Sie berichteten vom abgerissenen Fuchsschwanz am Narrenhut von Siggi Zölle, von den "Kleebollen" und "Kleehexen", wie der Fernsehmoderator die Moosmulle und Mooshexen während der TV-Übertragung des Freiburger Umzugs nannte, und von Johannes Hellstern, der in den vergangenen Tagen so seine Schwierigkeiten beim Erkennen des Unterschieds zwischen Villinger Narromarsch und Schwenninger Schunkellied hatte. Nun aber hat die Fasnet ein Loch. Und so kehrten die trauernden Narren am Mittwochabend ein letztes Mal vor der Fastenzeit im Hermann-Etter-Haus ein, wo Zunftmeister Lutz Melzer zu Fisch, Wein und Bier eingeladen hatte.

Lutz Melzer bilanziert

Der Rückblick von Zunftmeister Lutz Melzer auf die närrischen Tagen ist durchweg positiv. "Es war eine sehr, sehr schöne Fasnet", bilanziert er "ein friedliches miteinander Feiern". Dabei war Melzer in seinem ersten Jahr als erster Zunftmeister trotz Vorjahreserfahrung tatsächlich aufgeregter. "Ich muss zugeben, ich war angespannter. Ich glaube, hätte letztes Jahr etwas nicht funktioniert, hätte ich noch eine Ausrede gehabt." Dieses Jahr wäre er wohl zur Verantwortung gezogen worden. Doch hätte, wäre, wenn und aber... Fakt ist: "Es hat alles geklappt", freut sich Melzer.

Auftritte von Jürgen Roth

Der persönliche Höhepunkt des Zunftmeisters war die OB-Verhaftung am Freitag. "Das war mit den neuen Narrenrichtern schon sensationell." Sowieso ist der Zunftmeister begeistert von Oberbürgermeister Jürgen Roth. "Ich finde unseren neuen OB brutal", ist Melzer erstaunt, welches Pensum Roth während der närrischen Tage absolviert hat. "Soweit ich weiß, war er bei sämtlichen Veranstaltungen, sowohl bei uns, als auch in Villingen." Melzer ist sich sicher: "Wenn er das Tempo die kommenden Jahre durchhalten kann, werden wir noch viel Spaß an der Fasnet haben."

Diesen, so glaubt der Zunftmeister, habe vor allem Roth selbst. "Und du musst dich bei ihm immer auf etwas gefasst machen." Seien es falsche Rathausschlüssel oder gar eine "geschredderte Version" davon wie in diesem Jahr. Auch Bürgermeister Detlev Bührer habe Melzer noch nie so entspannt an der Fasnet gesehen. "Ich glaube, zwischen ihm und Roth herrscht einfach eine große Harmonie", freut sich Melzer.

Neue Umzugsstrecke

Doch nach der Fasnet ist vor der Fasnet, und so analysiert der Zunftmeister bei allen positiven Gefühlen auch die harten Fakten. Insgesamt zeigt er sich mit der neuen Umzugsstrecke zufrieden, machte aber auch im Gespräch mit anderen Narren einen kleinen Schwachpunkt aus: "Im neuen Bereich Auf der Lehr und nach der Einmündung zum Marktplatz war die Strecke stellenweise sehr eng." Das sei nicht nur für manch Fahrzeugführer heikel gewesen, sondern könne im Zweifelsfall auch zum Sicherheitsrisiko werden. "Da müssen wir uns mit der Stadt und vielleicht auch dem THW unterhalten, dass wir das in den nächsten Jahren besser lösen." Das seien aber kleine Stellschrauben, die man drehen könne.

Die Luftballon-Aktion

Die Luftballon-Aktion der Narrenzunft hatte hingegen nicht die gewünschte Resonanz. Im Vorfeld hatte die Zunft schätzungsweise 10 000 Luftballons an die Haushalte an der Umzugsstrecke verteilt, damit die Bewohner während des Sonntagsumzugs ihre Häuser bunt dekorieren. "Da war auf jeden Fall noch Luft nach oben", bilanziert Lutz Melzer. Sicherlich hätten einige – sogar schon weit im Vorfeld des Umzugs – mitgemacht, aber nicht in der gewünschten Menge. Dennoch will Melzer an der Aktion festhalten und auch die kommenden Jahr die Bürger miteinbeziehen. "Vielleicht bedarf es im Vorfeld einfach noch ein bisschen mehr Werbung", vermutet er.

Alles in allem gehen für Zunftmeister Lutz Melzer mit der Geldbeutelwäsche schöne närrische Tage zu Ende, die dazu einladen, den Blick nach vorne – auf 2020 – zu richten.

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